FIFA Konföderationen-Pokal Brasilien 2013

FIFA Konföderationen-Pokal Brasilien 2013

15 Juni - 30 Juni

FIFA Konföderationen-Pokal 2013

Fussball - die andere Leidenschaft des Kobe Bryant

LA Lakers basketball star Kobe Bryant looks on
© Getty Images

Im Alter von sechs Jahren zog Kobe Bryant nach Europa, da sein Vater Joe "Jellybean" Bryant damals von einem italienischen Basketballklub verpflichtet wurde. Dieser Umstand führte dazu, dass sich Bryant von der Mehrheit seiner Kollegen in der NBA unterscheidet. Dies trifft zum einen auf sein eigenes Spiel zu, da er sich neben den Eigenarten der U.S.-amerikanischen Profiliga auch mit den taktischen Gepflogenheiten des europäischen Basketballs auskennt. Aber auch abseits des Basketballs erweist er sich als jemand, der unterschiedliche Kulturen gewohnt ist und neben Englisch noch zwei weitere Sprachen spricht. Seit langem hegt er dazu noch eine besondere Leidenschaft für eine andere Sportart als die, in deren Geschichtsbücher er sich selbst eingetragen hat – den Fussball.

Der fünfmalige NBA-Meister mit den Los Angeles Lakers ist dabei weit mehr als ein schlichter Sympathisant des Fussballs. Er spricht äußerst gerne über diesen Sport und lässt es sich dabei nicht nehmen, ins Detail zu gehen – auch in technischer Hinsicht. In der Arena Fonte Nova sah sich Bryant die Partie zwischen Brasilien und Italien an, die den letzten Spieltag in der Gruppe A des FIFA Konföderationen-Pokals abrundete. Vor dem Spiel unterhielt er sich mit FIFA.com.

Welchen hauptsächlichen Unterschied bemerken Sie zwischen der Atmosphäre bei einem Basketballspiel und bei einem Fussballspiel?Die Leidenschaft ist im Fussball sehr viel intensiver. Das glaube ich tatsächlich. Wenn man hier am Stadion ist und sieht, wie die Fans hierher strömen, dann merkt man schnell, was das für sie bedeutet. Sie wollen zeigen, dass sie hier sind, um ihr Team zu vertreten – und in diesem Fall ihr Land. Das sieht man in der NBA nur manchmal, etwa in den Playoffs oder den Finalrunden. Im Fussball ist das anders. Er ist für viele eine wahre Religion. Da ich in Italien aufgewachsen bin, konnte ich mich sehr früh mit eigenen Augen davon überzeugen, wie intensiv diese Leidenschaft gelebt wird. Und eines ist ganz klar: Es unterscheidet sich von allem anderen.

Wer ist für Sie als ausgewiesenen Fussballexperten der Spieler, der über denselben Killerinstinkt wie die Schwarze Mamba verfügt [der Spitzname, den sich Bryant selbst verlieh]?Nun ja, ich werde jetzt zum ersten Mal Neymar live spielen sehen. Von ihm habe ich schon großartige Dinge gehört. Lionel Messi kenne ich schon seit langer Zeit. Es ist unglaublich, über welche Fähigkeiten er verfügt, und welche entscheidenden Impulse er gibt, wann immer er am Ball ist. Und einen weiteren möchte ich nicht vergessen: Ich finde auch Cristiano Ronaldo einfach fantastisch. Ich denke, sie alle sind Spieler, die ihren Sport so wie ich angehe.

Denken Sie, dass Sie sich Fussball auf eine ganz besondere Weise ansehen, da Sie ein Profi in einer anderen Sportart sind?Das ist auf jeden Fall so. Ich habe als kleiner Junge viel Fussball gespielt. Und für den Basketball habe ich mir davon vieles abgeguckt. Es ist etwas völlig anderes. Ich denke, da ich in meiner Kindheit gekickt habe, habe ich eine andere Perspektive auf bestimmte Spielsituationen auf dem Basketballplatz. Ich betrachte jeden einzelnen Spielzug als eine Aktion, an der drei Spieler beteiligt sind – und nicht nur zwei, wie es einem im Basketball beigebracht wird.

Ausgenommen wahrscheinlich die Dreiecks-Taktik von Phil Jackson [unter diesem Trainer gewann Bryant seine fünf Meistertitel], nicht wahr?(lacht) Das Schlimme daran ist, dass das absolut richtig ist. Dort dreht es sich um einen ähnlichen Ablauf von Aktionen. Diese sind natürlich nicht gleich, da es sich um zwei unterschiedliche Sportarten handelt. Doch man kann diese Abläufe sehr wohl auf den Fussballplatz übertragen.

Denken Sie, dass Phil Jackson einen guten Fussballtrainer abgeben würde?Meine ehrliche Antwort ist Nein. Ganz einfach weil er nicht mit den Eigenarten dieser Sportart vertraut ist. Doch wenn es um seine Fähigkeiten geht, Spielsysteme zu verstehen und umzusetzen, um sie dann auf ein Fussballteam zu übertragen – dann Ja, ohne jeden Zweifel.

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