FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2013

11 Dezember - 21 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2013

Kanda profitiert von seiner Erfahrung

© AFP

Es gibt zahlreiche Parallelen zwischen der FIFA Klub-Weltmeisterschaft VAE 2010 und der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2013. Damals wie heute präsentierte sich ein europäischer Vertreter mit bereits vier Titeln im Finale – Inter Mailand 2010, der FC Bayern München 2013 – und damals wie heute musste der Vertreter der CONMEBOL bereits im Halbfinale die Segel streichen. Das gab es in der Geschichte des Wettbewerbs nur diese beiden Male. Doch damit nicht genug: 2010 und 2013 kam die unterlegene Mannschaft jeweils aus Brasilien (Internacional Porto Alegre bzw. Atlético Mineiro) und die siegreiche aus Afrika (Tout-Puissant Mazembe bzw. Raja Casablanca).

Und es geht noch weiter, denn beide afrikanischen Renommierklubs haben ein Bindeglied, nämlich den Kongolesen Deo Kanda. Der spielte 2010 in Abu Dhabi noch für die Raben von Mazembe, während er 2013 in Agadir und Marrakesch für die Grünen Adler von Casablanca auf Torejagd geht. "Stimmt, ich könnte zum Glücksbringer werden", sagt Kanda am Mikrofon von FIFA.com und grinst breit, nachdem er soeben Ronaldinho und Co. aus dem Wettbewerb gekegelt hat. "Vor dem Spiel habe ich noch mit meinen Mannschaftskameraden gesprochen, um ihnen meine Erfahrungen mit Internacional weiterzugeben. Ich habe ihnen gesagt, dass wir eine Chance haben, es zu schaffen, und dass wir Geschichte schreiben könnten. Am Ende war es zwar nicht einfach, aber umso größer ist jetzt die Freude."

TP Mazembe hatte es vor drei Jahren vorgemacht und war als erste nicht europäische und südamerikanische Mannschaft ins Endspiel eingezogen. Dass Raja nun das gleiche Kunststück gelang, liegt auch an Deo Kanda. Der Stürmer ist in der Kabine eine Stimmungskanone und auf dem Platz nicht zuletzt wegen seiner 2009 und 2010 gesammelten Erfahrungen bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft so wichtig. "Diese beiden Erfahrungen haben mich sehr voran gebracht", sagt der 24-Jährige, der bereits seine sechste Profisaison spielt. Vier Jahre war der Kongolese dabei in seiner Heimat für Tout-Puissant Mazembe am Ball. "Von dieser Erfahrung will ich nun profitieren und möglichst viel an meine Mannschaft weitergeben."

Effektiver Joker
Dazu bleibt Kanda im Moment aber nur die mehr oder minder kurze Zeit als Einwechselspieler. Zu Beginn der drei Partien in Marokko 2013 saß er nämlich jeweils auf der Bank. Aber als Joker bereitete er immerhin den Siegtreffer von Abdelilah Hafidi gegen Auckland City FC vor. "Auf der Bank zu sitzen ist echt schwer", räumt Kanda ein, zeigt aber zugleich Verständnis für die Situation: "Der Trainer hat schwierige Entscheidungen zu treffen, weil wir viele gute Spieler haben. Also akzeptiere ich meine Rolle. Aber ich bin immer bereit, auch wenn ich nur ein paar Minuten spiele. Wenn ich dann auf dem Platz stehe, versuche ich nach Möglichkeit immer, den Ausschlag zu geben."

Das hat Kanda schon bewiesen, als er beim Stand von 1:1 in der 76. Minute gegen Atlético Mineiro eingewechselt wurde. Eine Viertelstunde später feierten die Marokkaner einen 3:1-Erfolg, den sie vor allem den pfeilschnellen Kontern über Deo Kanda, Mouhssine Iajour und Mohsine Moutaouali zu verdanken hatten. "Taktisch hatte uns der Trainer darauf vorbereitet, dass Atlético Mineiro versuchen würde, uns in der Zentrale unter Druck zu setzen", erzählt der 1,71 Meter kleine Flügelflitzer (20 Länderspiele, vier Tore für die DR Kongo). "Also haben wir in der Mitte dicht gemacht, auch wenn es nicht immer einfach war, so konsequent zu verteidigen. Aber wir haben nicht locker gelassen und unsere eigenen Angriffe dann möglichst über außen vorgetragen. In der Mitte war Atlético uns einfach körperlich und von der Größe her überlegen. Und so haben wir sie dann geknackt!"

Dieses Drehbuch könnte sich gegen den haushohen Favoriten FC Bayern München durchaus wiederholen. Sicher ist zumindest, dass auf die Abwehr von Casablanca wieder viel Arbeit zukommt. "Wahrscheinlich läuft es auf die gleiche Taktik hinaus, wobei wir wissen, dass es sehr schwierig wird", sagt Kanda, der inzwischen auf sechs Begegnungen bei drei FIFA Klub-Weltmeisterschaften kommt. "Aber wir wollen unser Bestes geben, denn schließlich ist es unsere Pflicht, unseren besten Fussball zu bieten. 2010 haben wir mit Mazembe im Finale keine Chance gehabt. Ich hoffe, dass ich dieses Mal nach dem Schlusspfiff Grund zum Lachen habe."

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