Klub-Weltmeisterschaft VAE 2010 FCWC

Klub-Weltmeisterschaft VAE 2010 FCWC

8 Dezember - 18 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2010

Dritter Platz als Trostpflaster

Internacional's players celebrate after scoring
© AFP

Für Internacional Porto Alegre ist die FIFA Klub-Weltmeisterschaft nicht zufriedenstellend verlaufen. Das war den Spielern nach dem 4:2-Erfolg gegen Seongnam Ilhwa Chunma im Spiel um Platz drei deutlich anzumerken und wurde auch in ihren Aussagen deutlich. Schließlich hatte der Gewinner der Copa Libertadores von diesem Turnier wesentlich mehr erwartet. Das Team wollte ins Finale einziehen und dort um den zweiten Weltmeistertitel in der Vereinsgeschichte kämpfen.

Die gedämpfte Stimmung bei den Spielern nach dem erfolgreichen Spiel um Platz drei ließ deutlich erkennen, dass die Enttäuschung über das Halbfinal-Aus gegen TP Mazembe noch immer tief saß. Viele Spieler hatten den Auftritt vom letzten Dienstag noch immer im Hinterkopf. So erging es auch Mannschaftskapitän Bolívar. "Unser eigentliches Ziel war der Einzug ins Finale. Aber leider haben wir es nicht geschafft. Wir hatten in der ersten Partie einfach kein Glück", erklärte der Abwehrchef von Inter gegenüber FIFA.com. Mittelfeldspieler Tinga kann ihm da nur zustimmen. "Wenn wir uns das Finale anschauen, wird die Enttäuschung sicher noch einmal hochkommen. Wir wissen, dass wir selbst dabei sein könnten."

In die Trauer und Enttäuschung über den verpassten Finaleinzug mischte sich jedoch auch ein Funken Stolz. Der gute Auftritt des heutigen Tages, die zahlreichen Tore, die nun endlich doch fielen, die Versöhnung mit den Fans und deren Beifall am Ende der Partie brachten den Spielern zumindest doch noch etwas Anerkennung und stellten das gute Image des Klubs wieder her. "Wir brauchten diesen Sieg wirklich und wollten um die Ehre des Klubs kämpfen. Wir hatten Verständnis für die Fans, die natürlich wütend waren. Sie wollten den Titel. Daher haben sie uns kritisiert, aber sie haben dennoch zu uns gehalten und unsere Leistung am Ende auch anerkannt", erklärte Bolívar und nennt gleich im Anschluss einen einfachen Grund dafür, dass diese Partie mit einem anderen Ergebnis endete als die vorherige.

"Wir sind eigentlich ganz ähnlich aufgetreten wie gegen Mazembe. Allerdings haben wir heute Chancen herausgearbeitet und auch das erste Tor erzielt. Das hat uns die Sache wesentlich erleichtert", erklärte er. "Wir sind sehr froh darüber, hier guten Fussball präsentiert und viele Tore geschossen zu haben. Das ist der Fussball, für den Inter bekannt ist", so der Mannschaftskapitän abschließend.

Wenn dieser dritte Platz auch nicht ausreicht, um bei den Spielern für ausgelassene Stimmung zu sorgen, so stimmt er doch zumindest optimistisch. Sicher werden sie in der nächsten Saison mit demselben Ehrgeiz ans Werk gehen und erneut um den Titel der Copa Libertadores und damit um die Teilnahme an der Klub-Weltmeisterschaft kämpfen. "Es ist nicht einfach, nach einem so enttäuschenden Ergebnis die Leistung zu bringen, die wir heute gebracht haben. Das ist ein Beweis für die Qualität der Mannschaft und spricht dafür, dass wir 2011 um weitere Titel kämpfen werden, um die Chance zu bekommen, hierher zurückzukehren", meinte Bolívar.

Hommage an Abbondanzieri
Ein weiterer Glanzpunkt der Partie war die Einwechslung von Roberto Pato Abbondanzieri. Der 38-jährige Torhüter, der von seinen Mannschaftskameraden bereits gebührend verabschiedet worden war, bekam hier noch die Gelegenheit, seine über 20-jährige erfolgreiche Karriere auf der Weltbühne zu beenden. Das war eine große Anerkennung für den Routinier, der sich im Anschluss sichtlich bewegt zeigte. "Es war schon sehr schön, dass ich meine Karriere bei einer Weltmeisterschaft abschließen konnte. Inter hat mir die Gelegenheit gegeben, noch eine Saison zu spielen, und jetzt kann ich sagen, dass ich meine Karriere mit einem guten Gefühl beende, weil ich mit dem Klub noch einen letzten Sieg errungen habe."

Ein langer Weg
Für Seongnam nahm das Turnier, das mit einem 4:1-Erfolg gegen Al-Wahda so vielversprechend begonnen hatte, nicht das erhoffte Ende. Der Klub musste auf die Routiniers Sasa Ognenovski und Dzenan Radoncic (musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden) verzichten und war für Inter leichte Beute. Für den Mittelfeldspieler Chong Kwang-Jin macht diese Partie deutlich, dass zwischen den Vertretern Asiens und den Teams der anderen Kontinente noch immer eine Lücke klafft.

"Dieses Spiel hat deutlich gezeigt, dass wir uns noch stark verbessern müssen", erklärte er gegenüber FIFA.com. "Wir haben dieses Jahr in Asien die Spitze erklommen, aber wenn man gegen die Meister der anderen Kontinente antritt, wird doch deutlich, dass es noch einen Unterschied gibt. Aus dieser Erkenntnis müssen wir lernen. Es war eine tolle Erfahrung, von der wir ganz bestimmt profitieren werden. Ich weiß nicht, ob wir auf die Weltbühne zurückkehren werden, aber wir werden es auf jeden Fall versuchen und sind sehr motiviert."

Beim südkoreanischen Klub zeigte man sich auch sehr zufrieden über den hervorragenden Auftritt des Kolumbianers Mauricio Molina, der mit drei Treffern bester Torschütze des Turniers wurde. "Sein Erfolg überrascht uns nicht", so Chong. "Er hat in der Landesmeisterschaft und in der AFC Champions League auch schon viele wichtige Tore erzielt. Wir sind ihm dafür sehr dankbar. Von einem Spieler wie Mauricio können wir viel lernen."

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