FIFA Klub-Weltmeisterschaft VAE 2018

12 Dezember - 22 Dezember

FIFA Klub-WM 2018

Boca gegen River – Pokalgeschichten

© AFP
  • Vorfreude auf das Finale der Copa Libertadores
  • Die Rivalen River and Boca treffen im Endspiel aufeinander
  • Ein Rückblick auf die spannendsten Duelle

Das Finale der Copa Libertadores 2018, in dem sich am Samstag CA River Plate und die Boca Juniors gegenüberstehen, legt den gesamten Kontinent lahm. Noch nie wurde die Copa mit einem solchen Klassiker entschieden. Darüber hinaus winkt dem Sieger in diesem Fall noch ein weiterer Preis, nämlich die Teilnahme an der FIFA Klub-Weltmeisterschaft VAE 2018.

Seit sich die beiden Teams 1966 zum ersten Mal im Rahmen des Kontinentalturniers gegenüberstanden, wurde der Superclásico 24 Mal ausgetragen. Dabei stehen zehn Siege für Boca, sieben für River und sieben Unentschieden zu Buche. Einige dieser Duelle leisteten einen Beitrag zum späteren Titelgewinn eines der beiden Teams.

FIFA.com rückt im Vorfeld eines der bedeutendsten Endspiele in der Geschichte des Klubfussballs vier dieser historischen Duelle noch einmal in den Blickpunkt.

1978: River – Boca 0:2

Aus einer Gruppe von drei Teams, nämlich River, Boca und Atlético Mineiro (Brasilien), sollte ein Finalist ermittelt werden. Die Xeneizes hatten zwei Punkte Vorsprung, und im Falle eines Sieges der Millonarios im Estadio Monumental hätte ein Entscheidungsspiel angesetzt werden müssen. Die Partie erregte viel Aufsehen. Einerseits, weil sich hier zwei so gegensätzliche Trainertypen wie Juan Carlos Lorenzo und Ángel Labruna gegenüberstanden, und andererseits aufgrund der Polemik rund um die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1978. Argentinien war nämlich mit 5 Spielern von River Plate und keinem einzigen von Boca Weltmeister geworden.

Die Gäste gewannen mit Toren von Ernesto Heber Mastrángelo und Carlos Salinas. "River habe ich immer aus der Copa Libertadores geworfen. Bei jeder Begegnung habe ich gegen den Klub Tore erzielt", erklärte Mastrángelo, der im Laufe seiner Karriere für beide Klubs aktiv war, Jahre später.

Und dann?

Boca, das 1977 bereits die Copa Libertadores und den Interkontinental-Pokal gewonnen hatte, sicherte sich mit einem Sieg gegen den kolumbianischen Klub Deportivo Cali den zweiten Titel im Südamerikaturnier.

1986: Boca – River 1:1

Nur zehn Tage nachdem Argentinien die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Mexiko 1986 gewonnen hatte, begann die Copa Libertadores in La Bombonera. River stand vor dem Turnier erheblich unter Druck, weil der Klub sich noch nie den Titel gesichert hatte.

Nery Pumpido, Oscar Ruggeri und Héctor Enrique, alle drei frisch gebackene Weltmeister, hatten vor dem Auftaktspiel kaum eine Pause gehabt, und der Klub hatte seit Mai keine Spiele mehr bestritten. Boca hatte sich Mitte Juni für das Turnier qualifiziert. Die Xeneizes gingen mit einem Elfmetertor von Alfredo Graciani in Führung und waren haushoch überlegen, doch dann erzielte Roque Alfaro gegen Ende der ersten Halbzeit unerwartet den Ausgleichstreffer.

Und dann?

