Der FIFA Konföderationen-Pokal ist zwar erst 17 Jahre alt, aber das Turnier kann trotzdem bereits auf eine interessante und ereignisreiche Vergangenheit zurückblicken. Nach den Artikeln über einige der größten Akteure und die interessantesten Spieleklassiker bei den vorangegangenen Auflagen wird die historische Analyse nun mit einem genaueren Blick auf die denkwürdigsten Momente des Turniers abgeschlossen.

Saudiarabien 1997: Ro-Ro im Gleichschritt
Wenn gleich zwei Sturmspitzen einer Mannschaft jeweils einen Hattrick erzielen, ist das schon herausragend. Wenn diese beiden Sturmspitzen dann auch noch zu den größten Fussballern ihrer Zeit zählen und die Bühne das Finale des FIFA Konföderationen-Pokals ist, dann kann man guten Gewissens von einem Stück Fussballgeschichte sprechen. Die Australier allerdings, die in der Gruppenphase gegen Mexiko und Uruguay gewonnen und Brasilien ein Unentschieden abgetrotzt hatten, waren nicht unbedingt begeistert, als der damals 20-jährige Ronaldo innerhalb von 44 Minuten drei Mal traf, und der 31-jährige Romario noch drei weitere Treffer erzielte, so dass es eine Viertelstunde vor Schluss 6:0 stand. "Wir haben immer gut harmoniert, insbesondere auf dem Fussballplatz", meinte das ältere Mitglied von Ro-Ro gegenüber FIFA.com. Es darf spekuliert werden, ob die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ im folgenden Jahr in Frankreich nicht vielleicht ganz anders verlaufen wäre, wenn Romario das Turnier und damit eine eventuelle Neuauflage dieser Sturmpartnerschaft nicht wegen einer Verletzung versäumt hätte.

Mexiko 1999: Das Aztekenstadion erzittert
Das Aztekenstadion gehört zu den bekanntesten Fussballarenen der Welt. Die riesige Betonschüssel in den Bergen oberhalb von Mexiko-City war Schauplatz einer ganzen Reihe unvergesslicher Fussballmomente - vom Titelgewinn Brasiliens 1970 bis hin zu Diego Maradonas unglaublichem Alleingang in der WM-Partie gegen England 16 Jahre später. Doch wenn es um pure Emotionen geht, dann übertrifft nichts die Ereignisse des Jahres 1999, als Mexiko erstmals einen Titel bei einem weltweiten Wettbewerb gewann. 110.000 Zuschauer peitschten ihr Team zu einem packenden 4:3-Sieg gegen Titelverteidiger Brasilien. Der bedingungslose Angriffsfussball, den die Mexikaner zeigten, wurde schließlich mit dem verdienten Titelgewinn bei der ersten Auflage des FIFA Konföderationen-Pokals außerhalb Saudiarabiens belohnt.

Frankreich 2003: Eine Tragödie eint die Fussballfamilie
Über den schönsten Moment in der Geschichte des FIFA Konföderationen-Pokal mag es verschiedene Meinungen geben, doch wenn es um die schwärzeste Stunde geht, sind sich alle einig: Es war der 26. Juni 2003. Der Tod von Marc-Vivien Foe, der während des Halbfinalspiels Kameruns gegen Kolumbien zusammenbrach, erschütterte die gesamte Fussballfamilie und ließ den sportlichen Ausgang des Turniers zur Nebensache werden. Doch gerade dieser tragische Vorfall sorgte für einen wahrhaft bewegenden Moment, ein Zeichen der Solidarität seitens der Gastgeber und späteren Turniersieger. Viele der französischen Spieler, deren Halbfinale nur wenige Stunden nach den tragischen Ereignissen in Lyon stattfand, kannten Foe aus dessen Zeit in der Ligue 1. Sie feierten den ersten Treffer von Thierry Henry beim 3:2-Sieg gegen die Türkei, indem sie alle gemeinsam im Gedenken an den Verstorbenen zum Himmel zeigten. Nach ihrem nur mit verhaltener Freude gefeierten 1:0-Sieg im Finale bestand der französische Kapitän Marcel Desailly darauf, dass Rigobert Song, der Spielführer der kamerunischen Mannschaft, bei der Übergabe des Pokals dabei sein sollte. Zum Gedenken hatte man außerdem ein großes Poster des Verstorbenen aufgestellt, vor dem sich die Mannschaften versammelten.

Deutschland 2005: Fans trotzen den Regenfluten
Das Finale des FIFA Konföderationen-Pokals 2005 setzte einen passenden Schlusspunkt unter ein begeisterndes Turnier, das bereits erahnen ließ, was die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ im folgenden Jahr für ein fantastisches Fussballfest werden würde. Brasilien spielte mit einer geradezu überwältigenden Angriffsreihe mit Kaká, Ronaldinho, Robinho sowie Adriano und lieferte bei diesem Turnier glanzvolle Vorstellungen ab. Insgesamt konnten die Fans 56 Tore in 16 Spielen bejubeln. Mit ihrem 4:1-Sieg gegen den Erzrivalen Argentinien bestätigten die Brasilianer einmal mehr ihre auch in den Medien immer wieder gepriesene Ausnahmestellung. Dabei hatte es zeitweilig so ausgesehen, als könnte der höchste Sieg Brasiliens gegen das Nachbarland seit 37 Jahren ein Opfer der Wassermassen werden. Denn bei einem Wolkenbruch mit sintflutartigen Regenfällen ergoss sich vom Dach des Stadions ein wahrer Sturzbach auf das Spielfeld und die Zuschauerränge. Einige nicht so begeisterte Fussballfans hätten in dieser Situation vielleicht die Flucht ergriffen. Nicht so jedoch die Deutschen, die gemeinsam mit den südamerikanischen Anhängern noch lange nach dem Schlusspfiff auf den Tribünen ausharrten, um den Spielern beider Teams ihre Anerkennung zu zollen.

Ihre Meinung zählt!
Dies sind nur einige der vielen unvergesslichen Momente aus der Geschichte des FIFA Konföderationen-Pokals. Welches ist Ihr ganz persönlicher Lieblingsmoment? Und was erwarten Sie vom FIFA Konföderationen-Pokal 2009? Worüber wird die Fussballwelt nach dem Turnier in Südafrika diskutieren? Klicken Sie einfach auf "Kommentar hinzufügen", und sagen Sie der Welt, was Sie denken.