Klub-Weltmeisterschaft VAE 2010 FCWC

Klub-Weltmeisterschaft VAE 2010 FCWC

8 Dezember - 18 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2010

Júlio César: "Wir sind gut vorbereitet"

Julio Cesar of Internazionale Milan looks on during the match against Seongnam
© Getty Images

F.C. Internazionale Milano holte im Jahr 2010 vier Titel in fünf Turnieren. Für viele Spieler des Klubs war es daher ein herausragendes Jahr. Das ist bei Júlio César nicht anders, auch wenn er jedes Mal aufs Neue frustriert ist, wenn man auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft zu sprechen kommt. Das Ausscheiden im Viertelfinale in Port Elizabeth gegen die Niederlande sorgte bei dem legendären Torwart für heulendes Elend. Inzwischen ist diese bittere Niederlage mit der Seleção für ihn jedoch sogar eine Zusatzmotivation. Er möchte das Jahr unbedingt mit dem Titelgewinn bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft abschließen.

Den ersten Schritt hat Inter in Abu Dhabi mit dem Sieg gegen Seongnam Ilhwa Chunma bereits getan. Im Finale muss der Klub nun gegen das Überraschungsteam von TP Mazembe antreten, das Internacional Porto Alegre im zweiten Halbfinale besiegte. Am Tag nach der Partie gegen den Asienmeister absolvierte die Mannschaft vormittags ein leichtes Training. Im Anschluss nahm sich Júlio César Zeit für ein Gespräch mit FIFA.com. Themen waren das Finale und der Traum, das Jahr mit einem Höhepunkt ausklingen zu lassen: "Mit einem Sieg könnten wir die WM endgültig abhaken, das Jahr 2010 zu einem guten Ende bringen und noch besser in 2011 starten."

Was war das für ein Gefühl, ausgerechnet bei einer für den Verein so wichtigen Partie aufs Spielfeld zurückzukehren?
Das war super. Ich hatte aufgrund von zwei Verletzungen anderthalb Monate nicht gespielt und wollte endlich wieder auflaufen. Ich freue mich nicht nur für mich selbst, sondern auch für andere Mannschaftskameraden, die vorher mit Verletzungen zu kämpfen hatten, zum Beispiel [Diego] Milito. Er war ziemlich lange zum Zuschauen verdammt, aber hat hier eine gute Leistung gebracht und ein schönes Tor geschossen. Aus all diesen Gründen war die Rückkehr aufs Spielfeld sehr positiv. Wir haben einen wichtigen Sieg eingefahren und guten Fussball gezeigt. Wir sind sehr zufrieden, weil wir die Chance haben, 2010 um einen weiteren Titel zu kämpfen.

Die Stimmung auf dem Spielfeld war ausgesprochen gut. Alle haben viel Laufeinsatz gezeigt, alles gegeben und die Tore gemeinsam bejubelt. Kann Inter über ein solches Turnier neues Selbstbewusstsein tanken?
Wir hatten einen guten Saisonauftakt, haben den italienischen Superpokal gewonnen, im Finale des europäischen Superpokals verloren und einen guten Start in die italienische Liga hingelegt. Danach wurden wir immer wieder von Verletzungsproblemen heimgesucht und haben einige Monate lang in der Meisterschaft keine besonders guten Leistungen gezeigt. Das hat die Arbeit des Trainers ziemlich erschwert. Er hatte einen schweren Stand, weil er neu zum Klub kam und nicht auf die Mannschaft zählen konnte, die einen Titel nach dem anderen holte. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass ein Sieg bei dieser Klub-WM wichtig wäre, um zu neuem Selbstvertrauen zu finden. Wenn ihm die verletzten Spieler wieder zur Verfügung stehen, kann der Trainer besser arbeiten und wir bringen bessere Leistungen.

