FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2008

11 Dezember - 21 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2008

Ferdinand: "Der Stoff, aus dem die Träume sind"

© AFP

Es gibt Fussballfans die denken, dass Spieler angesichts ihrer Erfolge immer gleichgültiger werden. Auf Rio Ferdinand trifft dies ganz gewiss nicht zu. Als er nach dem 1:0-Erfolg gegen Liga de Quito aus dem lautstarken Jubel in der Umkleidekabine von Manchester United auftauchte, hielt der Verteidiger die Trophäe fest umklammert und strahlte über das ganze Gesicht - und das mit gutem Grund.

Die Vorgeschichte, die zu diesem Erfolg führte, begann bereits in der Saison 2006/07 mit dem Gewinn des Meistertitels in der englischen Premier League. Damit qualifizierten sich die *Red Devils *für die UEFA Champions League 2007/08, die sie auf dramatische Weise gewannen. Das wiederum qualifizierte den Traditionsklub für die FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2008. Nachdem Manchester United auch die Saison 2007/08 in der Premier League als englischer Meister abschloss, kann man die letzten Jahre nur als überaus erfolgreich für den gebürtigen Londoner bezeichnen.

Ferdinand freut sich nach eigenem Bekunden mit fast kindlicher Begeisterung in erster Linie darüber, dass Manchester United als erster britischer Klub, der die FIFA Klub-Weltmeisterschaft gewann, ein neues Kapitel Fussballgeschichte schreiben konnte.

"Das war ohne Zweifel mein bislang bestes Jahr als Profifussballer", meinte Ferdinand im Interview mit FIFA.com. "Die Champions League, die Premier League und dann auch noch die FIFA Klub-Weltmeisterschaft zu gewinnen - das ist schon etwas ganz Besonderes. Das übertrifft meine wildesten Kindheitsträume. Am liebsten wollen wir immer weiter gewinnen. Schon in der Schule war es ein großartiges Gefühl, zu siegen und etwas zu gewinnen, und das ist bis heute so geblieben. Für mich werden bei Manchester United und in der englischen Nationalmannschaft alle meine Träume wahr."

"Es können nicht viele Leute von sich sagen, dass sie Weltmeister waren. Wir sind die erste britische Klubmannschaft, der das gelungen ist. Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren sehr hart für diesen Erfolg gearbeitet. Hoffentlich erweist er sich als Katalysator für eine weitere erfolgreiche Saison. Unser Start in dieses Jahr verlief nicht ganz nach Wunsch. Vielleicht kann dieser Erfolg jetzt also die Initialzündung bringen, die wir brauchen."

"Es ist großartig, dass uns diese Erfolge zum fünfzigsten Jahrestag des fürchterlichen Flugzeugunglücks von München gelungen sind, und dass wir auf diese Weise selbst ein Stück Fussballgeschichte schreiben konnten. Drei große Titel zu gewinnen ist etwas, worauf man wirklich stolz sein kann. Und wir haben das innerhalb von nur zwölf Monaten geschafft - unglaublich."

Rio Ferdinand war voll des Lobes über seinen Klub und seinen Teamkameraden Wayne Rooney, der gegen Liga de Quito mit dem entscheidenden Tor zum Matchwinner wurde. Der Stürmer, der von Everton zu *ManU *kam, erzielte jedoch nicht nur das einzige Tor des Endspiels, sondern schloss das Turnier auch als bester Torschütze ab und wurde als bester Spieler mit dem Goldenen Ball von adidas sowie dem TOYOTA Award ausgezeichnet.

"Er hat das Zeug dazu, der beste Stürmer der Welt zu werden. Ich denke, dass er bei diesem Turnier gezeigt hat, warum diese Einschätzung nicht übertrieben ist", so Ferdinand. "Ich bin davon überzeugt - und das habe ich auch schon gesagt, bevor wir hierher kamen. Auch unser Trainer sagt das immer wieder, und einige andere Spieler ebenfalls. Wir wissen alle, was er leisten kann. Er muss einfach auf seine hier gezeigten Leistungen und Erfolge aufbauen, denn diese waren eines echten Spitzenfussballers würdig."

Der 30-jährige Verteidiger hatte schon vor dem Turnier in einem Gespräch mit FIFA.com geäußert, wie sehr er sich auf die Rückkehr nach Japan freute. Mit dem *Land der aufgehenden Sonne *verbindet Ferdinand zahlreiche schöne Erinnerungen vom FIFA Weltpokal Korea/Japan 2002 und von einigen Saisonvorbereitungsreisen mit Manchester United.

Nun hat Ferdinand noch bessere Erinnerungen an Japan - um so mehr, als er wegen des Fehlens von Gary Neville und Ryan Giggs als Spielführer auflief und daher den Pokal der FIFA Klub-Weltmeisterschaft persönlich entgegen nehmen und in den Himmel recken durfte.

"Es war eine große Ehre, diesen Pokal überreicht zu bekommen. Ich bin nicht der reguläre Kapitän dieser Mannschaft, somit war das für mich ein echtes Sahnehäubchen", freute er sich. "Wenn ich mit Titeln und Medaillen nach Hause gehen kann, dann spielt es gar keine Rolle, ob ich Kapitän bin, oder nicht. Ich will einfach nur gewinnen."

"Das Turnier war sehr gut organisiert, so wie man das von der FIFA und von Japan erwartet", erklärte er zum Schluss. "Wir waren schon mehrere Male in diesem Land und genießen es jedes Mal. Wir werden hier immer sehr zuvorkommend empfangen und behandelt, und auch dieses Mal war da keine Ausnahme. Die Fans waren fantastisch - nicht nur die japanischen Fans, sondern auch diejenigen, die die lange Reise von England angetreten haben."

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