FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2014

10 Dezember - 20 Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2014

Marokko liebt Real Madrid

© AFP

"Willkommen in eurem zweiten Zuhause!" – mit diesen Worten begrüßten die marokkanischen Fans die Mannschaft von Real Madrid CF im Halbfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2014. Das Spiel gegen den mexikanischen Vertreter Cruz Azul gewannen die Spanier denn auch souverän mit 4:0.

Wie beliebt die *Merengues *in Marokko sind, weiß nicht zuletzt Al Tayeb Al Smeli, einer der Gründer des "Freundeskreises Real Madrid". Er sagt: "Wir haben dieses Transparent zwei Monate lang vorbereitet. Angefertigt hat es eine Gruppe junger Real-Madrid-Fans. Im Finale wird es noch größer sein!"

Das besagte Transparent zeigt Cristiano Ronaldo mit der Rückennummer zehn – eine Anspielung auf den zehnten Titel in der UEFA Champions League bzw. im Europapokal der Landesmeister, den die Madrilenen im Sommer erringen konnten. Wer keine Eintrittskarte für das Spiel bekommen konnte, fand sich in der Abendkälte von Marrakesch vor dem Mannschaftshotel von Real Madrid ein, um dem Starensemble seine Aufwartung zu machen.

Und wer im Stadion mit dabei war, skandierte über 90 Minuten lang die Namen jedes einzelnen Real-Spielers, sodass sich die Herren Carlo Ancelotti, Gareth Bale und Pepe irgendwann wohl tatsächlich gefühlt haben dürften wie im heimischen Estadio Santiago Bernabéu. Inmitten dieser typisch marokkanischen Partyatmosphäre hielten weibliche Cristiano-Ronaldo-Fans Schilder mit Heiratsanträgen hoch.

Es scheint, dass ein ganzes Land hinter Real Madrid her ist, immer auf der Suche nach Fotos mit den Stars. Politiker, Sportler und Künstler geben sich die Klinke in die Hand, um das Aushängeschild des spanischen Fussballs zu begrüßen. Journalisten vergessen ihre Arbeit zu Gunsten von "Selfies" mit Cristiano Ronaldo, Sergio Ramos, Gareth Bale und Co.

Al Smeli kann sich das alles erklären: "Marokko und Spanien sind ja nur durch einige Kilometer getrennt. Im Norden Marokkos gibt es viele Fans von Real Madrid und noch mehr, die die Primera División verfolgen."

Al Tayebs persönliche Geschichte der Verbundenheit mit Real Madrid ist eines Films würdig. "Ich bin seit 1971 Real-Madrid-Fan, als ich noch auf dem Gymnasium war und mich als Torhüter versucht habe", erzählt er. Unser Trainer, ein ehemaliger Basketballspieler von Real Madrid, fragte mich nach meiner Lieblingsmannschaft. Ich antwortete mit Wydad Casablanca, woraufhin er mich nach meiner Lieblingsmannschaft in Europa fragte. Ich erwiderte, eine europäische Lieblingsmannschaft hätte ich nicht – und er gab mir ein Heftklammergerät von Real Madrid. So wurde ich Fan des Klubs."

Einmalige Gelegenheit
Auch die Kinder aus den Waisenhäusern, die sich sonst Wochenende für Wochenende in die Fanlager von Real Madrid und des FC Barcelona aufteilen, hatten Gelegenheit, die Merengues zu sehen. Am Dienstag, als sie ausnahmsweise einmal alle Weiß trugen, konnten sie das Spiel der Madrilenen auf marokkanischem Boden live verfolgen.

Möglich gemacht hatte es der "Freundeskreis Real Madrid" aus Casablanca auf Initiative von Abderrazak Allam. "Real Madrid ist nicht nur ein Renommierklub, sondern in erster Linie eine große Familie, mit der wir viele Partnerschaften unterhalten", erklärt dieser. "Als treue Fans des Vereins ist es uns wichtig, dass jeder Gelegenheit hat, Real Madrid auch mal aus nächster Nähe zu sehen. Vor zwei Jahren hat eine Gruppe Waisenkinder mal das Bernabéu-Stadion besucht und eine Trainingseinheit beobachtet. Heute können Sie die Mannschaft im Stadion sehen, auf marokkanischem Boden!"

Allam war schon zu den glorreichen Zeiten von Gento, Butragueno, Pirri, Camacho, Ronaldo und Zidane mit dabei. Trotzdem und gerade deshalb schätzt er die FIFA Klub-Weltmeisterschaft sehr hoch ein. "Ich hoffe, dass Real Madrid diesen Titel gewinnt", sagt er, "und so in die Geschichte eingeht."

Vor seiner Zeit als Fan von Real Madrid war Allam Volleyballer von Real Madrid. Er wurde zwei Mal spanischer Meister, zwei Mal Pokalsieger und stand ein Mal im Halbfinale des Europapokals. Er war der erste arabische und afrikanische Spieler, der jemals das Trikot der Volleyballer von Real Madrid trug.

Allam schätzt, dass die Stippvisite in Marokko Real viele Fans bringen wird. "Wir haben ihnen eine außergewöhnliche Ankunft bereitet. Wir haben sie empfangen wie Könige und begrüßt wie Helden", weiß er zu berichten. "Das zeigt, dass Real Madrid der beliebteste Klub in Marokko ist. Wir freuen uns unglaublich, dass Real Madrid im Grand Stade von Marrakesch spielt!"

Am Samstag wollen sich die Fans von Real Madrid noch einmal zusammenfinden, um dann hoffentlich zu sehen, wie ihr Lieblingsklub die Trophäe der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2014 in die Höhe stemmt. Es wäre der 80. Titel in der Geschichte der Spanier.

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