FIFA Konföderationen-Pokal Brasilien 2013

FIFA Konföderationen-Pokal Brasilien 2013

15 Juni - 30 Juni

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Glanz und Gloria für den Gastgeber

Neymar of Brazil and his team-mates celebrate with the trophy
© Getty Images

Brasilien stellte mit dem dritten Gewinn des FIFA Konföderationen-Pokals in Folge einen neuen Rekord auf und fügte mit dem 3:0-Sieg im Finale im Maracanã-Stadion dem amtierenden Welt- und Europameister Spanien die höchste Pflichtspielniederlage seit 18 Jahren zu.

Der größte Star des Turniers war Neymar, der in jedem der fünf Spiele der Seleção einen Geniestreich zeigte und damit maßgeblich zum Titelgewinn beitrug. Der 21-Jährige, der kurz vor Turnierbeginn beim FC Barcelona unterschrieben hatte, trat als Gewinner des Goldenen Balls von adidas in die Fußstapfen von Adriano (2005) und Kakà (2009). Neymar erzielte im Finale ein Traumtor, als er den Ball mit seinem schwächeren linken Fuß aus spitzem Winkel in die Maschen beförderte. Zuvor hatte Fred das Team des Gastgebers in Führung gebracht und sorgte mit seinem Treffer in der zweiten Halbzeit für den 3:0-Endstand.

Das Spiel um Platz drei war zuvor erst nach Verlängerung und Elfmeterschießen entschieden worden. Italien hatte letztlich gegen Uruguay das bessere Ende für sich. Denkwürdig waren zwei tolle Freistöße von Alessandro Diamanti und Edinson Cavani. Für die Italiener war es das zweite Spiel über 120 Minuten innerhalb von nur 69 Stunden. Doch sie kämpften bis zum Umfallen und hatten schließlich im Elfmeterschießen die besseren Nerven. Gianluigi Buffon hielt die drei Schüsse von Diego Forlan, Martin Caceres und Walter Gargano. Zuvor hatten die Italiener von sechs Elfmeterschießen bei FIFA-Turnieren nur eines gewonnen.

Und so gingen vor allem die brasilianischen und die italienischen Fans nach dem letzten Spieltag zufrieden nach Hause, voller Vorfreude auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ im kommenden Jahr. Das Festival der Meister erwies sich als wahres Festival des Fussballs.

O sonho começa agora: Der Traum beginnt jetzt*
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Der FIFA Konföderationen-Pokal Brasilien 2013 hatte mit einer farbenprächtigen Eröffnungsfeier begonnen, in der Brasilien als Schmelztiegel verschiedener Kulturen gefeiert wurde. Besonders warmherzig fiel die Begrüßung für Tahiti aus. Jeder Vorstoß der Außenseiter aus Ozeanien wurde frenetisch bejubelt. Und als sie gleich in ihrem Auftaktspiel gegen Nigeria ein Tor erzielten, explodierte die Stimmung im Estadio Mineirao in Belo Horizonte förmlich. Marama Vahirua brachte eine Ecke von links herein, Jonathan Tehau stahl sich von seinem Bewacher Efe Ambrose weg, stieg dann am zweiten Pfosten hoch und bezwang Nigerias Torhüter Vincent Enyeama per Kopfball. Das Team feierte den Treffer mit einigen angedeuteten Paddelschlägen. Dies war nur einer der vielen unvergesslichen Momente der Gruppenphase, in der die Zuschauer in aller Welt eine ganze Reihe wunderschöner Tore sah.

Neymar hatte bereits in der dritten Minute des Eröffnungsspiels gegen Japan den ersten Turniertreffer erzielt: sein mit rechts getretener Halbvolley schlug unhaltbar für Torhüter Eiji Kawashima genau im Winkel ein. Tags darauf feierte Andrea Pirlo sein 100. Länderspiel mit einem spektakulären Freistoßtor gegen Mexiko. Einen ähnlich sehenswerten Treffer erzielte Neymar im abschließenden Gruppenspiel zwischen Brasilien und Italien. Auch der Uruguayer Diego Forlan feierte seinen Eintritt in den Hunderterklub mit einem Traumtor, das die leidenschaftlichen Zuschauer in Brasilien begeisterte. Doch nicht nur solche Tore sorgten für unvergessliche Momente. So blieb auch die Nationalhymne Brasiliens vor der Partie in Fortaleza im Gedächtnis. Die 50.791 Fans sangen die Hymne a cappella. Schiedsrichter Howard Webb bezeichnete dies später als das Unglaublichste, das er je in einem Fussballstadion gehört habe.

