Irak beendete die Ära der Großen Vier auf kontinentaler Ebene und gewann nach dem 1:0-Sieg über Saudiarabien am Sonntag in Jakarta die 14. Auflage des AFC Asien-Pokals. Seit seiner Einführung im Jahr 1956 wurde das Turnier stets von Korea Republik, Iran, Saudiarabien und Japan dominiert, doch der irakische Angreifer Younis Mahmoud änderte dies, als er mit seinem Kopfball den einzigen Treffer des Endspiels erzielte und somit eine neue Ära für die Westasiaten einläutete.

Der Stürmer von Al Gharafa, der schon vor drei Jahren im Gruppenspiel gegen Saudiarabien den Siegtreffer zum 2:1 erzielt hatte, wurde dem dreifachen Asien-Meister erneut zum Verhängnis und sicherte seiner Mannschaft mit einem präzisen Kopfball nach einem Eckstoß von Hawar Mohammed in der 71. Minute einen historischen Sieg.

Damit hatte niemand gerechnet, denn immerhin waren die Iraker als krasse Außenseiter der Gruppe A in dieses Turnier gegangen und hatten im Auftaktspiel dank Mahmouds Ausgleichstreffer nur ein mageres 1:1 gegen Mitgastgeber Thailand erreicht. Doch die Iraker überraschten mit ihrem 3:1-Erfolg über Australien alle Experten und sicherten sich schließlich mit einem torlosen Remis gegen Oman den Gruppensieg. Danach erzielte Mahmoud beide Treffer beim 2:0-Sieg über Vietnam in der Runde der letzten Acht, ehe Irak im Halbfinale gegen Korea Republik nach torlosen 120 Minuten erst im Elfmeterschießen siegreich blieb.

Angesichts der Gewalt, die in diesem vom Krieg zerrütteten Land jeden Tag herrscht, ist dieser Erfolg für die Iraker von noch größerem Wert. Selbst bei den Jubelfeiern nach dem Sieg über Südkorea wurden 50 Iraker durch Autobomben getötet. Der brasilianische Trainer Jorvan Vieira fand schnell lobende Worte für die Trotzreaktion seiner Mannschaft. "Angesichts all dieser Probleme sind die Spieler einfach fantastisch", sagte der 54-Jährige. "Sie mussten in den vergangenen Jahren mit dieser Situation zurecht kommen und haben diese dank ihrer inneren Kraft gemeistert."

Der anschließend zum besten Spieler des Turniers gewählte Mahmoud nahm die begehrte Trophäe von AFC-Präsident Mohamed Bin Hammam und FIFA-Präsident Joseph S. Blatter entgegen, nachdem die Iraker zum ersten Mal den kontinentalen Titel erobert und sich somit für den FIFA Konföderationen-Pokal 2009 in Südafrika qualifiziert hatten.

Bereits drei Teams für Katar qualifiziert
Am Samstag gewann Korea Republik in seinem dritten Elfmeterschießen in Folge gegen seinen Nachbarn Japan mit 6:5 und holte sich damit die Bronzemedaille. Die Koreaner hatten zuvor im Viertelfinale die Iraner bezwungen, ehe sie sich im Halbfinale den Irakern nach Elfmeterschießen geschlagen geben mussten.

Nachdem sie in den zwei vorherigen Spielen 240 Minuten lang ohne Torerfolg geblieben waren, mussten die Taeguk Warriors nach der Gelb-Roten Karte gegen Abwehrspieler Kang Min-Soo in der 56. Minute zwei weitere torlose Stunden in Unterzahl überstehen. Der Schiedsrichter verbannte auch Pim Verbeek, seinen Assistenten Hong Myung-Bo sowie Torwarttrainer Cossa auf die Tribüne, nachdem diese gegen den Ausschluss protestiert hatten.

Trotz des Sieges saß Trainer Verbeek, der nach dem Spiel seinen Rücktritt erklärte, zum letzten Mal auf der koreanischen Betreuerbank. "Es ist Zeit für eine neue Herausforderung", sagte der 51-Jährige. "Vor dem Turnier war es unser großes Ziel, den Asien-Pokal zu gewinnen, doch es ist nicht sehr gut für uns gelaufen. Wir waren zwar in der Defensive sehr stark, erzielten aber selbst zu wenig Tore."

Dennoch kann Korea Republik eine Belohnung mit nach Hause nehmen: die Qualifikation für den Asien-Pokal 2011. Irak und Saudiarabien sind ebenfalls bereits für das Turnier in Katar qualifiziert, nachdem sich die AFC dazu entschieden hatte, den besten drei Teams dieses Turniers auch bei der nächsten Endrunde in vier Jahren einen Platz zu garantieren.

AFC Asien-Pokal 2007

Finale
Sonntag, 29. Juli
Irak - Saudiarabien 1:0

Spiel um Platz 3
Samstag, 28. Juli
Korea Republik - Japan 0:0, 6:5 i. E.