Klub-Weltmeisterschaft VAE 2010 FCWC

Klub-Weltmeisterschaft VAE 2010 FCWC

8 Dezember - 18 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2010

Seongnam will aus der Niederlage lernen

Kim Sung Hwan and Choi Sung Kuk of Seongnam Ilhwa Chnma look dejected
© Getty Images

'Aus Erfahrung wird man klug', lautet ein bekanntes Sprichwort, das am gestrigen Abend in Abu Dhabi genau auf Seongnam Ilhwa Chunma zugeschnitten schien. Die Erfahrung war eine von der bitteren Sorte: man hatte die Halbfinalpartie der FIFA Klub-Weltmeisterschaft gegen Inter Mailand mit 0:3 klar verloren – und das, obwohl sich die Mannschaft aus Fernost eigentlich realistische Chancen auf den Gewinn des Pokals ausgerechnet hatte. Doch auch die gewonnene Erfahrung ist für die Spieler ein sehr wichtiger Faktor.

Der Einzug ins Finale hätte selbstverständlich Profil und Prestige des Klubs massiv gestärkt. Die Niederlage gegen den europäischen Spitzenverein indes erhält den Asiaten etwas anders: einen Standard, nach dem sie weiter streben können. Von einem Klassenunterschied war in der Partie zwischen dem asiatischen und dem europäischen Vertreter allerdings kaum etwas zu sehen. Schließlich versuchte sich Seongnam mit mehr als doppelt so vielen Torschüssen. Doch am Ende mussten die Asiaten eine bittere Lektion lernen, nämlich die der Effizienz, wie Mauricio Molina später einräumte:

"Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, der Gegner seine aber schon. Das hat letztlich den Ausschlag gegeben", so seine Analyse gegenüber FIFA.com. "Wenn man sich das Spiel nochmal genau anschaut, hatte Inter eigentlich nicht allzu viele Chancen, aber die haben sie sehr gut genutzt. Für mich macht genau das den Unterschied zwischen einem wirklich großen Team und uns aus. Wir hoffen darauf, selbst ein großes Team zu werden. Der Fussball in Asien hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Ich denke, dass wir hier in Abu Dhabi recht schönen Fussball gespielt und eine gute Spielweise gezeigt haben. Doch wir wissen auch, woran es uns noch mangelt, nämlich in erster Linie an der Erfahrung, über die eine Mannschaft wie Inter Mailand natürlich reichlich verfügt. Heute haben sie gezeigt, dass genau da die Kluft zwischen uns liegt."

Wertvolle Erfahrungen gesammelt
Dass tatsächlich eine solche Kluft existiert, kann nicht verwundern. Schließlich hat Seongnam Ilhwa Chunma gerade erst sein 21. Gründungsjubiläum gefeiert während Inter Mailand ein 102 Jahre alter Traditionsverein ist und in seiner langen, ruhmreichen Geschichte schon so viele Titel gewonnen hat, dass der Klub zu den renommiertesten in ganz Europa gezählt wird. Dennoch war man im Lager von Seongnam überzeugt, dass man den Italienern durchaus hätte mehr entgegensetzen können, wenn diese nicht schon nach drei Minuten das beruhigende Führungstor erzielt hätten.

"Das frühe Tor hat sich natürlich stark auf das Spiel beider Seiten ausgewirkt", meinte auch Seongnams Mittelfeldspieler Choi Sung-Kuk. "Wenn wir nicht dieses frühe Tor kassiert hätten, dann hätten wir Inter bestimmt ein viel besseres Spiel liefern können. Das Tor hat dafür gesorgt, dass wir verkrampften. Wir haben nicht so gespielt wie sonst und daher lange gebraucht, bis wir die ersten guten Chancen herausspielen konnten. Aber wir alle haben wertvolle Erfahrung gesammelt und eine Menge gelernt. Man konnte sehen, wie gut die Bewegungsabläufe bei Inter funktionieren und wie intelligent das Team agiert. Das war ziemlich beeindruckend.

Auf dem Weg nach oben
Nachdem Seongnam seine Wunden geleckt und seine Lektionen gelernt hat, muss sich das Team nun erneut auf ein Spiel gegen Inter konzentrieren, dieses Mal allerdings SC Internacional Porto Alegre aus Brasilien, das am Samstag im Spiel um Platz drei der Gegner ist. Während die Bronzemedaille normalerweise kaum mehr als ein Trostpreis ist, wäre es nach den Worten Molinas, der ein Jahr bei Santos spielte, bevor er nach Korea ging, eine "herausragende Leistung" seines Teams, wenn es in den VAE den letzten Platz auf dem Podium erobern könnte.

Choi unterstrich, dass ganz unabhängig vom Ausgang der Partie gegen den Gewinner der südamerikanischen Copa Libertadores das Jahr 2010 für den südkoreanischen Fussball ein sehr erfolgreiches Jahr gewesen sei. "Ich finde, dass wir ziemlich stolz sein können", meinte er. "Das war ein sehr gutes Jahr für den koreanischen Fussball, mit der WM, unserem Erfolg in der AFC Champions League und auch den Erfolgen unserer Frauen-Nationalmannschaften. Ich finde, dass wir Koreaner endgültig bewiesen haben, dass wir zu Recht bei diesen großen Turnieren dabei sind. Unser Fussball ist jedenfalls weiter auf dem Weg nach oben."

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