FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009

FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009

14 Juni - 28 Juni

FIFA Konföderationen-Pokal 2009

"Auriverdes" verteidigen Titel

Lucio of Brazil lifts the trophy following his team's victory
© Getty Images

Brasilien hat seinen Titel beim FIFA Konföderationen-Pokal 2009 erfolgreich verteidigt. In einem packenden Finale gewann das Star-Ensemble von Coach Dunga am Sonntag, 28. Juni, gegen die USA nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 und sicherte sich damit in Johannesburg den insgesamt dritten Triumph bei dieser Turnierserie.

Im stimmungsgeladenen und mit über 52.000 Zuschauern gefüllten Ellis Park Stadium präsentierten sich die U.S.-Boys von der ersten Sekunde an ähnlich frech wie schon beim überraschenden 2:0-Halbfinalsieg über Europameister Spanien. Clint Dempsey setzte bereits nach vier Minuten mit einem allerdings weit am gegnerischen Gehäuse vorbeisegelnden Distanzschuss eine erste Duftmarke. Die Brasilianer ließen sich jedoch nicht beeindrucken und verschafften sich trotz der physischen Stärke der Nordamerikaner dank ihrer individuellen Klasse immer wieder Freiräume, um ihr Offensivspiel aufzuziehen. Kaká hätte nach einer Maicon-Ecke fast die Führung erzielt, sein Kopfball flog jedoch knapp am kurzen Pfosten vorbei.

Exakt zehn Minuten waren gespielt, als das Team von Bob Bradley abermals die gesamte Fussballwelt in Staunen versetzte: Jonathan Spector zog auf der rechten Außenbahn das Tempo an und setzte mit einer halbhohen Hereingabe den heranstürmenden Dempsey in Szene, der das Leder souverän mit dem rechten Fuß ins linke Eck platzierte, um mit seinem dritten Tor des Turniers für das 1:0 verantwortlich zu zeichnen. Allerdings hatten es die U.S.-Boys ihrem Torwart Tim Howard zu verdanken, dass sie nicht im Gegenzug bereits den Ausgleich hinnehmen mussten, denn der Schlussmann parierte in exzellenter Manier einen Schlenzer von Robinho.

Fortan wurden die Angriffe der Brasilianer nicht nur wütender, sondern auch zwingender. Ein 18-Meter-Kracher von Felipe Melo sowie ein Schussversuch von Maicon aus spitzem Winkel hätten durchaus den Ausgleich bedeuten können, doch in beiden Fällen war es abermals der bärenstarke Howard, in dem die beiden Brasilianer ihren Meister fanden. Auf der Gegenseite machte es Landon Donovan besser: Im Anschluss an eine Ecke von Kaká und Co. konterten die U.S.-Boys den Rekord-Weltmeister klassisch aus, indem Charlie Davies seinen Gegenspielern auf links enteilen konnte und seine Nummer zehn per Querpass freispielte. Donovan hatte anschließend keine Mühe, vor Julio Cesar auftauchend auf 2:0 zu erhöhen.

Da Howard in der Folge auch Schussversuche von Andre Santos und Robinho parieren, Lucio zudem einen Kopfball aus fünf Metern nicht verwerten konnte und Luis Fabiano eine scharfe Hereingabe von Maicon nur um Zentimeter verpasste, hatten die Südamerikaner allen Grund, frustriert in die Halbzeitpause zu gehen. Offensichtlich fand Dunga aber die richtigen Worte, denn Brasilien brachte sich unmittelbar nach dem Wiederanpfiff zurück ins Spiel. Luis Fabiano war es, der 17 Meter vor dem gegnerischen Tor mit dem Rücken zu Julio Cesar stehend ein Anspiel von Maicon annahm, mit einer schnellen Körpertäuschung Gegenspieler Jay DeMerit düpierte und trocken ins rechte untere Toreck zum Anschlusstreffer einschoss.

Fortan war Kaká bestrebt, das Heft in die Hand zu nehmen. Da die pfeilschnellen U.S.-Amerikaner jedoch stets auf Konter lauerten, hatte der Spielmacher des Titelverteidigers kaum Unterstützung, denn die Außenverteidiger Maicon und Andre Santos wagten sich nur allzu selten mit nach vorne. Daher wurde Brasilien vor allem bei Standardsituationen gefährlich: Nach 59 Minuten stieg Lucio bei einem Eckball höher als die gesamte U.S.-amerikanische Verteidigung, sein Kopfball konnte aber von Howard reaktionsschnell pariert werden, ehe Gilberto Silva den Ball im Nachsetzen in den Nachthimmel von Johannesburg schaufelte.

Howard geriet immer mehr unter Beschuss. Nur Momente später setzte Andre Santos eine präzise Flanke auf Kakás Stirn, der Kopfballaufsetzer des FIFA Weltfussballers des Jahres 2007 konnte von Howard aber auf spektakuläre Weise an die Unterkante der eigenen Latte gelenkt werden, von wo der Ball dann aus der Gefahrenzone sprang. Doch nicht nur Kaká setzte sich nun deutlich stärker in Szene, auch der bis dahin blass gebliebene Robinho ließ sich nun tiefer fallen und forderte die Bälle früh im Spielaufbau. Brasilien spielte nun Alles oder Nichts.

Es war Luis Fabiano, der nach 71 Minuten die große Chance zum Ausgleich hatte: Nach einem sehenswerten Steilpass von Maicon stand der Torjäger völlig alleine vor Howard, der U.S.-Keeper ließ dem Stürmer jedoch nicht den Hauch einer Chance und packte sich das Leder reflexartig. Drei Minuten später machte es Luis Fabiano jedoch besser: Kaká setzte zu einem seiner unwiderstehlichen Antritte in den gegnerischen Strafraum an, ließ zwei Gegenspieler stehen und gab flach nach innen, wo zunächst Robinho aus kurzer Distanz nur die Unterlatte traf und Luis Fabiano dann per Kopf abstauben konnte, um seinen fünften Treffer im fünften Turnierspiel zu markieren, der gleichzeitig den Ausgleich brachte.

Es kam, wie es kommen musste: Das stetige Drängen der Brasilianer zahlte sich aus. In der 84. Minute fiel die Entscheidung, als der eingewechselte Elano einen Eckball auf den langen Pfosten schlug und abermals Lucio am höchsten sprang, um per Kopf ins gegnerische Netz zu treffen. Damit hatte Brasilien nicht nur einen 0:2-Rückstand noch gedreht, sondern das Finale auch mit einer eindrucksvollen Moral für sich entschieden.

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