FIFA Klub-Weltmeisterschaft VAE 2018

12 Dezember - 22 Dezember

FIFA Klub-WM 2018

Der dritte Stern für Espérance 

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  • Espérance holt zum dritten Mal den Titel in der CAF Champions League
  • Der tunesische Nationalspieler Anice Badri wurde Torschützenkönig
  • Espérance steht vor zweiter Teilnahme an der FIFA Klub-Weltmeisterschaft

Espérance aus Tunesien hat zum dritten Mal die CAF Champions League gewonnen. Damit kann sich das Team, dessen letzter Triumph sieben Jahre zurück lag, nun auf die neuerliche Teilnahme an der FIFA Klub-Weltmeisterschaft im kommenden Monat in den Vereinigten Arabischen Emiraten vorbereiten.

Der dritte Stern für Espérance

Die Spieler des Klubs aus Tunis waren überaus motiviert, nun endlich wieder den Titel zu holen. Schließlich war Espérance bereits vier Mal im Finale gescheitert und wollte unbedingt eine neuerliche Pleite wie bei der letzten Finalteilnahme vermeiden. 2012 hatte man, ebenfalls gegen Al Ahly, den Titel im eigenen Stade Olympique de Radès verspielt. Nun wollte sich Espérance gegen den gleichen Gegner unbedingt durchsetzen und erstmals seit 2011 wieder den Titel holen.

Der Verlauf des Wettbewerbs sorgte für große Zuversicht. Espérance war das erste Team, das sich den Einzug ins Viertelfinale sicherte. Schon nach vier Gruppenspielen stand der Sprung in die nächste Runde fest. Im rein tunesischen Viertelfinalderby gegen ES Sahel setzte sich Espérance durch und galt von nun an als Favorit. Im Halbfinale leisteten sich die Tunesier eine Hinspielniederlage gegen die angolanische Überraschungsmannschaft Primeiro de Agosto, konnte diese jedoch durch einen 4:2-Heimsieg im Rückspiel wettmachen. Auch im Finale ging das Hinspiel verloren. Die Tunesier unterlagen im Hinspiel bei Al Ahly mit 1:3. Doch mit einer überaus beeindruckenden Leistung gelang dem Team im Rückspiel vor eigenem Publikum in Radès ein 3:0-Sieg und damit der Titelgewinn.

Der Weg zum Erfolg

  • Espérance bestritt insgesamt 16 Spiele
  • Das Team brachte es auf neun Siege, vier Unentschieden und drei Niederlagen
  • Insgesamt schossen die Tunesier 26 Tore (1,63 pro Spiel) und kassierten zwölf Gegentreffer

Bittere Niederlage für Al Ahly

Al Ahly hatte schon im vergangenen Jahr das Finale gegen den marokkanischen Klub Wydad Casablanca verloren. Nun müssen die Ägypter erneut der vergebenen Chance nachtrauern. Das Scheitern gegen Espérance war möglicherweise noch bitterer, da man sich während des gesamten Wettbewerbs in hervorragender Form präsentiert hatte. Und nach dem 3:1-Sieg im Hinspiel schien der Erfolg zum Greifen nah. Mit dem Heimsieg wuchs die Hoffnung bei den Fans noch weiter, doch der Rekordsieger (acht Titel) verpasste die Chance, sich erneut zum Afrika-Champion zu krönen. Den letzten Triumph feierten die Roten Teufel 2013. Dieses Mal fehlten im Rückspiel gegen Espérance mehrere Schlüsselspieler, was die Mannschaft letztlich zu sehr schwächte.

Schlüsselspieler

Im Verlauf des Turniers spielten sich immer wieder neue Talente in den Vordergrund. Letztlich sorgte allerdings der tunesische Nationalspieler Anice Badri für die meisten Schlagzeilen. Er trug mit starken Leistungen und nicht weniger als acht Toren zum Triumph von Espérance bei. Badri kam vom belgischen Klub Mouscron nach Tunis und erlebte dort seine wohl bislang beste Saison. Er beeindruckte als Spielmacher im Mittelfeld und tat sich zudem als überaus torgefährlicher Angreifer hervor. Sein Treffer im Final-Rückspiel brachte seinem Team die Trophäe und ihm selbst den Titel des Torschützenkönigs ein. Nun erfüllt sich für Badri der Traum von der Teilnahme an der FIFA Klub-Weltmeisterschaft, nachdem er bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ bereits mit seiner Nationalmannschaft dabei war.

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Die Überraschungsmannschaft

Das Team Primeiro de Agosto aus Angola sorgte im Verlauf des Wettbewerbs für zahlreiche Überraschungen. Der Klub aus der Hauptstadt Luanda übertraf bei seiner erst elften Teilnahme an der afrikanischen Königsklasse sämtliche Erwartungen. In der Gruppenphase landete man hinter ES Sahel auf dem zweiten Platz. Im Viertelfinale setzte sich Primeiro dann völlig überraschend gegen TP Mazembe durch und gewann dann auch noch das Halbfinal-Hinspiel gegen Espérance. Doch am Ende verpassten die Angolaner den Einzug ins Finale ganz knapp. Noch in der 85. Minute des Rückspiels schien es zu reichen, doch dann kam Espérance durch eine Schlussoffensive noch zu einem 4:2-Gesamtsieg. Insgesamt bestritt Primeiro 14 Partien und brachte es auf sechs Siege, fünf Unentschieden und drei Niederlagen.

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Zitat

"Das war ein sehr schwerer Wettbewerb. Wir konnten unsere Leistung von Runde zu Runde steigern und so wuchsen auch unsere Träume beständig weiter. Ich gratuliere allen Spielern zu diesem Erfolg. Besonders beeindruckend fand ich, dass wir uns im Halbfinale und auch im Finale nach einem Rückstand aus dem Hinspiel noch durchgesetzt haben. Wir bedanken uns auch bei den Fans für ihre fantastische Unterstützung und ihren unerschütterlichen Glauben an uns bis zum Schluss."
Mouin El Shaabani (Trainer, Espérance)**

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Hätten Sie's gewusst?

  • Espérance stand insgesamt zum siebten Mal im Finale des Wettbewerbs und feierte seinen dritten Titelgewinn nach 1994 und 2011
  • Im Dezember wird Espérance zum zweiten Mal an der FIFA Klub-Weltmeisterschaft teilnehmen. Bei der Turnierauflage 2011 bestritten die Tunesier das Viertelfinale.
  • Für Al Ahly war es die vierte Finalniederlage in der CAF Champions League. Bei dreien davon fiel die Entscheidung durch eine Niederlage im Auswärtsspiel.
  • Espérance beendete eine Negativserie von zehn sieglosen Spielen gegen Al Ahly. Den letzten Erfolg hatten die Tunesier 2011 gefeiert.

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