FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2014

FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2014

10 Dezember - 20 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2014

Casillas: "Der Titel wäre ein weiteres Foto für die Geschichte"

Real Madrid players celebrate
© Getty Images

Iker Casillas hat sein Lachen wiedergefunden. Er spaziert gemütlich durch die Mixed Zone, bleibt stehen, grüßt und lächelt. Seit einigen Monaten bereits wirkt er zufriedener als in den letzten zwei Spielzeiten. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass er sich wieder als die Nummer eins im Tor von Real Madrid fühlen kann. Wenn außerdem ein Abend so perfekt verläuft wie der in Marrakesch, lässt die Gewissheit, wieder eine wichtige Rolle zu spielen, Casillas erstrahlen. Er hegt keine Revanchegefühle.

"Ich glaube nicht, dass ich mich irgendwie rehabilitieren muss, mein Werdegang spricht für sich. Ich hoffe, mit weiteren Einsätzen wieder mein Selbstvertrauen zurückgewinnen zu können, und das bereitet mir die größte Freude. Ich fühle mich gut zurzeit", sagt er im Anschluss an den 4:0-Erfolg Real Madrids gegen Cruz Azul im Halbfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2014 zu FIFA.com. Ein typisches Ergebnis für das Real-Team, das damit mittlerweile 21 Siege in Folge gefeiert hat, zu dem aber auch ein Casillas in Bestform wesentlich beitrug. Er parierte einen Strafstoß von Gerardo Torrado, es war der 15. gehaltene Elfmeter seiner Karriere für die Königlichen. Damit verhinderte er beim Stande von 2:0 einen möglichen Anschlusstreffer der Mexikaner. Casillas leistete einmal mehr einen entscheidenden Beitrag in einem hochklassigen Wettbewerb.

"Mit einem 2:1 hätten wir vielleicht ein anderes Spiel gesehen. Ein Torhüter ist dafür da, um seinem Team in solchen Momenten zu helfen. Ich hatte das Glück, die richtige Ecke zu erraten, und bin zufrieden. Denn die Mannschaft konnte ruhig weiterspielen und im Anschluss problemlos gewinnen."

Auch seine Mitspieler sind voll des Lobes. "Iker ist ein großartiger Torhüter, der immer zur Stelle ist, wenn wir ihn brauchen. Deshalb wird es eine Freude sein, ihm dabei zu helfen, dieses Turnier zu gewinnen", sagt der Brasilianer Marcelo im Gespräch mit FIFA.com. Denn sollte Casillas dies am Samstagabend gelingen, wäre es der 23. Titel in seiner Karriere - Verein und Nationalelf zusammengenommen. Außerdem wäre es einer der wenigen Pokale, die er noch nicht in die Höhe stemmen durfte.

"Ich nahm vor 14 Jahren an diesem Turnier teil, konnte es aber nicht gewinnen", blickt er auf die Auflage von 2000 zurück, in der Real Madrid Vierter wurde. Er war damals gerade 19 Jahre alt. "Ich hoffe, diesen Titel jetzt gewinnen zu können, denn es wäre sowohl für Madrid wie auch für mich persönlich ein weiteres Foto für die Geschichte. Alles, was diesem Klub Freude bereitet, ist für einen Spieler eine besondere Genugtuung."

Von Serien und Rückschlägen
Die beeindruckende Siegesserie ist ebenfalls ein Grund, um stolz zu sein. Gleichwohl bleibt Casillas lieber vorsichtig: "Es ist sehr schwer, 21 Spiele in Folge zu gewinnen. Aber man muss mit den Füßen auf dem Boden bleiben und sich dessen bewusst sein, dass es nicht immer so weitergehen wird. Eines Tages kommt wieder eine Niederlage oder ein Unentschieden, doch wir denken nicht weiter als an die Partie am Samstag und daran, den 22. Sieg zu holen. Das Wichtige ist, dass wir am Samstag gewinnen, denn andernfalls werden alle Zeitungen neue Überschriften schreiben müssen."

Casillas kennt sich aus mit unerwarteten Wendungen. Der seit seinem Debüt 1999 als 18-Jähriger stets von der Liebe des Publikums, der Presse und - fast - aller Trainer begleitete Torhüter erlebte in den letzten zwei Spielzeiten die ganze Launenhaftigkeit der Zuneigung im Fussball. Im Januar 2013 wurde er von José Mourinho zurückgestuft und brachte es in der ganzen Saison 2012/2013 nur auf 26 Einsätze. Von Carlo Ancelotti wurde er zunächst distanziert beobachtet und stand 2013/2014 lediglich in 24 Partien in der Anfangsformation. Nach einer schwachen FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ und der Verpflichtung des Costa-Ricaners Keylor Navas schienen die Aussichten für die nähere Zukunft recht düster zu sein. Doch stattdessen bestritt er seitdem 21 von 25 möglichen Partien.  

"Ich lasse nie den Kopf hängen, um begraben zu werden, aber brüste mich jetzt auch nicht. Ich widme mich meiner Arbeit und versuche, mein Bestes zu geben", sagt Casillas. Und so kehrte auch sein Lachen zurück.

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