FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009

FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009

14 Juni - 28 Juni

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Ein Sieg für die Ewigkeit

 Lucio of Brazil kisses the trophy with team mate Maicon
© Getty Images

Das Turnier begann mit einer Eröffnungsfeier, die von Afrikas einzigartiger, ansteckender Kultur geprägt war. Es gab magische Momente, unvergessliche Tore und unglaubliche Überraschungen, während Rekordserien aufgestellt wurden und andere zu Ende gingen. Das packende, dramatische Finale, in dem Brasilien einen 0:2-Rückstand drehte, setzte einen würdigen Schlusspunkt.

Während Südafrika 2009 im Vorfeld lediglich als Appetitanreger für die WM-Endrunde im nächsten Jahr galt, hat der tolle Verlauf des Turniers dafür gesorgt, dass die Vorfreude ganz bestimmt bis 2010 reicht.

Brasilien erwies sich letztlich als würdiger Gewinner seines dritten Titels bei diesem Turnier. Die Brasilianer beherrschten die Gruppe B mit drei Siegen und zehn Toren. Im Halbfinale erzielte dann Daniel Alves erst kurz vor Schluss per Freistoß den entscheidenden Treffer, der Südafrika aus dem Turnier beförderte.

Dunga schafft Einmaliges

Der größte Respekt gebührt der Seleção indes für das Finale, das sie dank großer Moral und großer Fussballkunst noch gewinnen konnte. Als die Südamerikaner nach einer halben Stunde mit 0:2 zurück lagen, hatte es gar nicht gut ausgesehen. Vier Mal war Brasilien bis dahin unter Trainer Dunga mit zwei Toren in Rückstand geraten. Alle vier Partien gingen verloren.

Doch dieses Mal war die Halbzeitansprache des 45-jährigen Coaches offensichtlich erfolgreich. Unmittelbar nach der Pause verkürzte Luis Fabiano durch einen sehenswerten Treffer. In der 74. Minute sorgte O Fabuloso dann für den Ausgleich, bevor Lucio sechs Minuten vor Schluss zum Held der Partie wurde und dafür sorgte, dass Dunga nun der einzige Mensch ist, der den FIFA Konföderationen-Pokal als Spieler und als Trainer gewann.

"Es war sehr schwer, wie jedes Finale. Doch selbst als wir mit 0:2 hinten lagen, haben wir noch an unseren Sieg geglaubt", so Dunga. "Wir waren fest entschlossen. Um ein Spiel nach einem solchen Rückstand noch zu drehen, braucht man gestandene Männer. Ich bin sehr stolz auf meine Spieler."

Unsere Spieler haben hier in Südafrika ganz besondere Erfahrungen gesammelt. Die Erinnerung daran wird uns als Motivation dienen, im nächsten Jahr für die WM hierher zurückzukehren.

USA überrascht alle

Lucio, der die Gesamtwertung beim Castrol-Index gewann, und Luis Fabiano, der mit dem Goldenen Schuh von adidas ausgezeichnet wurde, trugen maßgeblich zum Erfolg Brasiliens bei. Ebenfalls überragend spielten Maicon, Robinho und Kaká, der zum Budweiser Man of the Match des Endspiels gewählt und mit dem Goldenen Ball von adidas ausgezeichnet wurde.

Für die USA war die Finalniederlage eine äußerst bittere Pille. Doch die Amerikaner können sehr viel Mut aus diesem Turnier schöpfen, in dem ihnen eine kaum noch für möglich gehaltene Rückkehr gelang. Vor Turnierbeginn hatten nur wenige Experten den Amerikanern das Erreichen des Halbfinales  zugetraut. Vor dem letzten Spiel in der Gruppe B tat es so gut wie niemand mehr. Die USA hatten mit 1:3 gegen Italien und mit 0:3 gegen Brasilien verloren, und es fehlte ihnen offensichtlich an Organisation und Inspiration.

Doch dann überraschten die Schützlinge von Trainer Bob Bradley alle Kritiker und setzten sich mit 3:0 gegen eine starke ägyptische Mannschaft durch, was so gerade noch für den Einzug in die Runde der letzten Vier reichte. Hier gelang ihnen dann der unvergessliche Sieg gegen Spanien, das zuvor 35 Spiele in Folge nicht verloren hatte. Clint Dempsey und Landon Donovan, die beide ein hervorragendes Turnier spielten, sorgten schließlich im Finale für die 2:0-Führung gegen Brasilien, bevor die Südamerikaner ihrerseits ein kleines Fussballwunder schafften.

Weltmeister Italien enttäuscht

"Wir empfinden große Enttäuschung, aber auch großen Stolz", meinte Bradley. "Unsere Spieler haben hier in Südafrika ganz besondere Erfahrungen gesammelt. Die Erinnerung daran wird uns als Motivation dienen, im nächsten Jahr für die WM hierher zurückzukehren."

Der Gewinn der Bronzemedaille durch einen 3:2-Sieg gegen Gastgeber Südafrika war sicher weniger, als Spanien erwartet hatte, doch auch der Europameister hatte seine glanzvollen Momente. Xavi, David Villa und Fernando Torres sorgten für einige Höhepunkte der Gruppenphase. Mit ihren drei Siegen bauten die Spanier ihre Erfolgsserie auf 15 Siege in Folge auf - ein neuer Rekord im internationalen Fussball. 35 Partien ohne Niederlage bedeuteten außerdem die Einstellung des Rekords von Brasilien aus den Jahren 1993 bis 1996.

Für Italien hingegen gab es nur im ersten Spiel Grund zum Jubeln. Beim 3:1-Sieg nach Rückstand gegen die USA erzielte Joker Giuseppe Rossi gleich zwei Tore. Doch ab dann ging es für die Schützlinge von Marcello Lippi steil bergab: Es folgten eine 0:1-Niederlage gegen Ägypten und eine schwere 0:3-Schlappe gegen Brasilien. Die Niederlage gegen Ägypten war die erste der Italiener gegen eine afrikanische Mannschaft. Die Nordafrikaner ihrerseits hatten im Auftaktspiel nur knapp mit 3:4 gegen Brasilien verloren, wobei Mohamed Aboutrika und Mohamed Zidan besonders glänzten.

Ein Meister und viele Gewinner

Auch Neuseeland konnte trotz des frühen Ausscheidens einen Erfolg verbuchen: Beim torlosen Unentschieden gegen Irak holten die Neuseeländer in ihrem zwölften Spiel ihren ersten Punkt bei einem FIFA-Turnier für A-Nationalmannschaften. Der Asienmeister wiederum kam zu einem respektablen Unentschieden gegen Gastgeber Südafrika und verlor nur knapp mit 0:1 gegen Spanien, immerhin das führende Team in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste.

Und auch Südafrika hatte Grund zum Jubeln. Das Land bewies endgültig seine Fähigkeit, ein großes internationales Turnier auszurichten, und die Nationalmannschaft zeigte, dass sie mit den Großen der Branche mithalten kann. Mit großartigen Leistungen von Teko Modise, Steven Pienaar und Bernard Parker zog die Bafana Bafana ins Halbfinale ein und hielt lange gegen den späteren Titelträger mit. Im überaus packenden Spiel um Platz drei unterlagen die Gastgeber erst in der Verlängerung mit 2:3.

Es kann immer nur einen Meister geben, doch bei diesem FIFA Konföderationen-Pokal gab es viele Gewinner. Dazu gehörten in jedem Fall auch Südafrika und die Zuschauer, die hier ein wundervolles "Festival der Champions" erlebten.

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K.-o.-Runde

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