FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2016

8 Dezember - 18 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2016

Viel Lob für Japan vor dem Turnierabschluss

© Getty Images

FIFA-Präsident Gianni Infantino lobte bei einer Pressekonferenz im Vorfeld des Endspiels der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japans Leidenschaft für den Fussball. Für das Finale am Sonntag gingen rund 68.000 Tickets an Fans, Medienvertreter und Sponsoren. Damit liegt die Zuschauerzahl beim diesjährigen Endspiel zwischen Real Madrid und den Kashima Antlers so hoch wie kaum je zuvor in Japan.

Auch sportlich ist dieses Turnier für Gastgeber Japan denkwürdig, denn mit dem J.League-Meister Kashima Antlers hat erstmals ein asiatisches Team das Finale erreicht. So kommt es nun im International Stadium Yokohama zu dem mit Spannung erwarteten Duell gegen Real Madrid, den Gewinner der UEFA Champions League.

Zudem wurde 2016 in Japan mit dem Einsatz von Video-Schiedsrichterassistenten ein wichtiges neues Kapitel in der Fussballgeschichte aufgeschlagen. Es war das erste Mal, dass diese Technologie zur Unterstützung der Schiedsrichter in spielentscheidenden Situation im Rahmen eines Experiments bei einem FIFA-Turnier zum Einsatz kam. Die Video-Schiedsrichterassistenten unterstützten Schiedsrichter Viktor Kassai bei der Vergabe eines Elfmeters für die Kashima Antlers in der ersten Halbzeit des Halbfinalspiels gegen Atlético Nacional Medellín aus Kolumbien. Der Video-Schiedsrichterassistent Danny Makkelie hatte den Offiziellen auf dem Feld über ein von ihm nicht gesehenes Vergehen informiert.

*Gianni Infantino, FIFA-Präsident:
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"Ich möchte dem japanischen Fussballverband JFA für die Organisation dieses fantastischen Turniers danken, ebenso wie auch allen Japanern, deren Liebe zum Fussball mich immer wieder aufs Neue inspiriert. Und diese Inspiration ist nicht auf mich beschränkt sondern betrifft jeden, der sich mit dem Fussball beschäftigt und möchte, dass sich dieser Sport weiter entwickelt. Wir haben in Japan in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung beobachtet. Jetzt ist diese Entwicklung an dem Punkt angelangt, an dem wir erstmals ein japanisches Team im Finale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft sehen. Das ist eine große Leistung und das ist Fussball. Darum geht es, und genau das ist so inspirierend.

Atlético Nacional reiste unmittelbar nach der schrecklichen Tragödie von Chapecoense, die uns alle tief getroffen hat, nach Japan. Eigentlich hätte Atlético Nacional das Finale der Copa Sudamericana gegen Chapecoense bestreiten sollen, doch zu diesem Spiel kam es wegen der Flugzeugkatastrophe nicht mehr. Die Reaktion der Fans von Atlético Nacional hat die Herzen aller Liebhaber des Fussballs rund um die Welt berührt. Ich möchte die Dankbarkeit der FIFA gegenüber Atlético Nacional ausdrücken, das unsere Herzen und Gefühle rund um diese Tragödie berührt hat."

*Kohzo Tashima, JFA-Präsident:
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"Der Finaleinzug der Kashima Antlers bedeutet einen Riesenschritt für den japanischen Fussball. Die Ausrichtung dieses Turniers hat maßgeblich zur Entwicklung des Fussballs in Japan beigetragen. Ich habe das Gefühl, dass sich die Kluft zwischen den Kontinenten immer weiter schließt und andere Konföderationen stärker werden. Nun ist Kashima der Einzug ins Finale gelungen. Die japanische Fussballgemeinschaft schätzt dieses Turnier sehr. Die JFA unterstützt die erfolgreiche Weiterentwicklung der FIFA Klub-Weltmeisterschaft und ich freue mich jedes Mal sehr auf die Rückkehr dieses Turniers nach Japan. Die aktuelle Turnierauflage ist gleich in zweierlei Hinsicht historisch, zum Einen durch den Finaleinzug der Kashima Antlers und zum Anderen durch den erstmaligen Einsatz von VSA bei einem FIFA-Turnier."

