FIFA Konföderationen-Pokal Russland 2017

FIFA Konföderationen-Pokal Russland 2017

17 Juni - 2 Juli

FIFA Konföderationen-Pokal

Milutinovic: "Die Mexikaner sind klarer Favorit"

Iraq national football team coach Serbian Bora Milutinovic speaks at a press conference
© AFP

Es gibt im Weltfussball nur wenige Situationen, die mehr Leidenschaft hervorrufen als die Rivalität unter Nachbarn. Wahre Tintenströme sind geflossen, Helden haben goldene Kapitel geschrieben und Schurken ihren finsteren Ruf untermauert. Solche Partien sind es, die den Fans immer in Erinnerung bleiben - positiv oder negativ.

Bleibt noch zu sagen, dass es nicht viele Männer gibt, denen es gelingt, bei beiden Teams einer erbitterten Rivalität Legendenstatus zu erlangen. Wenn man dann so jemanden findet, handelt es sich in der Regel um eine ganz besondere Persönlichkeit.

Daher sollte man gut zuhören, wenn Bora Milutinovic über Mexiko und die USA spricht. Der aus Serbien stammende Trainer, der El Tri 1986 vor heimischem Publikum zum besten WM-Auftritt aller Zeiten verhalf und mit den Stars and Stripes 1994 in den USA in die zweite Runde einzog, weiß zweifellos, wovon er redet.

**Absoluter Pionier

*"Die echte Rivalität fing 1991 an, als ich für die USA zuständig war", meint der 71-jährige Trainer rückblickend. "Vorher hat man den nördlichen Nachbarn in Mexiko nicht besonders ernst genommen. In jenem Jahr haben wir dann zum ersten Mal am Gold Cup teilgenommen und für eine Überraschung gesorgt, als wir *El Tri im Halbfinale mit 2:0 besiegten. Damit hat sich alles geändert."

Am Samstag, 10. Oktober, wird es in Pasadena (Kalifornien) nun zu einer Neuauflage des Nachbarschaftsduells kommen. Das Spiel ist entscheidend, denn es geht um einen Startplatz beim FIFA Konföderationen-Pokal Russland 2017.

In der Gesamtstatistik liegen die Azteken mit 33 Siegen und 18 Niederlagen ganz klar vorn. Seit Milutinovic das U.S.-Team übernahm, hat sich an der Bilanz jedoch einiges geändert.

"Dieser Sieg war für die USA der erste in 28 Jahren, aber er sollte nicht der einzige bleiben. Tatsächlich sind wir während meiner Amtszeit fünf Mal gegeneinander angetreten, und haben zwei Spiele gewonnen, zwei endeten mit einem Remis und nur eines ging verloren", erinnert sich der einzige Trainer, der mit fünf unterschiedlichen Teams an fünf FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ teilgenommen hat.

Seitdem sind die Zahlen sehr ausgeglichen und beide Länder beanspruchen die Führungsposition in der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone für sich. Laut Milotinovic haben beide Mannschaften Punkte, die für sie sprechen. "Die Mentalität der USA ist allgemein bekannt. Sie wollen immer die Besten der Welt sein und arbeiten darauf hin. In Mexiko sind die Spieler in der Regel talentierter, das sorgt für ausgeglichene Verhältnisse."

El Tri** in der Favoritenrolle

*Trotz dieses Gleichgewichts und der Tatsache, dass die USA in den sechs Partien, die sie seit Jürgen Klinsmanns Amtsantritt bestritten haben, nicht mehr gegen den Erzrivalen verloren haben, ist *El Tri für Milutinovic in der Favoritenrolle.

"Der Grund liegt für mich auf der Hand", so der ehemalige Trainer von Nigeria, der VR China und Costa Ricas. "Derzeit hat Mexiko die größere Qualität im Kader. Das Team der USA ist nicht mehr dasselbe wie vor einigen Jahren. Ausschlaggebend für den Sieg in einem Spiel ist das Niveau der Spieler. Die Geschichte spielt nicht mit und auch die Trikots spielen keine Rolle. Wenn ein Team über die bessere Qualität verfügt und sich dessen auch bewusst ist, dann handelt es sich dabei zwangsläufig um den Favoriten."

Für den legendären Trainer gibt es einen weiteren Faktor, der fundamental sein könnte. "In den Jahren, die seit meiner Tätigkeit für die USA vergangen sind, ist das Fussballinteresse dort enorm gestiegen und die Nationalmannschaft ist beliebter geworden. Dennoch wird das gegen Mexiko nicht ausschlaggebend sein, denn die Mexikaner haben bei den Aufeinandertreffen beider Teams in der Regel mehr Unterstützer, vor allem in Kalifornien. Man braucht sich nur an das letzte Mal erinnern, als die beiden dort gegeneinander angetreten sind. Das war im Finale des Gold Cup 2011. Mexiko erfuhr damals eine enorme Unterstützung von den Rängen und setzte sich mit 4:2 durch."

Dennoch findet Milutinovic auch einen Aspekt, der für die Vereinigten Staaten spricht. "Die Fitness könnte entscheidend sein, wegen der Spieler aus der Bundesliga. Außerdem ist Klinsmann ein fähiger Trainer, der die Spieler sehr gut kennt. Dennoch möchte ich erneut betonen, dass ein Trainer eine Mannschaft nur auf das Niveau bringen kann, für das die Qualität reicht. Nicht darüber hinaus."

Milutinovic vertritt eine klare Meinung, doch er ist auch gefühlsmäßig nicht unbeteiligt. "Ich kenne den mexikanischen Trainerstab gut. Ich habe Ricardo Ferreti trainiert und mit seinem Assistenten Miguel Mejía Barón und Fitnesstrainer Ariel González gearbeitet. Ich werde mir die Partie anschauen in der Hoffnung, dass es für sie gut läuft. Trotzdem möchte ich eines klarstellen: Wenn ich sage, dass Mexiko die bessere Mannschaft ist, dann hat dies keine rein gefühlsmäßigen Gründe, sondern auch rationale. Es gibt viele Faktoren, die mich zu dieser Ansicht bringen." 

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