Klub-Weltmeisterschaft VAE 2010 FCWC

Klub-Weltmeisterschaft VAE 2010 FCWC

8 Dezember - 18 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2010

Mazembe – Stolz aufs Kollektiv

Given Singuluma and Mulota Kabangu of TP Mazembe look dejected
© Getty Images

Mit einer Niederlage gegen den haushohen Favoriten Inter Mailand endete das Abenteuer von TP Mazembe Englebert bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2010. Ein logisches Ergebnis, könnte man meinen. Doch die Krähen aus Kongo Republik hatten seit ihrem Eintritt in das Turnier diebisches Vergnügen daran gefunden, die Prognosen und Statistiken zu widerlegen.

Vor diesem deutlichen 0:3 im Finale hatte der Afrikameister bereits einen beachtlichen Weg hinter sich gebracht und zunächst FC Pachuca, Gewinner der CONCACAF Champions League, und anschließend SC Internacional, den brasilianischen Sieger der Copa Libertadores, aus dem Wettbewerb geworfen. "Wir fahren ohne Pokal nach Hause, dafür mit enormem Stolz", sagte in den Gängen der Zayed Sports City Stürmer Dioko Kaluyituka rückblickend in das Mikrofon von FIFA.com. "Es ist schade, dass wir in unserem Finale den Sieg verpasst haben, doch man muss anerkennen, dass der Gegner stärker war. Doch wir sollten unsere Leistungen davor nicht vergessen."

Gemeinsam ein Ziel erreicht
"Wir haben einen langen Weg hinter uns", bestätigte sein Kapitän Kazembe Mihayo. "Als wir hier angekommen waren, hatten wir uns das Ziel gesetzt, ein Spiel zu gewinnen, um besser abzuschneiden als letztes Jahr." Denn vor Beginn des Wettbewerbs mussten selbst die größten Optimisten unter den Fans von Tout Puissant die Fakten akzeptieren: Bei der ersten Teilnahme Mazembes an der Klub-WM standen bei zwei Spielen lediglich zwei Niederlagen und damit Platz sechs zu Buche. Ein weiteres Manko war, dass der Klub aus Lubumbashi seit mehreren Monaten ohne seinen besten Spieler, den gesperrten Trésor Mabi Mputu, auskommen muss.

Die Vorzeichen standen also schlecht, als der Afrikameister im Viertelfinale ins Geschehen eingriff. Nur wenige Tage später stehen die Schützlinge von Trainer Lamine N’Diaye auf der zweiten Stufe des Siegertreppchens, und müssen sich dafür gewiss nicht schämen. Um das Ausmaß des Erfolgs zu erfassen, sei daran erinnert, dass noch nie eine Mannschaft, die nicht aus Südamerika oder Europa stammte, das Finale des Turniers erreicht hat. "Ich habe das Glück, seit Jahren bei diesem Klub zu sein und ihn wachsen zu sehen. Ich weiß, dass wir noch besser werden können, doch ich bin bereits jetzt stolz auf das, was wir erreicht haben", ergänzte Mihayo. "Und wir haben es gemeinsam geschafft, dank unseres Zusammenhalts."

Doch selbst wenn dieser Erfolg vornehmlich auf einer kollektiven Leistung basierte, kann TP Mazembe durchaus auf Einzelkönner bauen, die den Unterschied ausmachen. "Das Ziel ist, zusammenzubleiben, um es im nächsten Jahr noch besser machen zu können. Doch wir wissen, dass ein oder zwei Spieler den Verein verlassen könnten", bedauert Mihayo. "Wir haben vor den Augen der Welt brilliert, doch die Rückseite der Medaille ist, dass bestimmte Spieler nun sehr begehrt sein werden."

Etwas Historisches erreicht
Einer dieser Akteure könnte Muteba Kidiaba sein. Der 35-jährige Torhüter der Krähen, der vor allem durch seine Qualitäten auf der Linie beeindruckte, weiß, dass sich seine Karriere eigentlich dem Ende zuneigt. Doch seine Leistungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten ermöglichen ihm vielleicht, sich seinen Traum vom europäischen Abenteuer zu verwirklichen. Gleiches gilt für Kaluyituka, der mit dem silbernen Ball von adidas ausgezeichnet wurde. "Ich bin stolz auf die Leistung unserer Mannschaft, doch auch über diese individuelle Auszeichnung freue ich mich sehr", sagte der Stürmer, der nur Samuel Eto’o den Vortritt lassen musste. "Wenn man gegen die besten Spieler des Planeten gute Leistungen zeigt, ist das ein Zeichen, dass man mit seiner Arbeit auf einem guten Weg ist. Ich hoffe, dass wir auf diesem Weg bleiben können, um zu beweisen, dass wir verdient bei diesem Wettbewerb sind."

Denn die Rückkehr ist das oberste Ziel von Tout Puissant. "Jeder Spieler hat den Ehrgeiz, gegen die Besten anzutreten. Dadurch lernen wir auf höchstem Niveau, und es zeigt uns, wie groß der Abstand noch ist, den wir aufholen müssen", erklärte Mihayo. "Wir müssen uns erneut qualifizieren, um zu beweisen, dass wir aus dieser Erfahrung gelernt haben. Wir würden das nächste Mal gerne besser abschneiden. Und besser als das Finale ist der Pokal!"

In diesem Jahr müssen die Afrikaner die Heimreise noch mit leeren Händen antreten. Doch der Empfang in der Heimat wird eines Weltmeisters würdig sein. "Wir haben etwas Historisches erreicht.  Ich hoffe, dass der Empfang sehr herzlich sein wird. Das haben wir uns verdient", so der glückliche Kapitän zum Abschied.

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