FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2013

FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2013

11 Dezember - 21 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2013

Ronaldinho: "Es war ein fantastisches Jahr"

Ronaldinho and Jo of Atletico Mineiro look dejected
© Getty Images

Nach zahlreichen Siegen, Titeln und einem monatelangen Höhenflug war das unerwartete Ausscheiden im Halbfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2013 gegen Raja Casablanca ein ganz neues Gefühl für die Spieler von Atlético Mineiro. Mit diesem frühen Turnier-Aus hatte niemand im Team gerechnet.

So waren dann beim Verlassen des Stadions in Marrakesch die Fröhlichkeit und der Optimismus, die das Team in den letzten Jahren charakterisiert hatten, einer großen Traurigkeit gewichen. Selbst die Führungsspieler im Team machen keinen Hehl daraus. "Da gab es nicht viel zu sagen, und das war auch besser so, denn die Atmosphäre war noch ziemlich hitzig, und wir waren sehr niedergeschlagen", räumt Ronaldinho Gaúcho im Exklusiv-Interview mit *FIFA.com *ein. "Wir haben Schwierigkeiten dieser Art erwartet, und es war ein schönes, offenes Spiel, mit vielen Torchancen für beide Teams. Sie hatten das Glück, den entscheidenden Treffer zu machen."

Selbst nach geraumer Zeit des Nachdenkens in der Kabine des Stadions von Marrakesch fiel es auch Mannschaftskapitän Réver noch schwer, die richtigen Worte zu finden. Schließlich hatte er erst vor einigen Monaten den Pokal der Copa Libertadores in die Höhe gereckt und war von völlig gegensätzlichen Gefühlen überwältigt worden. "Es fiel mir schwer, etwas zu sagen, und es war besser, erstmal etwas Klarheit in den Kopf zu bringen, um nicht noch mehr Unbehagen und Missstimmung ins Team zu tragen oder gar Streitigkeiten auszulösen", meint er im Gespräch mit FIFA.com.

"Das ist furchtbar und inakzeptabel, wenn man als einer der Favoriten ins Rennen geht und dann so ausscheidet wie wir. Das Gute ist, dass die Mannschaft erfahren ist, mit Spielern wie Ronaldinho und Gilberto, die viel herumgekommen sind und so schwierige Situationen bereits erlebt haben. Aber wie dem auch sei, es gibt keine Schuldigen für dieses Ausscheiden."

Geschichte geschrieben
Wenn die gegenwärtige Situation auch große Enttäuschung auslöste, so brachten die Geschichte und die nicht allzu ferne Vergangenheit den Spielern doch einige Lichtblicke. Er war wie eine kleine Zeitreise zurück ins Jahr 2011, als der Klub mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte und dann eine unglaubliche Wende vollbrachte, die im ersten Titelgewinn in der Copa Libertadores gipfelte. Dieser Rückblick schien nötig zu sein, um die Wunden der Niederlage zu heilen und eine ähnliche Wende in die Zukunft zu projizieren.

"Das war ein fantastisches Jahr: Wir sind in die Geschichte eines Klubs eingegangen, der schon 100 Jahre alt ist, und sind weit gekommen", betont Ronaldinho. "Wir freuen uns, dass wir das erleben dürfen und diese Generation des Klubs in einem so historischen Jahr repräsentieren. Leider konnten wir dem Ganzen die Krone nicht aufsetzen. Aber das ist eine Erfahrung, aus der wir lernen können, dass wir nächstes Mal mit noch mehr Konzentration an die Sache herangehen und dieselben Fehler nicht wieder machen."

"Ich bin trotzdem noch immer sehr stolz darauf, Teil der Geschichte Atléticos zu sein. Heute hat die Traurigkeit die glücklichen Gefühle abgelöst, mit denen wir hier nach Marrakesch gekommen sind. Aber es läuft nun einmal nicht alles so, wie wir es gern hätten", fügt Réver hinzu. "Wir wollten unbedingt ins Finale. Zwar wussten wir nicht, ob wir es gewinnen würden oder nicht, aber wir wollten zumindest die Chance haben, um den Titel zu spielen."

Eine weitere Sache wird den Spielern von Atlético und vor allem Ronaldinho wohl immer in Erinnerung bleiben, und zwar die Reaktion der Marokkaner in den letzten Wochen und auch am Ende der Partie. Spieler von Raja, wie Vivien Mabide und Deo Kanda, gingen ohne zu zögern in der Mitte des Spielfelds auf ihn zu, um vor den Zuschauern ihre Bewunderung für ihn auszudrücken.

"Obwohl das Ganze traurig war, war dieser Empfang, der mir hier bereitet wurde, etwas ganz Besonderes. Das ging über das normale Maß hinaus, eine sehr große Zuneigung. Es ist schön, wenn man selbst von den Gegnern so behandelt wird", so der Spieler mit der Rückennummer zehn. "Solche Gesten bleiben einem das ganze Leben in Erinnerung."

Keine hängenden Köpfe
Sicher hätte Ronaldinho sich lieber bei anderen Fans bedankt, aber noch steht in Marokko ja eine Partie aus, und die Spieler von Atlético können mindestens eine Handvoll Gründe dafür nennen, warum gegen Guangzhou Evergrande FC ein Sieg her muss. Beispielsweise will mann keinesfalls das am schlechtesten platzierte brasilianische Team in der Turniergeschichte werden (Internacional belegte 2010 den dritten Platz) und Cuca außerdem einen guten Abschluss seiner erfolgreichen Zeit bei Atlético verschaffen. Der Trainer wird nämlich nächste Saison voraussichtlich den chinesischen Klub Shandong Luneng trainieren.

"Wir haben in der Kabine nicht viel darüber gesprochen, aber in den nächsten Tagen werden wir tief Luft holen und dann analysieren müssen, was wir richtig und was wir falsch gemacht haben. Wir wollen einen positiven Abschluss", so Ronaldinho abschließend.

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