River gewann die Gruppe und steigerte sich im Turnierverlauf. In der zweiten Runde schaltete der Klub die Argentinos Juniors und Barcelona aus Ecuador aus. Später sollte sich das Team dann mit einem Sieg gegen América de Cali im Finale den ersten Titel in der Copa Libertadores sichern. "Wenn Boca dieses Spiel gegen uns gewonnen hätte, wäre alles sehr kompliziert geworden. Die Spieler waren gerade von der WM zurückgekehrt, und Enzo Francescoli hatte den Verein verlassen. Im Klub gab es Zweifel. Wir hätten an diesem Tag die Niederlage verdient gehabt, aber man muss im Leben auch Glück haben. Gleiches gilt für den Sieg in der Copa", so Héctor Veira, Trainer der Millonarios.

2000: Boca – River 3:0

Das Viertelfinal-Hinspiel hatte im Estadio Monumental stattgefunden und mit einem 2:1-Sieg der Millonarios geendet. Boca hatte die Copa Libertadores seit 1978 nicht mehr gewonnen, und das Rückspiel war eine Feuerprobe für ein Team, das mit Carlos Bianchi bereits argentinischer Meister geworden war, auf internationaler Ebene jedoch noch keine Titel gewonnen hatte. Das Duell hatte Klasse: Auf der einen Seite spielten Juan Román Riquelme und Walter Samuel, auf der anderen Pablo Aimar und Javier Saviola. Darüber hinaus standen viele weitere Stars auf dem Rasen.

Die Xeneizes sicherten sich den Sieg mit Toren von Marcelo Delgado, Riquelme per Elfmeter und einem berühmten Treffer von Martín Palermo ("El gol de la muleta" – Das Tor auf Krücken). Der Spieler mit der Rückennummer neun war an diesem Tag nach einem langwierigen Bänderriss zum ersten Mal wieder im Spiel und körperlich noch nicht wieder in bester Verfassung. "Wenn sie Palermo bringen, bringen wir Enzo [Francescoli, der die Fussballschuhe zwei Jahre zuvor an den Nagel gehängt hatte]", hatte Américo Gallego, der damalige Trainer von River, vor der Partie im Scherz gesagt. El Loco stand 13 Minuten lang auf dem Platz und entschied die Partie mit einem Tor aus einer halben Drehung.

Und dann?

Nach einem knappen Sieg gegen den mexikanischen Club América im Halbfinale und einem Sieg im Elfmeterschießen gegen Palmeiras (Brasilien) gewann Boca den ersten von insgesamt drei Copa-Libertadores-Titeln in der "Ära Bianchi".

2015: River – Boca 1:0

Im Achtelfinale traf die beste Mannschaft der ersten Runde (Boca hatte 18 von 18 möglichen Punkten erlangt) auf die schlechteste (River hatte sich erst nach der letzten Partie und mithilfe der Ergebnisse anderer Begegnungen qualifiziert). Hinzu kam die Geschichte der letzten zwei Jahrzehnte: River hatte die Copa Libertadores nämlich seit 19 Jahren nicht mehr gewonnen und zwischendurch in der zweiten Liga gespielt. Boca konnte hingegen seit 2000 vier Turniersiege verbuchen und war weiterhin in der Favoritenrolle, obwohl die Millonarios den Klub einige Monate zuvor im Halbfinale der Copa Sudamericana geschlagen hatten.

Nach einer zähen und harten Partie setzten sich die Gastgeber entgegen aller Prognosen mit einem Elfmetertor von Carlos Sánchez knapp durch. Das Rückspiel wurde beim Spielstand von 0:0 aufgrund der Aggression heimischer Fans gegen die Spieler von River Plate nach der Pause abgebrochen.

Und dann?

Die Schützlinge von Marcelo Gallardo setzten sich im Viertelfinal-Rückspiel in Brasilien gegen Cruzeiro Belo Horizonte durch, besiegten im Halbfinale nach einem Kraftakt den paraguayischen Club Guaraní und sicherten sich an einem Abend mit sintflutartigen Regenfällen im Monumental gegen die UANL Tigres aus Mexiko ihren dritten und letzten Libertadores-Titel.

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