FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2013

11 Dezember - 21 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2013

Zufriedenheit trotz Niederlage bei Raja

© Getty Images

Die Latte lag zu hoch. Den FC Bayern München zu schlagen, der Spiele so oft verliert wie den Ball - also so gut wie nie - erwies sich als eine zu schwierige Aufgabe für die Mannschaft, die sich durch den Gewinn der nationalen Meisterschaft für die FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2013 qualifiziert hatte und nicht, wie alle anderen Teilnehmer, über den Titel in der jeweiligen kontinentalen Königsklasse.

So gesehen war das Erreichen des Endspiels in diesem Wettbewerb für sich genommen bereits ein großer Erfolg. Gegen souveräne, wenn auch nicht notwendigerweise brillante Bayern verloren die Marokkaner schließlich mit 0:2. Anschließend waren sie fair genug einzugestehen, dass der Gegner schlicht besser war. Zugleich blieb Raja Casablanca aber auch die Erkenntnis, in Marokko Fussballgeschichte geschrieben zu haben. Besser noch – in einem von sportlichen Erfolgsnachrichten nicht eben verwöhnten Land zauberte der Gastgeber vielen ein Lächeln ins Gesicht. "Die vielen Freudenszenen machen uns bewusst, dass wir den Marokkanern mit unserem Abschneiden hier wenigstens ein bisschen Freude bereitet haben", urteilte etwa Mouhssine Iajour, der Gewinner des Bronzenen Balls von adidas am Mikrofon von FIFA.com. "Nach den letzten Ergebnissen in den großen Wettbewerben hatten die Leute das vielleicht einfach mal wieder nötig."

In der Tat waren die letzten vier FIFA WM-Qualifikationen – Brasilien 2014 eingeschlossen – für Marokko eine einzige Enttäuschung. Und auch beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal lief es kaum besser. Vier Mal kam das Aus zuletzt bereits in der ersten Runde, ein Mal war man gar nicht erst dabei. Fussballfans in Marokko haben es im Moment wirklich nicht leicht. "Deshalb haben ja auch alle so hinter unserer Mannschaft gestanden", ist sich Mittelfeldspieler Chemseddine Chtibi bewusst. "Weil sie die marokkanische Fahne hoch gehalten und die Fans stolz gemacht hat. Wollen wir also hoffen, dass das nicht das Ende eines Weges war, sondern vielmehr der Anfang."

Trotz der enthusiastischen Unterstützung von fast 40.000 Zuschauern im Stadion dauerte es nur sieben Minuten, bis den Spielern von Faouzi Benzarti erstmals ihre Grenzen aufgezeigt wurden. Da nämlich traf Dante zum 1:0 für die Europäer, die nunmehr fünf Titel in 2013 gewonnen haben. Dennoch gab es nach dem Schlusspfiff keine enttäuschten Gesichter. Stattdessen bestimmten Lächeln und Umarmungen das Bild. Der historische zweite Platz und die zu seinem Erreichen vollbrachten Leistungen wurden gefeiert. "Wir waren nicht der Favorit, aber wir haben nie aufgegeben – allen Widrigkeiten zum Trotz", erklärte der Kongolese Deo Kanda, der gegen die Bayern auf der Bank geblieben war, gegen Auckland City FC und CF Monterrey aber als Joker maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte. "Wenn ich sehe, wie glücklich wir die Leute gemacht haben, fühle ich mich fast als Marokkaner", fügte er hinzu.

Hoffnung auf eine Rückkehr auf die WM-Bühne
Aber wer ist schon glücklich, wenn er verliert? Trainer Benzarti jedenfalls ist es nicht. Doch angesichts der Leistung seiner Schützlinge und der Qualität der Gegner kommt dem Tunesier, der die Mannschaft erst kurz vor dem Turnier übernommen hatte, leicht ein Lob über die Lippen. "Ein 0:2 gegen diese Bayern ist ein achtbares Ergebnis, auch wenn wir natürlich lieber Weltmeister geworden wären", so der Trainer. "Aber mit diesem Ergebnis ist Raja Casablanca jetzt ein Vorbild für alle afrikanischen und arabischen Mannschaften. Trotzdem dürfen wir unsere Bodenhaftung nicht verlieren. Nächstes Jahr findet das Turnier wieder in Marokko statt. Da heißt es Meister werden, denn das ist ein herausragender Wettbewerb!"

Aktuell dümpelt Raja Casablanca allerdings mit acht Punkten Rückstand auf Tabellenführer MA Tétouan auf Platz neun der Liga herum. Zwar ist dies zum Teil zwei wegen der FIFA Klub-Weltmeisterschaft verschobenen Partien geschuldet, aber es liegt eben auch am verpatzten Saisonstart mit drei Niederlagen und einem Unentschieden, der Ex-Trainer Mhamed Fakhir den Job kostete. "Ich bin jetzt vor allem als Psychologe gefordert. Die Spieler haben in diesem Turnier gezeigt, was sie drauf haben. Das müssen sie nun auch in der Meisterschaft tun!", verlangt Benzarti.

Bei den Angesprochenen ist diese Botschaft schon angekommen. Mittelfeldmann Chtibi etwa verließ das Stadion in Marrakesch mit glänzenden Augen und Gedanken an mehr. "Wenn man mal so am Erfolg geschnuppert hat wie wir, will man das unbedingt wieder", versichert der erste Torschütze beim 2:1 gegen Monterrey. "Und alle anderen marokkanischen Klubs werden es auch wollen, nachdem sie unsere Spiele gesehen haben. Dadurch wird die Meisterschaft bestimmt noch spannender – auch wenn ich hoffe, dass wir am Ende den Titel verteidigen können."

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