FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2008

11 Dezember - 21 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2008

Manchester United krönt ein herausragendes Jahr

  • Manchester United gewinnt zum ersten Mal die Klub-WM
  • Wayne Rooney holt den adidas Goldenen Ball und schießt im Endspiel von Yokohama das Siegtor
  • Gamba Osaka wird vor Pachuca Dritter

Das Jahr 2008 wird in die Annalen von Manchester United eingehen. Nachdem das Team sich den Meistertitel in der englischen Premier League gesichert und die UEFA Champions League gewonnen hatte, folgte nun noch der Titelgewinn bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2008.

Dabei machten die Red Devils es sich sogar noch besonders schwer. In der ersten Halbzeit des Finales hatten die Engländer viel mehr vom Spiel und dominierten die Partie fast nach Belieben. Doch kurz nach der Pause landete der Ellenbogen von Nemanja Vidic im Gesicht von Claudio Bieler, und der Serbe wurde des Feldes verwiesen. Doch auch in Unterzahl versuchte Manchester United weiterhin, offensiv zu spielen und beschränkte sich nicht darauf, sich ins Elfmeterschießen zu retten, auch wenn die Mannschaft sich auf diesem Wege vor sieben Monaten im Finale der UEFA Champions League in Moskau überhaupt erst für Japan qualifiziert hatte.

Angeführt von Cristiano Ronaldo und Wayne Rooney drängten die Schützlinge von Sir Alex Ferguson weiter nach vorn und wurden für ihren Einsatz belohnt, als Rooney, der als bester Spieler des Turniers mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet wurde, in der 73. Minute den gegnerischen Torhüter Jose Cevallos überwand. In der Schlussphase musste sich die englische Spitzenmannschaft noch bei ihrem niederländischen Torhüter Edwin van der Sar bedanken, der mit zwei Weltklasseparaden Chancen von Damián Manso (Gewinner des Bronzenen Balls) vereitelte.

© Foto-net

Den dritten Platz sicherte sich der einheimische Vertreter und AFC-Champions-League-Sieger Gamba Osaka, der im Kleinen Finale CF Pachuca aus Mexiko ebenfalls knapp mit 1:0 besiegte. Hier brachte ein schöner Treffer von Masato Yamazaki die Entscheidung zugunsten der Japaner. Getrübt wurde die Stimmung lediglich durch den ersten Platzverweis des Turniers, als der eingewechselte Takahiro Futugawa in der Nachspielzeit die Rote Karte sah. Dennoch feierte die Mannschaft den Erfolg gemeinsam mit den Fans gebührend, die das Team in allen drei Spielen durch unermüdliche Gesänge unterstützt hatten und mit dem dritten Platz den Erfolg der Urawa Red Diamonds aus dem Vorjahr wiederholen konnten.

Begonnen hatte das Turnier mit einem Nachbarschaftsduell zwischen Waitakere United aus Neuseeland und dem unterlegenen Finalisten der AFC Champions League, Adelaide United aus Australien. Im Vorjahr hatte Waitakere United in der dritten und vierten Minute des Auftaktspiels jeweils ein Tor kassiert und damit bereits alle Chancen verspielt. Dieses Mal zeigten die Neuseeländer, welche Fortschritte sie gemacht haben und gingen im National Stadium von Tokio nach 34 Minuten gegen Adelaide in Führung. Vorausgegangen war allerdings ein Torwartfehler. Adelaide gelang indes noch vor der Halbzeitpause der Ausgleichstreffer. Sieben Minuten vor Schluss war es dann Adelaides Kapitän Travis Dodd, der den Siegtreffer für sein Team erzielte und damit eine Neuauflage des Finales der AFC Champions League gegen Gamba Osaka ermöglichte.

Im gleichen Stadion fand auch das erste Viertelfinale statt, in dem der ägyptische Spitzenklub Al Ahly als Sieger der afrikanischen Champions League gegen den mexikanischen Vertreter CF Pachuca vor der Pause eine Zweitore-Führung herausholte. Doch dank einer beherzten Aufholjagd schafften die Mexikaner den Ausgleich und erzwangen die Verlängerung, in der sie ihre Feldüberlegenheit auch in zwei weitere Treffer durch Damian Alvarez und den argentinischen Star Christian Gimenez ummünzen konnten.

