FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2015

FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2015

10 Dezember - 20 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2015

Ignacio Ambriz: Die menschliche Seite

Ignacio Ambriz coach of America looks on
© Getty Images

Immer, wenn das Schicksal ihn vor die Wahl stellte, entschied sich Ignacio Ambriz für den Ball. Als ganz junger Bursche schon verfolgte er den Traum, Fussballprofi zu werden, statt in die Kriminalität abzurutschen. Als sich dann abzeichnete, dass sein Traum wahr werden könnte, widerstand er auch den Versuchungen des Alkohols. Mittlerweile ist er Trainer von Club América, und im Vorfeld der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2015 verwundert es niemanden, dass die persönliche Ansprache und Motivation seiner Spieler zu seinen größten Tugenden zählen.

"Der Fussball hat fast mein gesamtes Leben bestimmt", verriet er im Exklusiv-Interview mit FIFA.com. "Ihm habe ich meine Familie, meinen Status und den Respekt zu verdanken, der mir heute entgegengebracht wird. Er hat mir geholfen, mein Viertel hinter mir zu lassen, dem Alkohol zu entkommen… Der Fussball ermöglicht es dir, in einer Art Blase zu leben, in der alles leicht und erreichbar ist. Ich rate meinen Spielern immer, behutsam mit dieser Blase umzugehen, damit sie nicht platzt und ihnen nichts passiert. Ich versuche, ihnen Orientierung zu geben, damit sie auf das Geld aufpassen und es gut anlegen. Auf der Grundlage all meiner Erfahrungen versuche ich, die menschliche Seite zu beeinflussen, den Spielern Werte wie Fleiß und Bescheidenheit zu vermitteln", ergänzt Ambriz, Mitglied des mexikanischen Teams, das 1994 an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ in den USA teilnahm.

15 Jahre später...
Nun, so kurz vor dem Abenteuer im Land der aufgehenden Sonne, fällt es ihm nicht schwer, seine Schützlinge zu motivieren. "Ich sage ihnen, dass sie sich im Klaren darüber sein sollen, dass es nicht viele Spieler gibt, die die Möglichkeit haben, an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen. Man muss die Gelegenheit nutzen und das Turnier in vollen Zügen genießen. Sie sollen sich an ihre Träume aus der Anfangszeit erinnern. Das hier ist eines der großen Ziele in der Karriere jedes Profis", betont der 50-jährige Trainer.

Ambriz selbst dürfte einen gewissen Druck verspüren, denn er übernahm das Team, als man das Ticket zur FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2015 bereits gelöst hatte. "Ich hätte gerne von mir gesagt, dass ich den Titel in der CONCACAF geholt und das Team damit zur Klub-WM geführt habe. Aber der heutige Fussball ist nun einmal so. Es gibt keine Garantie dafür, dass du deinen Job behalten wirst, wenn du einen Titel holst. Ich muss diese Chance einfach nutzen", erklärt er und erinnert an die Leistung Américas in der CONCACAF Champions League 2014/15, als der Uruguayer Gustavo Matosas mit dem Team den Titel holte.

Für Ambriz ist die FIFA Klub-WM kein Neuland. Vor 15 Jahren hatte er das Glück, als Spieler mit Club Necaxa bei der ersten Ausgabe des Turniers dabei zu sein. Der dritte Platz, den man damals holte, war das bislang erfolgreichste Abschneiden eines mexikanischen Vereins.

"Ich hatte das Glück, dass ich am Ende meiner Karriere mit einem Verein wie Necaxa, mit dem ich viele Titel holte, an der Klub-WM teilnehmen konnte. Wir haben gegen große Teams den dritten Platz geschafft und dabei auch Real Madrid besiegt. Als Trainer ist nun alles anders. Jetzt werde ich es auf eine ganz andere Art genießen. Ich werde auf viele Dinge achten müssen, auf meine Spieler, auf die Organisation, auf die mitgereisten Familien… Man muss alles im Blick haben", erklärt Ambriz, der als Assistenztrainer von Javier Aguirre auch schon für Osasuna und Atlético Madrid tätig war.

Es geht um den Ruhm
Er weiß von früher, wie es sich anfühlt, an diesem Turnier teilzunehmen, bei dem jede Minute zählt und man es mit den unterschiedlichsten Spielweisen der Gegner zu tun bekommt. Diese wichtigen Erfahrungen wird er als Trainer nutzen.

"Zunächst werden wir an unserem Stil festhalten. Wir werden geordnet spielen und alles versuchen, um in Ballbesitz zu kommen. Unsere Angriffe müssen schnell sein, und wir müssen gut stehen. Aber dabei werden wir es nicht belassen. Wir werden auch unsere Gegner gut kennen und unsere Aufstellung oder unser System bei Bedarf anpassen", sagt der Trainer, der im Laufe seiner Karriere gezeigt hat, dass er äußerst variabel sein kann, was die Aufstellung seiner Mannschaften angeht.

Der Tisch ist gedeckt für diesen Trainer, der schon so viel erlebt hat. Japan 2015 ist ein Meilenstein mehr in seinem Leben, das durchaus im Dunkeln hätte verlaufen können, wenn der Ball nicht so viel Licht hereingebracht hätte. "Ich würde mich sehr freuen, wenn ich noch erfolgreicher als zu meiner aktiven Zeit sein könnte und wir das Endspiel erreichen. Dafür müssen wir viele Hindernisse überwinden, doch es gibt diese Hoffnung, diesen Traum. Ich werde die Spieler auffordern, dies alles intensiv zu erleben. Wir dürfen uns hier nichts entgehen lassen. Wir müssen diese Chance nutzen."

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