FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2013

FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2013

11 Dezember - 21 Dezember

FIFA Klub-WM 2013

Bayern jubeln in Marokko

  • Pep Guardiola führt Bayern München erstmals zum Klub-WM-Titel
  • Gastgeber Raja Casablanca gewinnt im Halbfinale gegen Ronaldinho und Mineiro
  • Cesar Delgado schießt die meisten Tore

Was Pep Guardiola auch anfasst, es scheint zu Gold zu werden. Im Sommer hat der Spanier eine Mannschaft übernommen, die bereits die deutsche Meisterschaft, den deutschen Pokal und die UEFA Champions League gewonnen hatte. Entsprechend selbstbewusst trat der FC Bayern München mit all seinen Könnern bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2013 an.

Dass die Bayern das Turnier schließlich auch erstmalig gewannen, ist also keine echte Überraschung. Immerhin hatten sie 1976 und 2001 mit dem Weltpokal bereits den Vorläufer der heutigen FIFA Klub-WM gewonnen. Beide Male waren die Gegner südamerikanische Renommierklubs: Cruzeiro Belo Horizonte und Boca Juniors.

"Jeder will diesen Titel gewinnen, Südamerikaner aber besonders, denn für sie gilt der Sieger wirklich als bester Klub der Welt", erklärte der Peruaner Claudio Pizarro, der schon 2001 auf Bayern-Seite mit dabei war, die Besonderheiten der Klub-WM. Nach den Leistungen des Jahres 2013 dürften jedoch nicht nur südamerikanische Vereine den Hut vor den Bayern ziehen.

Die ersten, die die Überlegenheit der Münchener zu spüren bekamen, waren die Chinesen von Guangzhou Evergrande FC. Sie waren beim 0:3 im Halbfinale trotz aller taktischer Raffinesse von Weltmeister-Trainer Marcello Lippi chancenlos. Auch das Finale war eine klare Angelegenheit. Gastgeber Raja Casablanca musste gegen das Münchener Star-Ensemble mit dem überragenden Franck Ribéry die Waffen strecken. Der Franzose wurde als bester Spieler des Turniers mit dem Goldenen Ball von adidas ausgezeichnet.

Philipp Lahm of FC Bayern Munchen receives the adidas Silver Ball, Franck Ribery of FC Bayern Munchen receives the adidas Golden Ball and Mouhssine Iajour of Raja Casablanca revceives the adidas Bronze Ball
© Getty Images

Raja Casablanca trotzt der Logik
Doch auch wenn der Sieg der Bayern so gesehen nur logisch erscheint, gab es ansonsten im Turnier reichlich Überraschungen. Der beste Beleg ist Raja Casablanca, das sich über den Gewinn der marokkanischen Meisterschaft 2013 für die FIFA Klub-Weltmeisterschaft qualifiziert hatte. In der neuen Saison lief es für den Vertreter des Gastgeberlandes dann aber schon nicht mehr so rund. Nach drei Niederlagen und einem Unentschieden zum Saisonauftakt musste Trainer Mhamed Fakhir gehen. Drei Tage vor Beginn der FIFA Klub-Weltmeisterschaft übernahm der Tunesier Faouzi Benzarti seinen Posten - ein gewiss erfahrener Mann, dem jedoch kaum Zeit blieb, seine neue Mannschaft kennen zu lernen.

Dennoch reichte es zum Sieg gegen Auckland City FC, wenn dieser auch erst in letzter Minute zustande kam. Adelilah Hafidi war der umjubelte Torschütze. Zuvor war Raja in Führung gegangen, hatte aber den Ausgleich hinnehmen müssen. Dieser Ablauf sollte sich danach noch zwei Mal gegen Mannschaften von ganz anderem Kaliber wiederholen. Zunächst zog CF Monterrey im Viertelfinale gegen Casablanca den Kürzeren, dann Atlético Mineiro in der Vorschlussrunde. Zu verdanken hatten die Marokkaner diese Erfolge vor allem der starken Achse aus Torhüter Khalid Askri, Mittelfeldspieler Mohsine Moutaouali und Stürmer Mouhssine Iajour, aber auch den nimmermüden Zuschauern im Stadion, die für prächtige Stimmung sorgten.

Selbst die mehr als 10.000 Fans von Atlético Mineiro wurden schlicht übertönt. Nichts zu sehen war derweil von den Spielern des Copa-Libertadores-Gewinners mit all seinen brasilianischen Nationalspielern, allen voran natürlich Ronaldinho. Zwar blitzte dessen Genie beim Freistoßtor zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich einmal kurz auf, aber dann fing sich der CONMEBOL-Vertreter in der Schlussphase noch zwei Kontertore ein (Endstand 1:3) und wurde so zum nach Internacional Porto Alegre im Jahr 2010 erst zweiten südamerikanischen Champion, der nicht das Endspiel erreichte.

