FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2008

11 Dezember - 21 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2008

Zweites "Wunder von Tokio" blieb aus

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Wunder geschehen selten zwei Mal hintereinander. Nach der Aufholjagd im Viertelfinale gegen Al Ahly erwischte das mexikanische Team aus Pachuca im ersten Halbfinale, in dem es am 17. Dezember in Tokio auf Liga de Quito Quito aus Ecuador traf, erneut einen katastrophalen Start. Und auch dieses Mal klammerte man sich an die vage Hoffnung, die Partie am Ende doch noch für sich entscheiden zu können. "Schlechter hätte dieses Spiel für uns nicht beginnen können: Kaum dass wir auf dem Platz waren, lagen wir schon zurück", machte der Argentinier Damian Alvarez, der seine Mannschaft in der Verlängerung der Viertelfinalpartie erstmals in Führung geschossen hatte, seiner Enttäuschung Luft.

Im Gegensatz zu den Ägyptern, die ihrem Gegner nach der komfortablen Führung zu viele Räume überließen und so Pachuca unfreiwillig wieder ins Spiel brachten, blieben die Ecuadorianer jedoch auch nach ihren Toren konzentriert. "In der zweiten Hälfte haben wir dann so gespielt, wie wir es eigentlich gewohnt sind, und in der Schlussphase haben wir uns auch einige gute Torchancen erarbeitet. Wir waren also nahe dran. Doch die ecuadorianische Abwehr stand sehr kompakt, und uns fehlte es letztlich an der erforderlichen Geduld, um unsere Aktionen erfolgreich zu Ende zu bringen", so Miguel Calero, kolumbianischer Torhüter im Team der Tuzos.

"Quito hat verdient gewonnen. Sie waren die bessere Mannschaft, die insgesamt entschlossener spielte und es verstand, ihre Möglichkeiten in Zählbares umzumünzen. Unsere Bemühungen blieben trotz der Tatsache, dass wir die größeren Spielanteile hatten, am Ende erfolglos. Schuld daran war unsere mangelnde Chancenverwertung", lautete die nüchterne Einschätzung von Pachuca-Coach Enrique Meza unmittelbar nach der Partie.

Das Bemerkenswerte an dieser Niederlage ist, dass auf Seiten der Mexikaner niemand nach irgendwelchen fadenscheinigen Entschuldigungen suchte. Im Gegenteil: Meza räumte mit in dieser Deutlichkeit selten klaren Worten die eigenen Fehler ein. "Ich glaube nicht, dass diese Niederlage im direkten Zusammenhang mit unserem Spielsystem oder mit mentalen Ermüdungserscheinungen meiner Spieler steht. Wir haben Fehler gemacht, ganz klar, und das ist letztlich auch der Grund für unsere Niederlage."

"Wir waren einfach nicht clever genug, um die Kugel im Netz unterzubringen. Der Rasen war durch den Regen schwer bespielbar geworden. Dadurch wurde der Ball um einiges schneller, worunter die Präzision unseres Spiels litt. Wir hatten über weite Strecken mehr vom Spiel, weil wir deutlich mehr Ballkontakte hatten. Was uns fehlte, war die letzte Konsequenz im Abschluss", ärgerte sich auch Julio Manzur aus Paraguay.

"Ich bin überzeugt, dass wir dieses Mal nicht die gleiche mentale Stärke aufbringen konnten wie zuvor gegen Al Ahly. Außerdem ist Quito auch eine andere Mannschaft, die über eine solide Abwehr verfügt und bis zum Schluss hellwach blieb", so Alvarez weiter.

Enttäuschung trotz Verbesserung
Bruno Marioni, ein weiterer Argentinier in Diensten von Pachuca, konnte und wollte seinen Unmut ob der Niederlage nicht verbergen. Schließlich war er nach Japan gekommen, um zu gewinnen. An etwas anderes hatte er gar nicht gedacht. "Im vergangenen Jahr haben wir gleich das erste Spiel verloren, dieses Mal sind wir dagegen bis ins Halbfinale vorgestoßen. Eine Enttäuschung bleibt es dennoch. Wir wollten hier ins Finale kommen, aber es ist nicht so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt hatten", so Marioni sichtlich frustriert.

Andererseits machten die Spieler von Pachuca sämtlich den Eindruck, dass sie sich jetzt so schnell wie möglich auf das bevorstehende Spiel um Platz drei konzentrieren wollen und in dieser Partie keinesfalls nur ein "Trostpflaster" sehen: "Wir werden das Spiel um den dritten Platz mit vollem Engagement angehen. Und wir werden alles tun, damit die Spieler noch über genügend Kraftreserven verfügen können. Noch bleiben ein paar Tage, um die Dinge wieder zurechtzurücken", so Trainer Meza.

"Die Enttäuschung wird rasch wieder verfliegen. Wir müssen uns jetzt regenerieren und versuchen, in der letzten Partie wieder den gleichen Kampfgeist an den Tag zu legen wie im Viertelfinale. Für uns ist dieses Spiel schon deshalb wichtig, weil wir uns erhobenen Hauptes aus dem Turnier verabschieden wollen", so die Meinung von Manzur. "Natürlich zählt für uns auch das Spiel um Platz drei. Wir werden alles daran setzen, uns noch den Platz auf dem Podium zu erkämpfen. Die verbleibenden drei Tage werden wir nutzen, um unsere Fehler abzustellen und uns optimal auf die abschließende Begegnung vorzubereiten", stimmte ihm Paul Aguilar bei.

Und auch für Alvarez, der mit seiner Enttäuschung nicht hinter dem Berg hielt, ist ein möglicher dritter Platz keineswegs nur von minderem Wert: "Sicher, die Motivation ist vielleicht nicht die gleiche. Doch wir sind Profis genug, um diese Niederlage schnell abzuhaken und das letzte Spiel hier gewinnen zu können. Schließlich wollen wir dieses Turnier auf würdige Weise beenden."

Calero beschwor seine Mannschaft, im Spiel um den dritten Platz den gleichen Kampfgeist zu demonstrieren wie in der Partie gegen Al Ahly: "Wir müssen diese Partie mit der gleichen Dynamik angehen und versuchen, nie den Spielfluss zu verlieren. Jetzt gilt es, sich voll und ganz auf das Spiel am kommenden Sonntag zu konzentrieren."

Abschließend ließ es sich der kolumbianische Keeper nicht nehmen, noch einmal die bislang gute Leistung der Tuzos im Verlauf dieses Turniers hervorzuheben: "Wir haben dieses Mal eindeutig besser gespielt als bei der Turnierauflage 2007. Wir haben hier einen qualitativ guten Fussball gezeigt und, so meine ich, einen positiven Eindruck hinterlassen." Ein Eindruck, der am Sonntag mit einem Platz auf dem Podium noch abgerundet werden könnte.

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