Der FIFA Konföderationen-Pokal 2013 fand in einer Zeit breiter Massenproteste im ganzen Land statt, doch der Fussball brachte die Menschen in den Stadien zusammen. Das Turnier sorgte für reichlich Gesprächsstoff, insbesondere wegen der unglaublich vielen Tore. Da war beispielsweise das fantastische Spiel zwischen Italien und Japan, das hin und her wogte, bevor sich die Europäer am Ende mit 4:3 durchsetzten. Dann war da der 10:0-Sieg Spaniens gegen Tahiti (bei diesem Rekordspiel erzielte Fernando Torres vier der fünf Treffer, die ihm den Goldenen Ball von adidas einbrachten), und dann war da auch noch der 4:2-Sieg Brasiliens gegen Italien, der den Gastgebern weiteren Schwung auf dem Weg zum Triumph brachte.

Weltmeister unter sich im Halbfinale
Dass in der Halbfinalrunde nur noch Nationen vertreten waren, die bereits den Gewinn des Weltmeistertitels feiern konnten, ist bei einem Turnier mit dem Beinamen Festival der Meister mehr als passend. Dabei kam es zu einem rein südamerikanischen und einem rein europäischen Duell. Brasilien musste gegen den alten Rivalen Uruguay antreten, während Spanien in einer Neuauflage des EM-Endspiels von 2012 auf Italien traf. Brasilien hatte seit mehr als 20 Jahren nicht mehr zu Hause gegen Uruguay verloren. Fred und Paulinho bauten diese Serie weiter aus und schossen die Brasilianer ins Endspiel. Zwischen Spanien und Italien entwickelte sich eine enorm enge Partie, die erst in einem langen Elfmeterschießen entschieden wurde. 12 Elfmeter in Folge fanden den Weg ins Netz, was einen neuen Rekord für ein FIFA-Turnier darstellt. Der dreizehnte Elfmeter brachte dann die Entscheidung: Leonardo Bonucci verfehlte das Tor, so dass Jesus Navas die Spanier ins Finale im Maracanã-Stadion schießen konnte.

Das Turnier endete mit einem unvergesslichen Tag für Brasilien. Die Vorzeichen standen gut für die Brasilianer, die in Rio de Janeiro seit mehr als 60 Jahren ungeschlagen waren. Die letzte Niederlage hatte es allerdings ausgerechnet im entscheidenden Spiel der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1950 gegen Uruguay gegeben. Doch dieses Mal lief alles perfekt für die Gastgeber. Luiz Felipe Scolaris Schützlinge feierten einen klaren Sieg gegen die Spanier, der für das nächste Jahr zuversichtlich stimmt. Bis dahin kann der brasilianische Coach noch weiter an seiner Mannschaft feilen, die sich durch Flair, Charakter und Torgefährlichkeit auszeichnet. Allerdings hat noch nie ein Gewinner des FIFA Konföderationen-Pokals im Jahr darauf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ gewonnen. Geht diese Serie nun 2014 in Brasilien zu Ende?

TeilnehmerBrasilien, Italien, Japan, Mexiko, Nigeria, Spanien, Tahiti, Uruguay

Abschlusstabelle1. Brasilien
2. Spanien
3. Italien
4. Uruguay

Spielorte und StadienRio De Janeiro (Estadio do Maracanã), Brasilia (Estadio Nacional), Fortaleza (Estadio Castelao), Belo Horizonte (Estadio Mineirão), Salvador (Arena Fonte Nova), Recife (Arena Pernambuco)

Tore (gesamt)68 (Durchschnitt 4,25 pro Spiel)

TorjägerFernando Torres (ESP) und Fred (BRA) – je 5 Tore

Auszeichnungen
Goldener Ball von adidas: Neymar (BRA)
Goldener Schuh von adidas: Fernando Torres (ESP)*
Goldener Handschuh von adidas: Julio Cesar (BRA)
*basierend auf Torvorlagen und Einsatzminuten

Fakten im Überblick•           Mannschaften: 8
•           Wann: 15. Juni 2013 bis 30. Juni 2013
•           Finale: 30. Juni 2013
•           Spiele: 16
•           Tore: 68 (Durchschnitt 4,25 pro Spiel)
•           Zuschauer: 804.659 (Durchschnitt 50.291)

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K.-o.-Runde

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FIFA KONFÖDERATIONEN-POKAL