FIFA Klub-Weltmeisterschaft VAE 2018

12 Dezember - 22 Dezember

FIFA Klub-WM 2018

Der erste von Figueras Träumen wird wahr 

© Others
  • José Manuel Figueira steht kurz vor einer seltenen Trainerleistung
  • Sein Team Wellington debütiert bei der bevorstehenden FIFA Klub-Weltmeisterschaft
  • Ein stolzer Neuseeländer, geboren in England, mit spanischen Wurzeln

Dass er fussballverrückt ist, gibt José Manuel Figueira bereitwillig zu. Und er schämt sich deswegen keineswegs – im Gegenteil. Tatsächlich muss man wohl genau so fussballverrückt sein, um gleichzeitig mehrere Eisen im Feuer zu haben, wie der in England geborene Neuseeländer mit spanischen Wurzeln.

Figueira wird in den kommenden neun Monaten tatsächlich mit zwei verschiedenen Teams bei zwei FIFA-Turnieren am Start sein. Im Dezember bestreitet er mit Team Wellington das Debüt bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Einige Monate später kehrt er dann mit der neuseeländischen U-17-Auswahl auf die Weltbühne zurück, nachdem er sie erfolgreich durch die Qualifikation für die FIFA U-17-Weltmeisterschaft geführt hat.

Und zudem findet Figueira auch noch irgendwie genug Zeit für seine Tätigkeit als Assistenztrainer der neuseeländischen A-Nationalmannschaft. Seine letzte Reise zu einem FIFA-Turnier liegt indes schon ein ganzes Jahrzehnt zurück. Bei der ersten Auflage der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft 2008 in Neuseeland war er als Assistenztrainer des Gastgeberteams dabei

Das alles liest sich wie der Lebenslauf eines bereits ergrauten Trainerveterans. Doch das Gegenteil ist der Fall: Figuera ist erst 36 Jahre alt, hat aber seit seiner Ankunft in Neuseeland 2003 mit dem festen Vorsatz einer Trainerkarriere bereits enorm viel erreicht.

Im kommenden Monat wird für ihn ein großer Traum wahr. Sollte es Team Wellington gelingen, sich gegen Al Ain, den Vertreter des Gastgeberlandes, durchzusetzen, so wäre als nächstes eines der besten Teams der Welt der Gegner – und vielleicht sogar auch Real Madrid.

Die Gelegenheit, sein fussballerisches Wissen gegen das Starensemble von Real Madrid aufzubieten, ist für jeden Trainer ein wahr gewordener Traum, doch für Figueira, der fließend spanisch spricht, wäre es sogar noch mehr. Schließlich wurde er zwar in England (ungefähr auf halber Strecke zwischen London und Brighton) geboren und aufgezogen, doch seine Wurzeln sind spanisch. Seine Familie kam erst kurz vor seiner Geburt nach England.

Natürlich kennt Figueira den in Barcelona geborenen Ramon Tribulietx, den langjährigen Trainer von Auckland City,  dem Klub, der seit 2010, als Hekari United aus Papua-Neuguinea teilnahm, bei jeder FIFA Klub-Weltmeisterschaft dabei war.

Team Wellington war mehrfach nur knapp mit dem Versuch gescheitert, die Vorherrschaft des Rivalen zu beenden. Dieses Mal hat es endlich geklappt, nachdem der Hauptstadtklub bereits im April den großen Konkurrenten aus dem Rennen um den Titel in der OFC Champions League werfen konnte.

"Im ersten Moment empfindet man natürlich große Begeisterung über die Möglichkeit, bei einem Turnier mit einigen der besten Spieler und Klubs der Welt dabei zu sein", so Figueira gegenüber FIFA.com.

"Natürlich wollen wir als Mannschaft dort zeigen, was wir können. Wir wollen die Gegner fordern und ihnen ebenbürtig sein. Die Aufgabe ist enorm, doch wir alle werden unser Bestes geben.

"Ich würde gern sehen, dass wir selbst auf dieser großen Bühne unserer bevorzugten Spielweise treu bleiben. Wir wollen uns selbst im besten Licht präsentieren und unsere Region würdig vertreten.

"Und wer weiß schon, wie es dann tatsächlich läuft? Wir haben ja schon alle möglichen Überraschungen erlebt, bei der FIFA Klub-WM und auch bei anderen FIFA-Turnieren. Wir haben miterlebt, dass die Außenseiter den hohen Favoriten ein Bein stellen können. Wir freuen uns auf diese Bewährungsprobe."

Auch wenn es um die Prinzipien geht, auf denen er sein Team aufgebaut hat, hört man den Enthusiasmus und die Leidenschaft Figueiras deutlich heraus: "Ich mag es, wenn mein Team den Ball hat, offensiv spielt und Chancen ermöglicht. Diese Spielphilosophie basiert auf gutem Stellungsspiel. Die Spieler müssen am Ball gut und technisch stark sein und versuchen, das Geschehen zu bestimmen.

Die große Herausforderung besteht für uns darin, unseren Prinzipien auch gegen diese hochprofessionellen Teams und Topspieler treu zu bleiben."

Es bleibt abzuwarten, ob die Debütanten ähnliche Höhen erreichen wie Auckland City in der Vergangenheit. Doch wie immer es auch für Wellington laufen wird – an Ambitionen wird es dem Team ganz sicher nicht mangeln, wenn man nach der Leidenschaft des fussballverrückten Trainers geht.

© FIFA.com

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel