FIFA Klub-Weltmeisterschaft Vereinigte Arabische Emirate 2009

FIFA Klub-Weltmeisterschaft Vereinigte Arabische Emirate 2009

9 Dezember - 19 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2009

Ein Sieg für die Ewigkeit

Barcelona players celebrate with the trophy after winning
© Getty Images

Der FC Barcelona reiste mit dem Ziel nach Abu Dhabi, seinen herausragenden Ruf gleich in doppelter Hinsicht zu bestätigen. Die Blaugrana spielen nach allgemeiner Auffassung den schönsten Fussball und bilden das beste Team der Welt. Den ersten Anspruch unterstrichen die Katalanen auf beeindruckende Weise. Das Star-Ensemble von Trainer Pep Guardiola begeisterte die Zuschauer mit unwiderstehlicher und unnachahmlicher Fussballkunst vom Feinsten. Und auch den zweiten Anspruch bestätigte der FC Barcelona letztlich, wenn auch nach einem kurzen Moment des Schreckens, durch den 2:1-Finalsieg gegen Estudiantes de La Plata. Mit diesem ersten Titelgewinn bei einer FIFA Klub-Weltmeisterschaft hat der spanische Spitzenklub in diesem Jahr sechs Titel geholt – so viele wie nie zuvor eine Vereinsmannschaft.

Im beeindruckenden Trophäenschrank Barças fehlte zu Beginn des Turniers noch ein Welttitel. 1992 hatte man beim Toyota Cup, dem Vorläufer der FIFA Klub-Weltmeisterschaft, gegen den FC São Paulo mit 1:2 verloren, und vor drei Jahren gab es gegen Internacional de Porto Alegre eine 0:1-Niederlage. Die Befürchtung auf Seiten der Spanier, es könne ihnen 2009 in den VAE erneut so ergehen, wurde nur fünf Minuten nach dem Beginn ihres ersten Spiels etwas größer.

Doch der Treffer von Guillermo Rojas, der dem FC Atlante im Halbfinale die überraschende Führung bescherte, konnte den europäischen Spitzenklub nicht ins Wanken bringen. Im Gegenteil – er rief bei den Katalanen eine echte Trotzreaktion hervor. Am Ende siegte der FC Barcelona mit 3:1 und dieses Resultat war für die Mexikaner sogar noch schmeichelhaft. Damit standen die Katalanen im Finale, das sich als eines der besten aller bisherigen FIFA Klub-Weltmeisterschafts-Turniere erwies.

Harter Kampf im Finale
In der Gesamtbetrachtung war der FC Barcelona auch hier die bestimmende Mannschaft. Im leuchtend rosafarbenen Auswärtstrikot zeigten Dani Alves, Xavi, Lionel Messi, Zlatan Ibrahimovic und Co. atemberaubende Dribblings, Tricks, Doppelpässe und Vorlagen und kamen so zu einer Vielzahl von Chancen. Doch es wollte ihnen einfach nicht gelingen, den Ball ins Tor von Damian Albil zu befördern, das von der Defensive von Estudiantes kompromisslos und mit vollem Einsatz verteidigt wurde, nachdem das Team aus Südamerika in der 37. Minute durch einen Kopfballtreffer von Mauro Boselli in Führung gegangen war.

Doch dann kam die 89. Minute. In diesem Moment zahlten sich die nicht enden wollenden Angriffsbemühungen der Katalanen endlich aus. Pedro erzielte per Kopf den Ausgleich und erzwang damit die Verlängerung, in der Barça den massiven Druck weiter aufrecht hielt. Und auch das sollte sich letztlich auszahlen, denn Lionel Messi, der nach dem Spiel mit dem Goldenen Ball von adidas und dem TOYOTA Award ausgezeichnet wurde, erzielte den entscheidenden Treffer.

Doch auch dem Gegner Estudiantes gebührt großer Respekt. Dem Team aus Argentinien fehlten letztlich nur wenige Minuten zu einem Triumph, den kaum jemand für möglich gehalten hätte.

Pohang und Auckland freuen sich
Den dritten Platz belegten die Pohang Steelers aus der Republik Korea, deren überzeugender und unerwartet starker Auftritt Erinnerungen an das Erreichen des vierten Platzes beim FIFA Weltpokal Korea/Japan 2002™ durch die Nationalmannschaft der Republik Korea weckte. Dabei hatte es anfänglich gar nicht gut für die Mannschaft aus Fernost ausgesehen, die im Viertelfinale gegen TP Mazembe zunächst in Rückstand geriet. Doch dies nahm der Brasilianer Denilson zum Anlass, seine Genialität zu zeigen. Er erzielte gleich zwei Treffer und sorgte damit für den Halbfinaleinzug des asiatischen Vereinsmeisters. Für den afrikanischen Vertreter blieb nur das Spiel um Platz fünf.

Denilson traf auch in der Partie gegen Estudiantes, die dennoch mit 1:2 verloren ging. Wenn es auf Seiten der Pohang Steelers nicht drei Platzverweise gegeben hätte und Denilson nicht vom Torjäger zum Torhüter gemacht worden wäre, hätte diese Partie, bei der man dem argentinischen Team eigentlich einen Spaziergang prophezeit hatte, ganz anders ausgehen können. Im Spiel um Platz drei schließlich traf der 33-jährige Angreifer erneut beim 1:1, das die Koreaner letztlich im Elfmeterschießen für sich entscheiden konnten. Damit wurde Denilson Torschützenkönig des Turniers.

Auckland City konnte wie die Pohang Steelers die Erwartungen weit übertreffen. Zu Beginn des Turniers lautete die Bilanz neuseeländischer Teams bei FIFA Klub-Weltmeisterschaften vier Niederlagen in vier Spielen. Mit einem Sieg gegen Al Ahli, den Vertreter des Gastgeberlandes, zog die disziplinierte und technisch solide Mannschaft von Trainer Paul Posa ins Viertelfinale ein, wo sie gegen Atlante keineswegs so deutlich unterlegen war, wie das Endergebnis von 0:3 vermuten lässt. Im Spiel um Platz fünf wiederum holten die Kiwis ihren zweiten Sieg beim 3:2 gegen TP Mazembe aus der DR Kongo.

Fussball ist der Sieger
Und so hatten während der Schlussfeier des Turniers nahezu alle Teilnehmer Grund zur Freude: Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich als hervorragender Gastgeber erwiesen; Auckland City hat ein sehr erfolgreiches Jahr für den neuseeländischen Fussball mit einer weiteren starken Leistung abgeschlossen; die Pohang Steelers widerlegten eindrucksvoll die Behauptung, sie wären lediglich als Kanonenfutter in Abu Dhabi dabei, und natürlich der FC Barcelona, der sich am Ende den höchsten Titel im weltweiten Klubfussball sichern konnte.

Wie FIFA-Präsident Joseph S. Blatter versprochen hatte, gab es allerdings noch einen weiteren Gewinner, nämlich den Fussballsport, der auch am Persischen Golf seinen Status als das schönste aller Spiele eindrucksvoll unterstrich.

Endstand1. FC Barcelona (ESP)

2.Estudiantes de La Plata (ARG)

  1. Pohang Steelers (KOR)

  2. Atlante FC (MEX)

  3. Auckland City (NZL)

  4. TP Mazembe (COD)

  5. Al Ahli (UAE)

StadienMohammad Bin Zayed Stadium (Abu Dhabi), Zayed Sports City (Abu Dhabi)

Torjäger
Denilson (Pohang Steelers) 4 Tore; Leandro Benitez (Estudiantes), Lionel Messi (Barcelona), Pedro (Barcelona) and Jason Hayne (Auckland City), zwei Tore.

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel

Meung Chung Kim (L) and Jung Kyum Kim (2nd R) of Pohang Steelers celebrate with Denilson (C)

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2009

Dritter Platz für Pohang

19 Dez 2009

Josef Hayne (2nd L) celebrates the first goal with Chad Coombes (L), Matt Williams (2nd R) an d Lee Ki Hyung of Auckland

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2009

Auckland siegt knapp

16 Dez 2009

Carlos Puyol holds the cup aloft amongst FC Barcelona players

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2009

WM-Triumph für "Barça"

19 Dez 2009