FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2014

FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2014

10 Dezember - 20 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2014

Khedairia: Was lange währt, wird endlich gut

ES Setif's goalkeeper Sofiane Khedairia saves a penalty
© AFP

ES Sétif hat bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2014 den fünften Platz belegt. Gegen Western Sydney Wanderers FC aus Australien setzten sich die Algerier mit 5:4 im Elfmeterschießen durch. Nach der regulären Spielzeit hatte es 2:2 gestanden.

Seit 2012 spielt Khedairia in dem Klub, nachdem er beschlossen hatte, Frankreich den Rücken zu kehren. Es war rückblickend genau die richtige Entscheidung, denn als Ersatztorhüter von Toulouse oder Le Mans hätte Khedairia wohl kaum die heutigen Erfolge gefeiert.

Im Gespräch mit FIFA.com sagte der Torhüter zu dieser Zeit in seiner Karriere: "Das Dasein als Bankdrücker war frustrierend. Ich habe jahrelang auf meine Chance gewartet, sie aber nie bekommen. Deshalb habe ich beschlossen, in das Land zu gehen, aus dem meine Familie ursprünglich stammt."

Aber auch dort hatte Khedairia ob der Fussballverrücktheit im Land zunächst zu kämpfen, ehe er sich durchsetzen konnte. "Der Anfang war schwierig", gesteht er. "Für die Fans hier sind Niederlagen nicht hinnehmbar, und der Torhüter ist immer der Sündenbock. Es gab da schon heikle Momente mit den Zuschauern in Sétif, aber mit Geduld und harter Arbeit habe ich bewiesen, dass ich den Platz zwischen den Pfosten verdient habe – und dass ich nicht nach Algerien gekommen bin, weil ich für die französische Liga zu schwach war, sondern weil ich in Frankreich nicht das Vertrauen bekommen habe!"

Spieltag für Spieltag bewies Sofiane Khedairia anschließend, dass er für Sétif die lange gesuchte Dauerlösung im Tor war. Mit ihm gewann der Klub die algerische Meisterschaft und die CAF Champions League. Danach war der ehemalige Schlussmann von Besançon, Cassis Carnoux und Le Mans nach eigenem Bekunden "der glücklichste Mann der Welt". "Nach all den schwierigen Jahren ist das wie eine Befreiung!", jubelte er. "Am Anfang hätten wir noch nicht mal an das Erreichen des Endspiels zu glauben gewagt – und jetzt haben wir die afrikanische Königsklasse gewonnen!"

ElfmeterspezialistSo glücklos Khedairia in Frankreich auch gewesen sein mag – im Elfmeterschießen gegen die Western Sydney Wanderers im Platzierungsspiel in Marrakesch glich sich alles aus.

Das Foto vor seiner Parade des Elfmeters von Sydney Torhüter Dean Bouzanis war am folgenden Tag in allen australischen Zeitungen zu sehen. Kedairia dazu: "Das war der Matchball. Hätte er getroffen, hätten wir verloren. Ich habe mich konzentriert und war mir ganz sicher, dass er in die rechte Ecke schießen würde. Ich bin gehechtet wie Iker Casillas und konnte den Ball abwehren."

Die Parade war so schön wie wichtig – und doch für den 25-Jährigen nicht die beste von allen. "Ich habe schon zehn Elfmeter gehalten, meine schönste Parade ist mir gelungen, als ich 16 war", erzählt er. "Damals habe ich mit der B-Elf von Toulouse ein Spiel gegen die französische U-21-Auswahl bestritten und einen Schuss von Samir Nasri gehalten. Einen Schuss von Nasri hält man ja nicht mal eben einfach so, auch wenn es insgesamt vielleicht nicht mein bestes Spiel war."

Bei seiner ersten Teilnahme an der FIFA Klub-Weltmeisterschaft landete ES Sétif auf dem fünften Platz, was Khedairia wie folgt einordnet: "Ich bin froh, dass wir gegen die Western Sydney Wanderers gewonnen und in diesem prestigeträchtigen Wettbewerb den fünften Platz belegt haben. Wir haben über die gesamte Spieldauer großen Aufwand betrieben. Wir haben vielleicht nicht unser bestes Spiel gezeigt, aber trotzdem unsere zweite Partie gewonnen. Durch meine Parade sind wir dann Fünfter geworden, aber ich habe nur meine Arbeit gemacht."

Das Bedauern des Vitor SabaKhedairia also ist mit dem fünften Platz durchaus zufrieden. Ganz anders Vitor Saba, der Schütze des schönsten Treffers in der Begegnung. Ihm fiel es sichtlich schwer, die Niederlage zu verdauen. Gegenüber FIFA.com machte der Brasilianer daraus auch gar keinen Hehl: "Ich bin enttäuscht über die Niederlage, weil ich alles getan habe, um meiner Mannschaft zu helfen, auch wenn ich körperlich nach langer Verletzungspause noch nicht wieder topfit war."

Der Mittelfeldspieler der Wanderers, der sich im Zuge einer Wette mit Trainer Tony Popovic nach dem Gewinn der AFC Champions League seinen wallenden Bart abnehmen ließ, zeigte sich mit seiner Karriere in Sydney und seinem Tor gegen Sétif gleichwohl zufrieden: "Es war eine gute Saison, und sie ist ja noch nicht zu Ende. Wir wollen in der australischen Meisterschaft zurück an die Spitze. Ich habe bei der Klub-Weltmeisterschaft meine Spuren hinterlassen und hoffe, dass die ganze Welt mein Tor gesehen hat!"

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