FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009

FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009

14 Juni - 28 Juni

FIFA Konföderationen-Pokal 2009

Donovan: Wichtige Lektion

Landon Donovan of the USA looks dejected
© Getty Images

Zur Halbzeit ihres ersten Endspiels überhaupt bei einem FIFA-Männerturnier führten die USA im Ellis Park Stadium gegen den fünfmaligen Weltmeister Brasilien überraschend mit 2:0. Im ersten Durchgang hatten die U.S.-Amerikaner überaus effizient gespielt. Nach dem sehenswerten Führungstreffer von Clint Dempsey erhöhte der herausragende Landon Donovan nach einer knappen halben Stunde zum Abschluss eines perfekten Konters.

Doch dann erwachte die mächtige Seleção doch noch zum Leben und erzielte in der zweiten Halbzeit drei Tore, so dass die Brasilianer am Ende einen 3:2-Triumph feiern konnten. Verständlicherweise war die Enttäuschung auf Seiten der U.S.-Boys beim Schlusspfiff sehr groß.

Doch Donovan zeichnete in einem Exklusiv-Interview mit FIFA.com das Bild einer Mannschaft, die aus der heutigen bitteren Lektion in Johannesburg in Zukunft Stärke schöpfen kann.

Das war heute eine bittere Niederlage. Können Sie uns etwas über Ihre Gefühle in diesem Moment sagen?Wir sind enttäuscht. Letzten Endes hat es seinen Grund, dass Brasilien stets als eines der besten Teams der Welt bezeichnet wird. Aber in unserer Situation, mit einer 2:0-Führung zur Pause, hatten wir eigentlich gedacht, dass wir das Spiel gewinnen würden. Daher können wir nicht zufrieden sein, so weit gekommen zu sein. Wenn wir uns weiter verbessern wollen, dann müssen wir noch mehr von uns fordern.

Waren Sie überrascht, dass Sie nach 45 Minuten in Führung lagen, insbesondere nachdem Sie in der Gruppenphase mit 0:3 gegen Brasilien verloren hatten?
Nein, wir waren eigentlich nicht überrascht. Wir hatten uns fest vorgenommen, nicht eingeschüchtert in die Partie zu gehen. Genau das war im ersten Spiel das Problem. Wir standen schon früh unter Beschuss, weil wir viel zu zögerlich waren. Clint Dempsey hat uns nach einem großartigen Spielzug schon früh in Führung gebracht, und nicht viel später hatten wir die Chance zu einem Konter, mit dem wir erneut trafen. Eine solche Führung muss man einfach über die Zeit bringen, ganz egal wer der Gegner ist.

Was hat sich in der zweiten Halbzeit verändert?
Das erste Gegentor gleich nach der Pause hat uns das Genick gebrochen. Danach war bei uns völlig Luft raus. Den Brasilianern muss man für ihr Spiel danach großen Respekt zollen. Sie stießen wieder und wieder nach vorn vor und erhöhten den Druck auf uns immer weiter. Sie haben viele Spieler nach vorne geworfen und dann ihre Chancen genutzt.

Denken Sie, dass Sie in den zweiten 45 Minuten als Mannschaft etwas hätten anders machen können?
Wir hätten vielleicht bei unseren Kontern etwas besser sein können, um die Brasilianer mit unseren Gegenstößen aus dem Rhythmus zu bringen. Aber das ist eine Klassemannschaft, die hat uns keinerlei Raum gelassen.

Ist es nicht eine natürliche Reaktion, ein wenig zurückzuschalten und sich in die Defensive zurückzuziehen, wenn man zu Beginn der zweiten Halbzeit mit 2:0 in Führung liegt?
Ja, das ist in vielen Fällen sicher auch sinnvoll. Aber heute haben wir das eigentlich nicht gemacht. Selbst nach dem 2:1 haben wir weiter nach vorne gespielt und sind auch noch zu ein paar Chancen gekommen. Aber die Brasilianer hatten in dieser Phase den Schwung auf ihrer Seite, so dass wir kaum noch Fuß fassen konnten.

Haben Sie eine Vorstellung davon, was Sie mit den Siegen gegen Ägypten und gegen Spanien sowie mit dem erstmaligen Finaleinzug bei einem globalen Männerturnier für den Fussball in den USA geleistet haben?
Nun, wir haben besser abgeschnitten als je zuvor bei einem derartigen Wettbewerb. Ich finde, dass wir alle mit hoch erhobenem Kopf abreisen können. Aber das reicht uns nicht! Ich sage es nochmal: Wenn man in einem Finale mit 2:0 vorne liegt, dann muss man das Spiel an sich reißen und den Sieg nach Hause bringen. Daher ist es gleichzeitig so enttäuschend.

Denken Sie, dass die Nationalmannschaft der USA hier beim FIFA Konföderationen-Pokal einen Schritt nach vorne gemacht hat?Ja, wir haben den nächsten Schritt gemacht. Aber wir müssen aus dem, was heute passiert ist, etwas lernen. Wenn wir nichts daraus lernen, dann war die ganze Anstrengung umsonst. Wenn wir uns das nächste Mal in einer solchen Situation befinden, dann schaffen wir es hoffentlich, den Vorsprung über die Zeit zu bringen und am Ende den Pokal in die Höhe zu stemmen, statt uns mit der Silbermedaille um den Hals zufrieden geben zu müssen.

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