FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2008

11 Dezember - 21 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2008

Cevallos: "Waren nah dran, Geschichte zu schreiben"

© AFP

Angesichts der denkbar knappen Niederlage im Finale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2008 gegen Manchester United, das die Engländer durch einen Treffer ihres Topstürmers Wayne Rooney für sich entscheiden konnten, wird Torhüter José Francisco Cevallos von Liga de Quito diese verpasste Gelegenheit sicher noch einige Zeit in schmerzlicher Erinnerung behalten.

Dabei bot gerade Pancho (wie *Cevallos von seinen Fans in Ecuador genannt wird) heute eine überragende Vorstellung und hatte so großen Anteil daran, dass die Partie bis zur letzten Minute spannend und offen blieb. Denn ohne seine Glanzparaden und sein exzellentes Stellungsspiel wäre dieses Finale mit Sicherheit anders verlaufen. Nach dem Abpfiff der Finalbegegnung sprach *FIFA.com exklusiv mit dem zuverlässigen Keeper.

"Ich habe heute ein gutes Spiel gemacht. Allerdings hatte ich dabei stets die Unterstützung meiner Mannschaft. Das hat mir Sicherheit gegeben. Die Niederlage tut insofern weh, da wir so nahe dran waren, hier Geschichte zu schreiben und etwas Großes zu vollbringen. Es wäre ein fantastischer Erfolg gewesen, und zwar nicht nur für uns, sondern für ganz Ecuador", so der sichtlich niedergeschlagene Cevallos unmittelbar nach dem Spiel, der sich dennoch voller Stolz für seine Mitspieler zeigte. "Der Schuss von Campos in den Anfangsminuten hätte für uns die Führung und vielleicht ja auch den Sieg bedeuten können. Doch das ist Spekulation. So bleibt mir nur noch, Manchester United meinen Glückwunsch auszusprechen."

Die Gefühle des Routiniers im Tor der Ecuadorianer spiegeln die Befindlichkeit seiner gesamten Mannschaft wider. "Ich bin zutiefst enttäuscht und unzufrieden, denn schließlich hat man immer das Höchstziel im Visier, also nichts anderes als den Sieg. Heute haben wir gegen eine große Mannschaft gespielt, mit der wir uns zeitweise auf Augenhöhe befanden. Fast wäre uns der Ausgleich gelungen. Doch das ist eben Fussball: Nicht wir, sondern die anderen haben ein Tor geschossen und am Ende auch den Titel geholt."

Cevallos hatte die einzelnen Aktionen und entscheidenden Spielzüge noch immer vor Augen. "Wir haben etwas nervös begonnen. Doch schon bald gelang es uns, Ordnung in unser Spiel zu bringen. Von da an hatten wir auch mehr Ballkontakte und störten die Engländer schon frühzeitig im Spielaufbau. Nachdem Manchester United in Unterzahl spielen musste, versuchten wir dies entsprechend auszunutzen. Aber ausgerechnet in unserer stärksten Phase kassierten wir dann das Gegentor." Und wie es sich am Ende herausstellte, war es der entscheidende Moment des ganzen Spiels. "Ein großes Lob gilt dem Treffer von Rooney und dem vorangegangenen Zuspiel von Cristiano Ronaldo. Ich hatte erwartet, dass Ronaldo selbst schießen würde. Stattdessen spielte er den Ball auf Rooney, der sofort abzog und mich auf dem falschen Fuß erwischte. Solchen Torjägern darf man keinen Zentimeter Raum lassen, so dass sie gar nicht erst zum Schuss kommen."

Trotz der Enttäuschung ließ es sich der charismatische Profi nicht nehmen, noch ein paar Dankesworte in Richtung seiner ecuadorianischen Heimat zu senden. "Das Einzige, was ich von hier aus den Fans von Liga de Quito und denen in ganz Ecuador sagen kann, ist ein herzliches Dankeschön. Danke für eure großartige Unterstützung. Wir wollten euch erneut eine große Freude bereiten. Und wenn uns dies gelungen wäre, hätten wir alle zusammen eine riesige Jubelfeier erleben können. Das war unser Traum. Wirklich schade, dass es nicht geklappt hat. Die Fans sollen jedoch wissen, dass der aufopferungsvolle Einsatz und der Schweiß, den wir hier auf dem Platz gezeigt und vergossen haben, vor allem ihnen gegolten haben. Wir haben für sie und für uns gekämpft."

Der erfahrene Keeper weiß natürlich auch, dass er so eine Gelegenheit wie diese kaum noch einmal bekommen wird. "Wir alle leiden schmerzlich unter dieser Niederlage. Ich in meinem Alter kann nicht sagen, ob ich noch einmal an einem solchen Finale und auf einem solch hohen Niveau dabei sein werde. Ich wollte hier gewinnen und mit dem WM-Titel für Klubmannschaften nach Hause fliegen."

Trotz allem blickt Cevallos optimistisch in die Zukunft. "Jetzt geht es erst einmal zurück nach Ecuador. Leider gehört dieses Turnier nun schon der Geschichte an. Wir werden sehen, was uns das kommende Jahr bringen wird. Auf jeden Fall werden wir auch im neuen Jahr wieder um den Erfolg kämpfen. Es gilt, in den nächsten Wettbewerben neue Herausforderungen zu suchen: In der ecuadorianischen Meisterschaft, in der Copa Libertadores oder auch in der Qualifikation für den Südamerika-Cup. Was uns bleibt, ist die Genugtuung, hier das Finale erreicht zu haben."

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