FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009

FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009

14 Juni - 28 Juni

FIFA Konföderationen-Pokal 2009

Kaká: "Eine neue Ära"

Kaka of Brazil celebrates with the Confederation Cup trophy and Golden Ball trophy
© Getty Images

Es ist bereits eineinhalb Jahre her, dass Kaká zum FIFA Weltfussballer des Jahres 2007 gewählt wurde. Damals hatte der offensive Mittelfeldspieler bereits an zwei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften teilgenommen: Korea/Japan 2002 und Deutschland 2006. Und dennoch scheint allgemein die Meinung zu herrschen, dass dem Brasilianer noch ein letzter Schritt fehlt, um endgültig in den Fussball-Olymp Brasiliens Eingang zu finden und in einem Atemzug mit den Größten der Großen genannt zu werden: bei einem großen Triumph der Seleção eine entscheidende Rolle zu spielen, genauer gesagt, bei einer Weltmeisterschaft.

Sollte es an einer großen Gelegenheit gemangelt haben, damit Ricardo Izecson dos Santos Leite unter Beweis stellen kann, dass er dieser Aufgabe gewachsen ist, so ergab sich diese nun beim FIFA Konföderationen-Pokal 2009. Wie ein wahrer Kommandeur auf dem Feld zeigte der Neuzugang von Real Madrid die Eigenschaften und Fähigkeiten, die von ihm erwartet werden. Nach zwei selbst erzielten Treffern und mehreren entscheidenden Vorlagen wurde dem 27-Jährigen der Goldene Ball von adidas als bester Spieler des Turniers verliehen.

Ein würdiger Träger der "Zehn"
Kaká sicherte sich diese individuelle Auszeichnung dank seiner überragenden Vorstellung im Finale gegen die USA, die entscheidend für den Triumph Brasiliens war und ihm darüber hinaus die Auszeichnung als Budweiser Man of the Match einbrachte. Vor allem in der zweiten Halbzeit der Begegnung, als Brasilien noch in Rückstand lag, war immer wieder zu sehen, wie Kaká die Arme hob und den Ball forderte, um neue Spielzüge einzuleiten, die letztlich zur erfolgreichen Aufholjagd und zum 3:2-Sieg führten. Er riss die Verantwortung in dem Moment an sich, in dem sein Team dringend einen Führungsspieler auf dem Platz benötigte.

Kaká erwies sich beim "Festival der Champions" als würdiger Träger der mythischen Rückennummer zehn der brasilianischen Nationalmannschaft. Um endgültig auf gleicher Höhe mit den Titanen der Fussballgeschichte seines Landes zu sein, wird er diese Leistung in knapp einem Jahr in Südafrika wiederholen müssen. Im Exklusivinterview mit FIFA.com sprach der brasilianische Star über seinen jüngsten Erfolg und seine Hoffnungen für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™.

Kaká, im Anschluss an das Auftaktmatch gegen Ägypten wurde allgemein davon gesprochen, dass Sie immer stärker die Rolle des Anführers in dieser Mannschaft übernehmen. Haben wir im Finale Ihren ersten großen Tag als Führungsspieler der Seleção gesehen?
Ein Anführer zeigt sich in den schwierigen Momenten und glücklicherweise hatte ich heute die Gelegenheit dazu, als die Seleção dies brauchte. Mir war klar, dass es angesichts des Rückstands wichtig war, Räume für offensive Aktionen zu finden, wie zum Beispiel vor unserem zweiten Tor. Doch wie ich bereits neulich anmerkte, ist das Beste an dieser Seleção, dass wir über mehrere Führungsspieler verfügen, die in der Lage sind, in schwierigen Momenten Verantwortung zu übernehmen. Man muss nur Lucio nennen, unseren Kapitän, der den Siegtreffer erzielte und uns den Titel sicherte, oder Luís Fabiano, der seine Torjägerqualitäten in dem Moment zeigte, in dem wir es am meisten gebraucht haben. Wenn so viele Spieler Verantwortung übernehmen, heißt das, dass es sich um eine starke Einheit handelt, und nur so gewinnt man Titel.

Brasilien gewann auch den FIFA Konföderationen-Pokal 2005, doch das Ergebnis bei der im Jahr darauf stattfindenden Weltmeisterschaft war weniger zufriedenstellend. Was muss getan werden, damit sich dies nicht wiederholt?
Es hat sich bereits einiges verändert. Dies ist eine neue Ära, eine neue Truppe, die eine andere Mentalität hat: erfolgshungrige Spieler, die bereit sind, alles zu geben. Das Wichtigste für Brasilien ist die Vorbereitung: Wenn wir uns auf ein Turnier gut vorbereiten, wie dies zum Beispiel bei der Copa America 2007 der Fall war, und wie es hoffentlich 2010 sein wird, kommen die guten Resultate von alleine.

Hat es Sie überrascht, dass einige Schlüsselspieler des Teams Akteure waren, die eigentlich über wenig Länderspielerfahrung verfügen?
Die Tatsache, dass sie sich so gut in die Gruppe eingefügt haben und letztlich eine entscheidende Rolle gespielt haben, sagt viel über das Potenzial aus, das wir als Mannschaft haben. Man muss Spieler wie Andre Santos, Ramires, Felipe Melo oder Alexandre Pato beglückwünschen. Sie sind bereits Teil einer Siegermannschaft wie dieser, obwohl sie neue Gesichter sind. Wenn das Mannschaftsgefüge stimmt, haben neue Spieler keine Probleme, ihre Leistung zu bringen. Die Stimmung in der Mannschaft und der unmittelbaren Umgebung sind ausgezeichnet. Spieler, die über Talent verfügen, stoßen auf keine Schwierigkeiten, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Ist der Kader bereits so stark, dass man sagen kann, dass es bis zur Weltmeisterschaft 2010 praktisch keine Veränderungen mehr geben wird?
Es ist in der Tat eine großartige Mannschaft und ich würde sagen, dass bei etwa 70 % die Entscheidung bereits gefallen ist. Doch bis zur Weltmeisterschaft ist noch viel Zeit und angesichts der vielen Talente, die es in Brasilien gibt, werden bis dahin sicherlich noch neue Spieler hinzukommen und es wird neue Kämpfe um bestimmte Positionen geben. Es ist klar, dass unser Erfolg hier in Südafrika zählen wird, und vor allem die Art und Weise, wie er zustande gekommen ist. Doch in Brasilien gibt es viele gute Spieler und es ist noch viel Zeit.

Was ist in der Halbzeitpause passiert, dass die Mannschaft so entschlossen aus der Kabine kam?
Der Verdienst von Dunga ist es, dass wir uns unseres Potenzials zu jeder Zeit sehr bewusst sind. Niemand verfiel in Verzweiflung nach dem 0:2, weil wir wussten, was zu tun ist, um wieder die Kontrolle über das Spiel zurückzuerlangen und die Aufholjagd zu starten. Wir haben es sehr gut gemacht und glücklicherweise den Sieg errungen.

Nun beginnt die Saison vor der nächsten Weltmeisterschaft und Sie wechseln zu einem neuen Klub. Ist dies eine entscheidende Spielzeit in Ihrer Karriere?Es ist zweifellos ein wichtiger Moment, und durch meinen Vereinswechsel stehen mir viele neue Erfahrungen bevor. In jedem Fall denke ich, dass ich ganz gut gestartet bin. Nun habe ich bereits meinen ersten Titel als Spieler von Real Madrid.

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