Atlético Mineiro konnte sich am Ende mit dem dritten Platz und der Gewissheit trösten, Galo erstmals in der Vereinsgeschichte den kontinentalen Titel beschert zu haben. Ähnlich dürfte wohl Guangzhou als Verlierer des "kleinen Finales" empfinden. Ein vierter Platz bei der ersten Teilnahme eines chinesischen Klubs erscheint auf den ersten Blick undankbar, aber alles in allem hat Evergrande sein Soll mit zuletzt drei Meisterschaften in Folge und dem erstmaligen Gewinn der AFC Champions League mehr als erfüllt. Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte der Argentinier Dario Conca, der sich nach der FIFA Klub-Weltmeisterschaft von Guangzhou verabschiedete. Er kehrt zurück zu Fluminense, von wo er auch gekommen war. Sein letztes Tor für die Chinesen war demnach das gegen Atlético Mineiro.

Al Ahly SC, obschon bereits zum fünften Mal dabei, konnte seine enorme Erfahrung nicht ausspielen. Im Viertelfinale gegen Guangzhou gab es ein 0:2 und im Spiel um den fünften Platz gegen CF Monterrey gar ein 1:5. Zur Ehrenrettung der Ägypter muss allerdings gesagt werden, dass sie in dieser Saison einzig in der afrikanischen Champions League Spielpraxis sammeln konnten. Die heimische Meisterschaft ruhte aus Sicherheitsgründen. Das hielt die _Roten Teufel_zwar nicht vom Gewinn der kontinentalen Königsklasse ab, aber in Marokko waren die Beine von Mohamed Aboutrika, Wael Gomaa, Sherif Ekramy, Sherif Abdelfadeel, Emad Meteab oder Mohamed Naguib - allesamt um die 30 Jahre alt - dann wohl doch etwas schwer.

Delgado schreibt Geschichte
Mangelnde Spielpraxis ist vielleicht auch der Grund für das enttäuschende Abschneiden der Mexikaner. Diese hatten ihr letztes Spiel über einen Monat vor Beginn der FIFA Klub-Weltmeisterschaft. Aber eigentlich hatte sich Monterrey nach dem fünften Platz 2011 und dem dritten Platz 2012 für die dritte Teilnahme ein noch höheres Ziel gesetzt. Das scheiterte jedoch am Torhüter von Raja Casablanca, der im Viertelfinale einfach alles hielt.

Cesar Delgado of Monterrey is challenged by Issam Erraki of Casablanca
© Getty Images

Am Ende wurde CF Monterrey Turnierfünfter und César Delgado bester Torschütze in der Geschichte der FIFA Klub-WM. Mit seinem Doppelpack gegen Al Ahly fügte der Argentinier seinen bisherigen drei Treffern in diesem Wettbewerb nämlich noch zwei hinzu. Damit überflügelte er Lionel Messi, Denilson und Mohammed Aboutrika (alle vier Tore). Aber Delgado kann im kommenden Jahr keinen erneuten Anlauf nehmen. In der heimischen Liga verpassten die _Rayados_nämlich die Playoff-Runde um die Meisterschaft und sind damit in der kontinentalen Königsklasse nicht dabei.

Da sieht es für Auckland City schon besser aus. Für die Neuseeländer wäre es die sechste Teilnahme an der FIFA Klub-WM. Dabei schieden sie jedoch fünf Mal bereits im ersten Spiel aus, so auch 2013. Aber die einzige Amateurmannschaft im Turnier schlug sich trotzdem tapfer. Sie schied erst in letzter Minute gegen Gastgeber Raja Casablanca aus.

"Wir haben zwar verloren, aber knapp, und wir haben gezeigt, dass wir uns auf diesem Niveau achtbar schlagen können. Das ist für uns ganz wichtig", sagt Ramon Tribulietx, der spanische Trainer der Navy Blues. "Es war eine großartige Erfahrung für uns. Jetzt wollen wir uns weiter entwickeln und eine noch stärkere Mannschaft werden."

Eines haben letztlich alle Teilnehmer an der FIFA Klub-Weltmeisterschaft gemeinsam: Egal von welchem Kontinent sie kommen, wie sie spielen, wie der Kader besetzt ist oder wie erfahren sie sind - es sind starke Mannschaften, die das Turnier geprägt haben. Und der FC Bayern München ist aktuell der Stärkste unter den Starken.

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