Gamba Osaka trat in Toyota City vor einem leidenschaftlichen Publikum zu seinem Viertelfinale gegen Adelaide United an und ging durch einen schön herausgespielten Treffer des Nationalspielers Yasuhito Endo in Führung. Doch in der zweiten Halbzeit drehte Adelaide mächtig auf und stand mehrfach kurz vor dem Ausgleich. Hätten Dodd oder der eingewechselte Robert Younis ihre Chancen kurz vor Schluss nicht knapp vergeben, wäre die Partie in die Verlängerung gegangen.

In der Halbfinalrunde griffen die beiden Favoriten ins Geschehen ein. Zunächst trat Südamerikameister Liga de Quito an, das die favorisierten argentinischen und brasilianischen Klubs in der Copa Libertadores hinter sich gelassen hatte. Das Team aus der ecuadorianischen Hauptstadt bewies, dass diese Erfolge durchaus berechtigt waren und holte gegen Pachuca schnell eine Zweitore-Führung heraus. Obwohl die Mexikaner in der zweiten Halbzeit immensen Druck aufbauten, konnten die Ecuadorianer ihren Vorsprung über die Zeit bringen, wobei Torhüter Jose Cevallos sich durch mehrere Glanzparaden auszeichnete.

Die erste Partie unter Mitwirkung des Topfavoriten Manchester United erwies sich als packendstes Spiel des gesamten Turniers. Gegen den einheimischen Verteter Gamba Osaka spielten die Schützlinge von Sir Alex Ferguson von Beginn an druckvoll und offensiv nach vorn und gingen folgerichtig durch Kopfballtreffer von Nemanja Vidic und Cristiano Ronaldo jeweils nach Ecke von Ryan Giggs in Führung. Doch auch Gamba Osaka spielte sich bereits im ersten Durchgang einige gute Chancen heraus und sorgte beim englischen Meister sogar für einen Moment des Schreckens, als Masato Yamazaki in der 74. Minute auf 1:2 verkürzte. Doch dann schlugen die Einwechselspieler von Manchester United zu: Nationalstürmer Wayne Rooney erzielte innerhalb von nur vier Minuten zwei Tore und auch Darren Fletcher war erfolgreich, so dass die Partie beim Stande von 5:1 entschieden war. Trotzdem gab Gamba nicht auf und kam noch zu zwei Ehrentreffern, bevor der Schiedsrichter diese unvergessliche Partie abpfiff.

Adelaide United seinerseits schnitt ebenso ab wie der FC Sydney im Jahr 2005, nämlich mit einem Sieg gegen Al Ahly im Spiel um Platz fünf. Den einzigen und damit entscheidenden Treffer der Partie erzielte Adelaides Brasilianer Cristiano mit einer fantastischen Einzelleistung bereits in der siebten Minute. Die Schützlinge von Aurelio Vidmar konnten sich nach ihrer Rückkehr nach Australien außerdem noch über die FIFA Fairplay-Auszeichnung freuen.

Endstand / Teilnehmer

  1. Manchester United (ENG)
  2. Liga de Quito (ECU)
  3. Gamba Osaka (JPN)
  4. Pachuca C.F. (MEX)
  5. Adelaide United FC (AUS)
  6. Al Ahly (EGY)
  7. Waitakere United (NZL)

Stadien/Spielstätten
National Stadium (Tokio), Toyota Stadium (Toyota) und International Stadium (Yokohama)

Torschützen: Wayne Rooney (Manchester United): 3 Tore, Yasuhito Endo (Gamba Osaka), Masato Yamazaki (Gamba Osaka) und Christian Gimenez (Pachuca): jeweils 2, Cristiano Ronaldo (Manchester United): 1 (gemeinsam mit weiteren zwölf Spielern)

Erzielte Tore: 23 (Durchschnitt: 2,88 pro Spiel)

Zuschauer: 355.515 (Durchschnitt: 44.439)

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