Klub-Weltmeisterschaft VAE 2010 FCWC

Klub-Weltmeisterschaft VAE 2010 FCWC

8 Dezember - 18 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2010

Inter wieder auf Erfolgskurs

Diego Milito of FC Internazionale Milano celebrates
© Getty Images

Fast hatte man schon vergessen, wozu der FC Internazionale Milano imstande ist, wenn er einen guten Tag erwischt und in Bestbesetzung auflaufen kann. Dank eines klaren 3:0-Erfolgs über Seongnam Ilhwa Chunma aus der Republik Korea gelang dem UEFA Champions League-Gewinner ein perfekter Turnierstart, der ihm gleichzeitig den Einzug ins Finale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2010 bescherte.

Wenn man die beiden Klubs vom Bekanntheitsgrad ihrer Spieler und ihrer bisherigen Erfolge her vergleicht, scheint dieses Ergebnis durchaus logisch. Andererseits konnte Inter Mailand zuletzt sowohl in der heimischen Serie A wie auch in der UEFA Champions League überhaupt nicht an seine starken Leistungen aus der vergangenen Saison anknüpfen, so dass die Mannschaft von Trainer Rafael Benítez nicht gerade mit breiter Brust nach Abu Dhabi gereist war. Hinzu kam, dass am Vortag der Partie gegen Seongnam mit Internacional Porto Alegre der amtierende Südamerikameister sein Halbfinalspiel gegen den afrikanischen Vertreter TP Mazembe Englebert verloren hatte. Keine Frage, dass dies die Aufgabe der Inter-Stars noch zusätzlich erschwerte. "Das ist genau die Art Spiele, die leicht ins Auge gehen können, falls man sich nicht richtig darauf vorbereitet", räumte Inter-Kapitän Javier Zanetti nach dem ersten Auftritt seines Teams bei diesem Turnier gegenüber FIFA.com ein. "Doch wir haben die Situation clever gemeistert, zumal wir von Beginn an mit voller Konzentration gespielt haben."

Selbstvertrauen dank Führungstreffer
Der mittlerweile 37-jährige Argentinier kennt sich bestens im Weltfussball aus, in dem er selbst seit nunmehr zwei Jahrzehnten aktiv ist. Daher war für ihn der Ausgang des Spiels vom Abend zuvor auch keine wirkliche Überraschung, wohl aber ein Anlass, seine Mitspieler entsprechend zu warnen. "Die gestrige Niederlage von Internacional hat uns ungewollt verunsichert, das ist eine Tatsache", gestand Zanetti. "Wir wollen auf keinen Fall das gleiche Schicksal erleiden. Im Fussball von heute geht es zusehends enger zu. Die Spiele sind hart umkämpft und werden immer intensiver geführt, egal auf welchen Gegner man auch treffen mag. Das Niveau im weltweiten Fussball wird immer ausgeglichener. Wenn bei diesem Turnier schon ein mexikanisches und ein brasilianisches Team gestrauchelt sind, warum sollte das nicht auch einer europäischen Mannschaft passieren können?"

Zum Glück blieb genau das den Nerazzurri erspart. Mehr noch: Inter Mailand begann furios und ging durch ein frühes Tor von Dejan Stankovic nicht nur in Führung, sondern erhöhte dank Kapitän Zanetti noch vor der Pause auf 2:0. Den dritten und letzten Treffer erzielte Diego Milito, der damit nachhaltig bestätigte, dass seine Mannschaft zu ihrem Erfolgshunger zurückgefunden hat. "Der frühe Führungstreffer hat uns viel Selbstvertrauen gegeben und für den Rest der Partie Ruhe in unser Spiel gebracht", freute sich Milito im Gespräch mit FIFA.com. "Wir sind mit einer 2:0-Führung in die Kabine gegangen, danach mussten wir nur noch den Vorsprung verwalten und unsere Kräfte einteilen, ohne dabei die Konzentration zu vernachlässigen."

Nicht in die Falle tappen
Über den Finaleinzug hinaus erlebte Inter Mailand am gestrigen Abend im Zayed Sports City Stadium von Abu Dhabi noch zwei weitere Erfolgserlebnisse: Endlich demonstrierte die Mannschaft wieder einmal jenes Selbstbewusstsein sowie jene spielerische Klasse, die in der vergangenen Saison zum historischen Triple aus Meisterschaft, Ligapokal und UEFA Champions League geführt hatten. "Wir hatten eine Menge verletzte Spieler zu beklagen, ihre Rückkehr ins Team hat uns neues Selbstvertrauen gegeben und frischen Wind in die Mannschaft gebracht", so der frühere Stürmer von CFC Genua. "Wir nähern uns jetzt wieder unserer Bestform, so dass es in den nächsten Spielen noch besser für uns laufen kann."

Das nächste Spiel ist das Finale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft, das am Samstag, 18. Dezember 2010, über die Bühne geht. Und angesichts der vorangegangenen Niederlagen von CF Pachuca und Internacional Porto Alegre gegen TP Mazembe Englebert könnte es sich durchaus als eine Art Falle erweisen. "Wir dürfen uns nicht die geringste Nachlässigkeit erlauben", so die Warnung des argentinischen Nationalstürmers. "Bis dahin gilt es, uns ausreichend zu regenerieren und konzentriert zu bleiben, um unserem Favoritenstatus gerecht zu werden – wohl wissend, dass ein Finale grundsätzlich nicht mit anderen Spielen vergleichbar ist."

Ein strahlendes Esemble
Und Milito weiß, wovon er spricht, zumal er beim Triumph seiner Mannschaft im italienischen Pokal ebenso traf wie im Finale der UEFA Champions League. "Es stimmt schon, die Finalspiele scheinen mir besonders zu liegen", so der Stürmer. "Und natürlich möchte ich dabei auch stets Tore schießen. Dieses Mal jedoch wäre ich schon mehr als zufrieden, wenn wir gewinnen würden."

Und das Lächeln, das Milito zum Schluss unseres Gesprächs über die Lippen huscht, spricht für die derzeit positive Stimmung innerhalb seiner Mannschaft. Aus der etwas lustlos wirkenden Truppe, wie wir sie unlängst noch in Italien angetroffen hatten, ist in Abu Dhabi inzwischen ein strahlendes Ensemble geworden.

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