FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2008

FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2008

11 Dezember - 21 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2008

Evra: "Ich werde alles aus mir herausholen"

Manchester United's Patrice Evra in action against Gamba Osaka
© Foto-net

Auf der linken Außenbahn gilt Patrice Evra bei Manchester United als Schlüsselfigur. Zu seinen wichtigsten Trümpfen zählen sowohl seine beeindruckende Sicherheit im Defensivbereich als auch seine Antrittsschnelligkeit und seine präzisen Flanken. Seit seinem Wechsel zu *ManU *im Januar 2006, wo er bislang 121 Pflichtspiele bestritt und dabei zwei Treffer erzielte, hat sich der französische Nationalspieler ständig weiterentwickelt.

Wie wichtig er inzwischen für den englischen Traditionsklub ist, stellte der in der senegalesischen Hauptstadt Dakar geborene Evra gerade erst im Halbfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2008 gegen Gamba Osaka unter Beweis, als er Darren Fletcher die entscheidende Vorlage zum vierten Treffer der Engländer lieferte. Damit fand der Aufwärtstrend des Abwehrspielers auch in Fernost seine Fortsetzung. Kein Zweifel also, dass sich der 27-jährige Evra auf dem bisherigen Höhepunkt seiner Karriere befindet. Die gleiche Ruhe und Ausgeglichenheit, die er auf dem Platz ausstrahlt, spiegelt sich auch in seinen Worten wider. Evra, der sich bei seinem aktuellen Verein ebenso wohl fühlt wie im Fussball an sich, gab freimütig und in aller Lockerheit Antwort auf die Fragen von FIFA.com.

Patrice Evra, was sagen Sie zu diesem etwas verrückten Spiel?Wir haben zwar viele Tore geschossen, aber auch drei selbst kassiert. Das ist für uns eher ungewöhnlich. Aber wir haben einen guten Fussball gezeigt, so dass wir am Ende auch zufrieden sein konnten. Und ich meine, dass auch die Zuschauer auf ihre Kosten gekommen sind. Was uns betrifft, so haben wir einfach unseren Job gemacht. Das Schwerste steht uns indes noch bevor, denn jetzt gilt es, sich auch im Finale durchzusetzen.

Wie schätzen Sie Ihre eigene Leistung in der Partie gegen Gamba Osaka ein?Ich finde, dass ich unter den gegebenen Bedingungen eine gute Vorstellung geboten habe, denn ich habe das Beste daraus gemacht und obendrein noch einen entscheidenden Pass gespielt! Ich bin also mit mir und unserem Weiterkommen absolut zufrieden. Für mich persönlich sind dies die letzten Auftritte in diesem Jahr, da ich nach dem Turnier einen Zwangsurlaub antreten muss (Anm. d. Red.: Evra wurde vom englischen Fussballverband wegen eines Handgemenges mit einem Angestellten des FC Chelsea, am dem er im April dieses Jahres beteiligt war, für vier Spiele gesperrt). Deshalb werde ich noch einmal alles aus mir herausholen.

Waren Sie von den Japanern überrascht?Gamba Osaka hat uns nicht überrascht, denn wir hatten die Mannschaft zuvor anhand von Videoaufzeichnungen studiert, so dass wir ihre Qualitäten bereits kannten. Keines der hier vertretenen Teams ist nach Japan gekommen, um ein paar Tage Urlaub zu verbringen, sondern mit dem festen Vorsatz, zu gewinnen. Gerade weil das so ist, werden wir im bevorstehenden Finale unser tatsächliches Leistungsniveau zeigen müssen. Wenn wir das nicht professionell genug angehen, werden wir dieses Turnier auch nicht als Sieger beenden, ganz einfach.

Im Finale treffen Sie auf LDU Quito. Was wissen Sie über diese Mannschaft?Mit LDU Quito haben wir uns zwar noch nicht näher beschäftigt, doch ich selbst habe schon mit der französischen Nationalmannschaft gegen Ecuador gespielt. Von daher weiß ich, dass die Ecuadorianer talentierte Fussballer haben, die alle über eine gute Balltechnik verfügen. Wir werden uns noch ein paar Videos ansehen, um uns optimal auf dieses für uns enorm wichtige Finale vorzubereiten.

Welche Bedeutung hat dieses Turnier in Ihren Augen?Wir sind nicht nach Japan gekommen, um das Land als Touristen kennen zu lernen, ganz sicher nicht! Wir können hier als erste englische Mannschaft FIFA Klub-Weltmeister werden. Falls uns das gelingt, hätten wir einen Dreifacherfolg aus Meisterschaft, UEFA Champions League und FIFA Klub-Weltmeisterschaft gelandet, das wäre doch was! Als Spieler bekommt man so eine Gelegenheit, in die Fussballgeschichte einzugehen, nur selten geboten. Deshalb sollten wir uns diese nicht entgehen lassen. Ehrlich gesagt glaube ich, dass alle Akteure unserer Mannschaft so denken und daher nichts anderes als dieses Ziel im Visier haben.

Sie sind vor drei Tagen in Japan angekommen, wie fühlen Sie sich?Die Anpassung an den Zeitunterschied war nicht leicht, und in der ersten Nacht habe ich nur drei Stunden geschlafen. Aber das soll keine Ausrede sein, denn schlafen können wir nach unserer Rückkehr nach Manchester noch genug (lacht)! Allerdings denke ich schon, dass es ohne die Umstellung etwas einfacher wäre, zumal wir eigentlich alle mit Schlafproblemen zu kämpfen haben.

Bei Manchester United befinden Sie sich nach wie vor in einem Leistungshoch. Bei den Bleus *hingegen stehen Sie nicht immer in der Startelf. Wie gehen Sie mit diesem Widerspruch um?Im Klub bin ich zu Hause. Bei der französischen Nationalmannschaft läuft das anders. Sicher ist es in erster Linie an mir, mich zu beweisen und somit zu versuchen, mich auch im Nationalteam heimisch zu fühlen. Das geschieht Schritt für Schritt. Ich habe zahlreiche Länderspieleinsätze, ein gutes Verhältnis zum Nationaltrainer und ich kenne meine Mitspieler bei den *Bleus bestens, denn das sind alles Topfussballer. Wenn ich bei *ManU *weiter so gut spiele wie bisher, dann dürfte auch meinem endgültigen Durchbruch in der Nationalmannschaft nichts im Wege stehen. Dies umso mehr, da es mein Land ist und ich, sobald ich für die *Bleus *auflaufe, mit ganzem Herzen dabei bin.

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