FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2015

FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2015

10 Dezember - 20 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2015

Mazembes "Ghana-Connection"

the team TP Mazembe  poses for a picture
© AFP

Zwar ist noch nie ein Klub aus Ghana bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft angetreten, doch eine Gruppe von Ghanaern könnte diesen Monat in Japan durchaus eine wichtige Rolle spielen. TP Mazembe aus der DR Kongo sicherte sich im November mit einem 4:1-Sieg nach Hin- und Rückspiel gegen USM Algier zum fünften Mal den Titel in der CAF Champions League. Dabei setzte der französische Trainer Patrice Carteron im Wettbewerbsverlauf fünf Spieler aus dem westafrikanischen Land ein, vier davon spielten im Finale. FIFA.com sprach mit einem von ihnen und bat den Trainer, die fünf Schlüsselspieler im Vorfeld der Klub-Weltmeisterschaft kurz vorzustellen.

Zahlenmäßig überlegen
Richard Kissi Boateng rückte aufgrund der Verletzung eines anderen Spielers in die erste Mannschaft Mazembes auf, präsentierte sich dann jedoch in Hochform und gewann das Vertrauen des Trainers und einen Stammplatz im Team. Seine Sprints über die linke Flanke könnten in Japan durchaus Aufmerksamkeit erregen, wo *Les Corbeaux *im Viertelfinale gegen den Sieger aus der Partie zwischen Auckland City und dem J.League-Meister antreten müssen. Der 27-jährige Verteidiger ist überzeugt davon, dass Mazembe es mit den anderen Teams aufnehmen kann, sogar mit dem potenziellen Halbfinal-Gegner River Plate. "Wir müssen keine Angst vor anderen Klubs haben. Natürlich haben wir Respekt vor unseren Gegnern, da es sich um die besten Teams der einzelnen Kontinente handelt, aber wir müssen keine Angst vor ihnen haben."

Boateng fühlt sich zwar durch seine Landsleute gestärkt, findet aber gleichzeitig, dass die Gruppe sich gut in die multi-nationale Mannschaft integriert. "Wir verbringen viel Zeit miteinander. Das erleichtert uns allen den Aufenthalt in einem fremden Land. Natürlich verstehen wir uns auch auf dem Platz sehr gut, wobei das für die gesamte Mannschaft gilt."

Der Optimismus des Verteidigers ist nicht unbegründet, denn 2010 gelang es Mazembe nach einem Überraschungssieg gegen den Copa-Libertadores-Sieger Internacional Porto Alegre als erstem nicht europäischem oder südamerikanischem Team, ins Finale der Klub-Weltmeisterschaft einzuziehen. Im Endspiel unterlag man dann Inter Mailand, doch der Afrikameister stellte unter Beweis, dass er es mit den ganz Großen aufnehmen konnte. "Warum sollte es uns nicht gelingen, an diesen Erfolg anzuknüpfen oder es sogar noch besser zu machen? Wir verfügen über die Struktur und über die Spieler. Wir haben viel internationale Erfahrung, deshalb glaube ich, dass wir sicher nicht als Punktelieferant nach Japan reisen", so Boateng.

Boateng stieß zu dem in Lubumbashi ansässigen Klub, nachdem er 2012 beim ghanaischen Überraschungsteam Berekum Chelsea in der Champions League eine beeindruckende Leistung geboten hatte. In der Gruppenphase traf das neue, nach dem englischen Topklub benannte Team auf Mazembe, und Boateng gehörte beim unverhofften Sieg zu den Stars seiner Mannschaft. Daraufhin entschloss man sich bei dem Klub aus der DR Kongo, sich seine Dienste zu sichern. Nun hofft er darauf, auf der Weltbühne noch mehr Aufmerksamkeit erregen und in die ghanaische Nationalmannschaft zurückkehren zu können. Er gehörte zwar beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2013 zu Ghanas Kader, kam jedoch nur im Spiel um Platz drei gegen Mali zum Einsatz. "Alles was ich tun kann, ist so gut spielen, wie ich eben kann. Ein Einsatz bei der Klub-WM dürfte meine Chancen sicherlich verbessern."

Carteron gibt uns Einblick
Der französische Trainer Carteron spielte ein Jahrzehnt lang als Verteidiger auf hohem europäischem Niveau. Als Trainer machte der 45-Jährige sich einen Namen, als er beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2013 für Mali zuständig war. Kurze Zeit später übernahm er das Ruder bei Mazembe und hat das multinationale Team von einem Erfolg zum nächsten geführt. Mit einer guten Mischung aus jungen und erfahrenen Akteuren, ist es ihm gelungen, mehr Tiefe in den Kader zu bringen. Nachfolgend beschreibt der Trainer uns seine "Ghana-Connection".

*Über Yaw Frimpong: *"Er ist ein rechter Außenverteidiger, der mit seinen Offensivqualitäten beeindruckt und in der Lage ist, die gegnerischen Linien zu durchstoßen. Auch in der Defensive hat er sich stark verbessert. Yaw hat erkannt, dass die Balance im Team unverzichtbar ist. Er erinnert mich an brasilianische Abwehrspieler wie Dani Alves oder Cafu."

*Über Richard Boateng: *"Er hat den verletzungsbedingten Ausfall von Jean Kasusula genutzt und sich einen Stammplatz in der linken Verteidigung gesichert. Er ist ein aggressiver Spieler und außerdem sehr vielseitig, da er auch im linken Mittelfeld und als Linksaußen einsetzbar ist. Er muss noch beständiger werden, doch die Spiele, die er für Ghanas Nationalmannschaft absolviert hat, haben ihn reifer werden lassen."

Über Daniel Adjei: "Er ist ein Spielmacher, der vor der Verteidigung agiert. Er ist aktiv und taktisch intelligent. Daniel verfügt über gute Fähigkeiten im Passspiel - bei langen und kurzen Pässen. Technisch ist er ein sehr interessanter Spieler und schnell in der Vorwärtsbewegung. Er ist eine Art Taktgeber für das Team, muss allerdings noch lernen, einer guten Leistung die nächste folgen zu lassen. Er ist ein sehr sympathischer Mensch."

Über Solomon Asante: "Sein Spitzname ist El Diablo. Er ist ein Wirbelwind mit einer kleinen Statur und einem tiefen Schwerpunkt. Er ist ein intelligenter Spieler, eine wahre Führungspersönlichkeit auf dem Spielfeld und in der Kabine. Letztes Jahr war er besser, denn diese Saison hat er sich manchmal mental und physisch in einem Formtief präsentiert."

Über Gladson Awako: "Er ist eine echte 'Nummer zehn' mit einer hervorragenden Technik und Spielübersicht. Er erinnert mich an Alain Giresse. Er sollte in Japan eine Rolle spielen, muss allerdings mehr mentale Stärke zeigen, denn er könnte sich auch zu einer Führungspersönlichkeit entwickeln."

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