FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009

FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009

14 Juni - 28 Juni

FIFA Konföderationen-Pokal 2009

Erinnerung an das "Wunder auf Gras"

Clint Dempsey #8 of USA runs past Spain's defender Sergio Ramos (L) as he celebrates
© Getty Images

Vor sieben Jahren gelang dem Team der USA in Südafrika eine Sensation. Die von Bob Bradley betreuten Stars and Stripes stürmten damals ins Finale des FIFA Konföderationen-Pokals Südafrika 2009, nachdem sie das scheinbar unbesiegbare spanische Team mit 2:0 geschlagen hatten.

Der völlig unerwartete Sieg dieser noch recht jungen und unerfahrenen U.S.-Mannschaft wurde von der New York Times als "Wunder auf Gras" gefeiert, womit man auf den gleichermaßen unwahrscheinlichen Sieg im Eishockey gegen die Sowjetunion bei den Olympischen Winterspielen 1980 anspielte, das als "Wunder auf Eis" ("Miracle on Ice") in die Geschichte einging. Der Vergleich war durchaus berechtigt. Die USA standen schließlich einem spanischen Team gegenüber, das zu einem unnachahmlichen Höhenflug angesetzt hatte und innerhalb von vier Jahren zwei EM- und einen WM-Titel holte. Darüber hinaus waren die Spanier seit 35 Partien in Folge ungeschlagen, nämlich seit November 2006, und hatten gerade mit 15 Siegen in Folge einen neuen Rekord aufgestellt.

Natürlich sollte Vicente Del Bosques Team auch von diesem Rückschlag beim FIFA Konföderationen-Pokal lernen und schließlich die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010 Südafrika™ und die UEFA EURO 2012 gewinnen, wobei die Iberer nur eine einzige weitere Niederlage kassierten. Ein weiterer Beleg für die Dominanz der Spanier zwischen 2008 und 2013 ist der Umstand, dass man jedes Jahr an der Spitze der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste beendete.

Aber an jenem Tag in Bloemfontein schlug die Stunde von Bradleys Männern. Durch Tore von Jozy Altidore und Clint Dempsey waren die USA in Führung gegangen, stemmten sich schließlich mit einer beeindruckenden Teamleistung gegen die geballte Offensivkraft Spaniens mit David Villa, Fernando Torres, Cesc Fabregas und Xavi und feierten am Ende einen historischen Sieg.

"Wir sind in solchen Duellen immer die Außenseiter", erklärte Verteidiger Jay Demerit anschließend gegenüber FIFA.com. "Aber wenn wir alle an einem Strang ziehen und uns gemeinsam anstrengen, können wir Großes schaffen.

Wir wollten den Spaniern zeigen, dass wir mithalten können, dass man auch in den Vereinigten Staaten Fussball spielen kann. Wir haben vielleicht nicht die größten oder bekanntesten Spieler der Welt, aber als Team sind wir sehr stark."

Lektion gelernt*
*
Spanien blieb nichts anderes übrig, als seine Wunden zu lecken. Torres, einer der Angreifer, der von der Hintermannschaft der USA kalt gestellt worden war, sprach nach dem Schlusspfiff von der beeindruckenden Serie ungeschlagener Spiele von La Roja.

"Wir wussten, dass wir nicht jedes Spiel bis zum Ende unserer Laufbahn gewinnen würden und dass diese Serie eines Tages reißen würde", meinte Torres gegenüber FIFA.com. "Wir hätten nur nicht erwartet, dass das in Südafrika der Fall sein würde, aber so ist es nun einmal gekommen.

Wenn man ein Spiel verliert und so viele Spieler dabei sind, die sich kaum an die letzte Niederlage erinnern können, zeigt das, dass man Einiges richtig gemacht hat. Mir ist es eigentlich lieber, dass wir jetzt verloren haben und nicht bei der WM 2010. Ich glaube nicht, dass wir jemals mangelnden Respekt vor unseren Gegnern hatten. Die USA waren das bessere Team, denn sie haben unserem Druck standgehalten und die Tore erzielt."

Tim Howard, der im Achtelfinale der FIFA Fussball-WM 2010™ gegen Belgien eine überragende Partie liefern sollte, bevor er dann schließlich doch bezwungen wurde, zeigte an jenem Abend 2009 ähnlich beeindruckende Leistungen im Tor der USA. "Wir wussten, dass wir in der Abwehr alles geben mussten, so als ob es um unser Leben ginge", verriet der Torhüter. "Um so eine Sensation zu schaffen, muss man wirklich verteidigen, als ob es um das eigene Leben ginge."

Und obwohl die Spanier Südafrika 2009 ohne den Konföderationen-Pokal verließen – eine der wenigen Trophäen, die noch in der spanischen Titelsammlung fehlt – betrachteten viele Spieler diese sensationelle Niederlage später als einen der Schlüssel zur Siegesserie im Jahr darauf, als sie den Weltmeistertitel holten.

Fernando Hierro, damals Spaniens Sportdirektor, fasste die Stimmung mit im Nachhinein prophetischen Worten zusammen. "Eine Erfahrung wie diese wird die Gruppe und ihren Siegeswillen stärken", sagte er. "Es tut mir leid für die Spieler, sie wollten unbedingt ins Finale kommen und gegen Brasilien spielen. Jetzt haben sie die Niederlage akzeptieren müssen und lernen, wie man darauf reagiert … In einem Jahre werden wir wieder hier sein, und wir werden kommen, um zu siegen."

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