Sie haben mit Inter ein optimales Jahr hinter sich, aber mit der Seleção sind Sie enttäuschend bereits im Viertelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ ausgeschieden. Wäre ein Sieg bei der Klub-WM für Sie ein kleines Trostpflaster?
Seit ich Fussballprofi geworden bin, träume ich davon, den größten aller Titel zu gewinnen. Dieses Jahr war auf Vereinsebene gut, aber leider war die WM eine Riesenenttäuschung. Wir hatten vorher in den dreieinhalb Jahren unter Dunga optimale Leistungen gebracht, sind mit viel Selbstbewusstsein angereist und wollten zumindest ins Finale einziehen. Daher war das Ausscheiden im Viertelfinale eine große Enttäuschung. Aber das Leben geht weiter, und wir schauen nach vorn. Jetzt habe ich zusammen mit Lúcio und Maicon die Chance, diese Klub-Weltmeisterschaft zu gewinnen. Mit einem Sieg könnten wir die WM endgültig abhaken, 2010 zu einem guten Ende bringen und noch besser ins Jahr 2011 starten.

Wie würde denn ein besseres Jahr 2011 für Sie aussehen? Könnte das bedeuten, mehr Titel mit Inter zu gewinnen oder zum Beispiel auch in die Seleção zurückzukehren?Mein Ziel ist es auf jeden Fall, auch weiterhin in der Seleção zu spielen. Ich habe einen Traum, den ich bisher noch nicht verwirklichen konnte: Ich möchte mit meinem Land Weltmeister werden. Solange ich kann, werde ich dieses Ziel verfolgen. Ich bin 31 Jahre alt und wenn ich es schaffe, in den nächsten Jahren bis zur WM in Brasilien konstant gute Leistungen zu zeigen, wäre das optimal. Ich werde weiterhin hart arbeiten und weiß, dass Mano Menezes das beobachten wird. Wir haben uns unterhalten, als er in Europa war. Er hat nicht nur einigen Vereinen einen Besuch abgestattet, sondern auch Gespräche mit Spielern geführt, unter anderem auch mit mir, Maicon und Lúcio. Wir wissen, dass jetzt alles von uns abhängt. Wir werden im Klub weiter an uns arbeiten, versuchen erfolgreich zu sein und die Wettbewerbe zu gewinnen, an denen wir teilnehmen. Dann werden wir sehen.

Was erwarten Sie im Finale von TP Mazembe? Als Torwart ist Ihnen sicher nicht entgangen, dass der gegnerische Torhüter zu den herausragenden Akteuren gehört. Werden Sie Ihre Mannschaftskameraden in dieser Hinsicht vorwarnen?
Nein, ich glaube bei einem solchen Spiel können wir uns nicht speziell mit einem einzelnen Spieler des Gegners beschäftigen. Er ist ein Torhüter, der in der Partie gegen Internacional eine hervorragende Leistung geboten und bis jetzt ein gutes Turnier gespielt hat. Aber wir sind gut vorbereitet und zuversichtlich. Unser Trainer war im Stadion und hat sich das Spiel angeschaut. Er wird uns Näheres dazu sagen, wie wir diesem Gegner gegenübertreten sollen. Wir wissen, dass das Team physisch stark ist, wie die meisten afrikanischen Mannschaften, und dass Mazembe über schnelle Spieler verfügt. Rafa wird uns alle Informationen geben, so dass wir keine bösen Überraschungen erleben werden.

Viele haben im Vorfeld ein Finale zwischen Inter Mailand und Internacional Porto Alegre erwartet, aber der Südamerika-Meister ist zum ersten Mal vorher ausgeschieden. Ist das für Sie eine Überraschung? Hätten Sie vielleicht lieber gegen die Brasilianer gespielt?Leider hat Internacional nicht gewonnen. Dabei haben sie noch nicht mal schlecht gespielt. Natürlich wäre ein Finale zwischen Inter und Inter für alle sehr interessant gewesen. Es ist schade, dass es jetzt nicht dazu kommt. Und es wurde natürlich vorher schon viel darüber gesprochen, weil die Europa- und Südamerikameister, seit das Turnier in diesem Format zwischen den Meistern aller Kontinente ausgetragen wird, immer favorisiert waren und diese Stellung auch bestätigt haben. Aber jetzt kann man sehen, dass es einfach keine Favoriten mehr gibt. Ich denke nicht an Revanche, sondern möchte einfach nur diesen Titel gewinnen, der für unseren Klub sehr wichtig ist.

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