FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2015

FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2015

10 Dezember - 20 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2015

Die geheimen Seiten von TP Mazembe

A supporter of Lubumbashi TP Mazembe cheers during the CAF Champions League final
© AFP

Tout-Puissant Mazembe ist ein Denkmal. Ein solides Gebäude mit Fundament, das zahlreichen Ausbesserungen unterzogen wurde und eine reiche Geschichte an Begebenheiten, Anekdoten und großen Momenten vorzuweisen hat. Das jüngste Ereignis ist der fünfte Gewinn der CAF Champions League, der gleichbedeutend mit der Qualifikation zur FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2015 war.

Just bei diesem Wettbewerb machte sich TP Mazembe Englebert 2010 erstmals auch im weltweiten Maßstab einen Namen. Als erster Vertreter, der nicht aus Europa oder Südamerika stammt, erreichte das Team das Finale des Turniers. Fünf Jahre nach der damaligen Niederlage gegen Inter Mailand meldet sich der Klub aus Kongo DR auf der weltweiten Bühne zurück.

Und für all diejenigen, die mit dem Afrikameister noch nicht vertraut sind, präsentiert FIFA.com im Vorfeld seines Starts in das Turnier die verborgenen Seiten des Vereins und seine kleinen Geheimnisse.

Ein vielsagender Name
*
In Bolivien gibt es einen Klub namens "The Strongest" (der Stärkste), in den Niederlanden tragen die Mannschaften Herakles, Achilles, Sparta oder Ajax im Vereinsnamen, und Kamerun hat "Le Tonnerre" (Donner) oder "Canon" (Kanone). Analog dazu gibt es auch in Kongo DR Vereine mit einschüchternden Namen. Der furchterregendste ist zweifellos Tout-Puissant Mazembe. Der Klub wurde 1939 nach dem alten Namen der Stadt Lubumbashi als FC Saint Georges Elisabethville gegründet, bevor er fünf Jahre später in den Besitz der in der Reifenbranche tätigen Firma Englebert überging. Da die Mannschaft in der gesamten ersten Saison ungeschlagen blieb, wurde der Verein in Tout-Puissant (Allmächtig) umbenannt, um diesen Erfolg zu würdigen. Der Begriff Mazembe ist in der Suaheli-Sprache, eine der offiziellen Landessprachen, der Begriff für "Raben" und steht für die schwarz-weißen Vereinsfarben. Die Spieler von TP werden indes nicht nur als die *Raben, sondern auch als Badianguena *("Krokodilfresser"), bezeichnet! Da kann man es schon mit der Angst zu tun bekommen ...*

Kidiboikié, eingetragenes WarenzeichenRobert Muteba Kidiaba ist ein exzellenter afrikanischer Torwart, der im Alter von 39 Jahren fast alles gewonnen hat, was es auf seinem Heimatkontinent zu gewinnen gibt. Im Verlauf seiner langen Karriere hat er Tausende von hochklassigen Paraden gezeigt. Gleichwohl sind es nicht seine Leistungen auf der Linie, für die er die größte Bekanntheit erlangt hat. Nach jedem erzielten Treffer von Tout-Puissant oder der Nationalelf von Kongo DR setzt sich der Schlussmann zu einem höchst eigentümlichen Torjubel auf den Hosenboden, um sich auf dem Gesäß mit kleinen Luftsprüngen nach vorne zu bewegen. "Das ist eigentlich eine Übung zur Kräftigung der Bauchmuskulatur und zur Erhöhung der Beweglichkeit am Boden, damit man nach einer Flugparade möglichst schnell wieder auf die Beine kommt", erklärte er 2010 gegenüber FIFA.com. "Im Training bringt das meine Mitspieler immer zum Lachen. Da habe ich beschlossen, jedes Mal, wenn einer von ihnen ein Tor schießt, auf diese Weise meinen Torjubel zum Ausdruck zu bringen. Etwas anderes ist mir nicht eingefallen." Inzwischen ging der eigenwillige Tanz per Video um die Welt, und sein Erfinder hat ihn sich unter dem Namen Kidiboikié patentrechtlich schützen lassen.

Zu 100 Prozent Stimmung garantiert
*
Was wäre eine Partie von TP Mazembe ohne die Heerscharen von leidenschaftlichen Anhängern? Die "100 pour 100" sind seit der Gründung 1983, übrigens durch den älteren Bruder von Torhüter Kidiaba, Mutamba Kelemuta, der treueste Fanklub. Auf der Internetseite der *Raben ist zu erfahren, dass der spätere Präsident Moïse Katumbi beim Anblick von singenden Tagelöhnern diesen zugerufen haben soll: "Gründet ein Orchester und kommt ins Stadion, um für Stimmung zu sorgen." Die jungen Männer nahmen ihn beim Wort. Fast 30 Jahre später in Abu Dhabi sorgte im Halbfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2010 gegen Internacional Porto Alegre genau diese Gruppe von eingefleischten Fans dafür, dass die zahlenmäßig weit überlegene brasilianische Anhängerschar akustisch in die Bedeutungslosigkeit verfiel.

*Von der Magie zum Talent
*
Ein weiteres kleines Geheimnis des fünfmaligen afrikanischen Vereinsmeisters besteht darin, dass ihm der Ruf anhaftet, neben Taktik und Technik gelegentlich auch alternative Hilfsmittel in Anspruch zu nehmen, um gegen seine Gegner die Oberhand zu behalten. Bis 2003 gab es wohl ein "Komitee für die Suche nach dem besten Zauberer der Welt". Es wird auch gemunkelt, dass TP lange Zeit unter dem Schutz von "la Mama" stand, einer Anhängerin, die der Mannschaft in Begleitung ihres Krokodils überall hin folgte. Oder dass heilige Marabuts Eier zerschlugen und hinter den Pfosten Beschwörungsformeln murmelten, um die Tore anzuziehen. "Ich habe all das verbieten lassen", versichert Vereinspräsident Katumbi, der heute lediglich zwei Glücksbringer für seine Spieler akzeptiert: Harte Arbeit und Talent.

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