FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2016

FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2016

8 Dezember - 18 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2016

Sensationelle Halbfinalpartien in Afrika

Zamalek Sporting Club's  Hazem Mohammed Abdehamid Emam (white) vies with Wydad Athletic Club's Serigne Mourtada
© AFP

In der diesjährigen CAF Champions League fällt die Entscheidung um den Titelgewinn zwischen einem Team aus dem Norden des Kontinents und einem Vertreter aus dem äußersten Süden: Zamalek Kairo und die Mamelodi Sundowns sicherten sich den Einzug ins Finale. Die Kairoer mussten allerdings am Wochenende noch einmal mächtig zittern, denn fast wäre Wydad Casablanca eine sensationelle Wende geglückt. Die Mamelodi Sundowns feierten im Rückspiel vor eigenem Publikum einen 2:0-Sieg und setzten sich im Gesamtresultat mit 3:2-Sieg durch.

Der Gesamtsieger der zwei Finalspiele im Oktober qualifiziert sich als Vertreter Afrikas für die FIFA Klub-Weltmeisterschaft im Dezember 2016 in Japan.

Das Spiel der Woche Wydad Casablanca –Zamalek Kairo 5:2
Nach der klaren 0:4-Hinspielniederlage in Kairo war klar, dass Wydad Casablanca nur mit einem mittleres Fussballwunder noch Chancen auf den Einzug ins Finale der afrikanischen Königsklasse haben würde. Das Trainerduo Sebastien Desabre und Mohamed Soheil, die das Team seit der Entlassung von John Toshack nach der hohen Niederlage in Ägypten leiten, stellten die Mannschaft auf mehreren Positionen um. Hoffnung keimte bei den fanatischen Fans auf, als der liberianische Nationalspieler William Jebor und Ismail El Haddad die Gastgeber innerhalb von 20 Minuten mit 2:0 in Führung brachten. Dann allerdings traf Bassem Morsi in der 35. Minute für die Gäste. Kurz vor der Pause erzielte Jebor nach Zuspiel des brandgefährlichen El Haddad seinen zweiten Treffer der Partie.

Wydad Casablanca war auch im zweiten Durchang tonangebend und spielte druckvoll nach vorn, um noch irgendwie die drei fehlenden Tore zu erzielen. 25 Minuten vor Schluss fehlte dann tatsächlich nur noch ein Treffer zum erhofften Fussballwunder. Zunächst erhöhte der gabunische Nationalspieler Nguessi Ondama mit einem Schlenzer vorbei an Torhüter Ahmed El-Shennawi auf 4:1. Dann brachte er sein Team mit einem verwandelten Elfmeter sogar mit 5:1 in Führung. Die Fans witterten die mögliche Sensation und trieben ihre Mannschaft weiter nach vorn. Dadurch aber ergaben sich Lücken in der Defensive Wydads. Bei einem Konter nutzte der nigerianische Stürmer Stanley Ohawuchi ein Zuspiel des eingewechselten Ayman Hefni zum 5:2. Nun hätten die Gastgeber in den verbleibenden neun Minuten noch zwei Tore benötigt, doch dies war nicht zu schaffen. Doch Wydad Casablanca kann sich nach dem 5:2-Sieg hoch erhobenen Hauptes aus dem Wettbewerb verabschieden.

*Das andere Spiel *Nach der 1:2-Hinspielniederlage bei Zesco United in Sambia in Zambia legten die Mamelodi Sundowns im Rückspiel los wie die Feuerwehr und gingen bereits nach vier Minuten durch einen Treffer von Anthony Laffor in Führung. Schon dieses Ergebnis hätte ihnen aufgrund der Auswärtstorregel zum Weiterkommen gereicht. Doch Percy Tau erhöhte kurz nach der Pause mit einem perfekten Kopfball auf 2:0. "Wir brauchten dieses Tor. Es war wichtig, dass wir es zu Beginn der zweiten Halbzeit erzielen konnten. Es war ein sehr schönes Tor", meinte er. Mit dem Sieg setzen die Sundowns ihre bemerkenswerte Erfolgsserie fort, nachdem sie bereits zwei Mal aus den afrikanischen Vereinswettbewerben ausgeschieden waren. Zunächst verloren sie in der Qualifikation für die CAF Champions League gegen Vita Club und schieden dann auch im CAF Konföderationspokal aus. Nachdem Vita Club wegen des vorherigen Einsatzes eines nicht spielberechtigten Spielers disqualifiziert worden war, durften die Südafrikaner indes deren Platz in der CAF Champions League einnehmen.

*Der Spieler der Woche *Der Nigerianer Stanley Ohawuchi ist im Profifussball schon weit herumgekommen. Er begann seine Profikarriere bei Bayelsa United in seiner Heimatstadt. Dann wechselte der Stürmer zu Heartland, von wo aus ihm der Sprung nach Europa gelang. Hier stand er zunächst in Diensten des spanischen Drittligisten Atletico Baleares, bei dem er allerdings nicht regelmäßig zum Einsatz kam. Von den Balearen wechselte er zu den Silema Wanderers nach Malta, wo er mehr Spielzeit erhielt. Dann kam ein Angebot des ägyptischen Klubs Wadi Degla, das er nicht ablehnen konnte. Mit seinen Treffern in der ägyptischen Liga zog er das Interesse des Kairoer Spitzenklubs Zamalek auf sich, der ihn auf Leihbasis holte, um sich für die CAF Champions League zu verstärken. Die langwierigen Verhandlungen haben sich für den Kairoer Klub gelohnt, denn der Nigerianer erzielte das überaus wichtige zweite Auswärtstor gegen Wydad Casablanca, mit dem die Hoffnungen der Gastgeber auf die dramatische Wende zunichte gemacht wurden. Ohawuchi stand bei dieser Partie erstmals in der Startformation seines neuen Klubs.

*Statistik 8 – *So oft hat Zamalek in afrikanischen Pokalwettbewerben bereits gegen südafrikanische Gegner gespielt. Kurioserweise endete keines der Spiele mit einem Unentschieden. Die Ägypter gewannen vier und verloren vier Partien. Auch das Torverhältnis ist mit zwölf erzielten Toren und zwölf Gegentoren exakt ausgeglichen. Die Bilanz gegen die Mamelodi Sundowns ist indes nicht sehr beeindruckend: In der Gruppenphase des laufenden Wettbewerbs verlor Zamalek beide Partien gegen die Sundowns.

Zitat
"Das ist ein überaus unglückliches Ergebnis. Wir waren gut vorbereitet und haben hart um den Finaleinzug gekämpft. Aber wir hätten die Entscheidung schon zu Hause im Hinspiel herbeiführen müssen. Wir haben uns einige Fehler geleistet, die der Gegner ausgenutzt hat. Trotzdem war es für uns ein erfolgreicher Wettbewerb. Wir haben sehr gut abgeschnitten, obwohl uns die Buchmacher eigentlich keinerlei Chancen eingeräumt hatten. Leider ist unser Weg hier zu Ende. Doch die Jungs haben vorbildlich gekämpft."
George Lwandamina (Trainer, Zesco United)

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