Zum erstmaligen Einsatz von VSA bei einem offiziellen FIFA-Turnier:
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Gianni Infantino, FIFA-Präsident:
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"Die Verbände und insbesondere die FIFA wurden in den vergangenen Jahren häufig kritisiert, weil keine Video-Schiedsrichterassistenten eingesetzt wurden. Nun haben wir endlich entschieden, statt Worten Taten sprechen zu lassen und auszuprobieren, wie gut es funktioniert. Ich war selbst zunächst skeptisch, doch wenn man etwas nicht konkret ausprobiert, wie soll man dann erfahren, ob es funktioniert oder nicht?

Der entsprechende Grundsatzbeschluss wurde im März auf der IFAB-Versammlung gefasst. Seitdem gab es zahlreiche weitere Beschlüsse und Entscheidungen zur Umsetzung und Nutzung dieser Technologie sowie Experimente und Tests, einige davon auch bei Freundschaftsspielen. Doch letztlich kann nichts einen Test unter realen Bedingungen bei einem offiziellen Turnier ersetzen. Daher hatten wir beschlossen, diese Tests nun hier bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft in Japan durchzuführen. Mit dem erstmaligen Einsatz von VSA haben wir Geschichte geschrieben. Um so weit zu kommen, haben wir viel Arbeit investiert. Allerdings stellt es eine große Herausforderung dar, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Es gibt sicher auch Kritik, aber genau deswegen führen wir das Experiment ja durch, um herauszufinden, was noch verbessert werden kann. Wir sind überzeugt, dass VSA bei minimaler Beeinträchtigung für maximalen Nutzen sorgen kann. Das ist für den Spielfluss entscheidend. Wir sind sehr optimistisch.

Das IFAB wird eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der VSA treffen. Noch ist es verfrüht, über eine uneingeschränkte Umsetzung zu sprechen. Mit heutigem Stand gibt es Wettbewerbe in zwölf Ländern, die an den Tests und Experimenten teilnehmen möchten, was wir sehr begrüßen. Dadurch werden wir Ende des kommenden Jahres bereits einen guten Überblick darüber haben, was eine Umsetzung in vielen Ländern bedeuten würde. Wenn das IFAB im März 2018 beschließt, den Einsatz von VSA fortzusetzen, wird die FIFA diese Technologie bei ihren Turnieren ganz sicher nutzen. Es bliebe allerdings den einzelnen Verbänden überlassen, über den Einsatz des VSA-Systems bei ihren Wettbewerben zu entscheiden. Das wäre ihre Entscheidung. Eine der wichtigsten Anforderungen besteht darin, dass der Spielfluss nicht beeinträchtigt wird. Denn der Spielfluss ist eines der höchsten Güter beim Fussball. Wir dürfen eine Unterbrechung des Spielflusses nicht zulassen."

Marco van Basten, *Leitender Beauftragter der FIFA für Technische Entwicklung:
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"Es wird sicher jeder Verständnis dafür haben, dass man bei der Einführung einer solchen Neuerung am Anfang möglicherweise ein bisschen mehr Zeit benötigt. Wenn uns diese zehn bis fünfzehn Sekunden das Gefühl geben, dass die richtige Entscheidung getroffen wurde, sollten wir damit bestimmt alle zufrieden sein. Ich bin überzeugt, dass in ein paar Monaten oder Jahren klar wird, dass das Zustandekommen von Entscheidungen durch die Schiedsrichter auf diese Weise verbessert wird. Es ist nur eine Frage der Zeit. Am Ende werden alle sehr zufrieden sein."

*Massimo Busacca, Leiter der Abteilung Schiedsrichterwesen der FIFA
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"Der schwierigste Aspekt ist die Entscheidung des Schiedsrichters, wann eine Video-Überprüfung erfolgen soll. Es wird allerdings stets ein Mensch sein, der die Entscheidung trifft und mögliche Fehlentscheidungen korrigiert, niemals die Technologie. Es bleibt noch viel zu tun. Wir benötigen mehr Kommunikation. Jede Innovation braucht zudem ihre Zeit. Doch heute ist wichtig, dass wir angefangen haben und dass erste Ergebnisse vorliegen. Einige sagen sie sind gut, andere sagen sie müssen verbessert werden, und genau auf diese Weise muss es mit VSA weitergehen. Wir versuchen nicht, jede einzelne Entscheidung zu überprüfen, sondern werden die Technologie nur in kritischen Situationen anwenden. Nur wenn es eine klare Fehlentscheidung gibt, wird die Technologie genutzt."

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