Der FC Barcelona hat sich im Finale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft VAE 2009 gegen Estudiantes de La Plata mit 2:1 nach Verlängerung durchgesetzt. Der UEFA Champions League-Sieger aus Spanien hat dank des Erfolges gegen die Argentinier seinen sechsten Titel innerhalb dieses Jahres gewonnen und somit einen neuen Rekord aufgestellt.

Die erste Chance im Zayed Sports City Stadium in Abu Dhabi gehörte den Südamerikanern. Juan Sebastián Verón lupfte den Ball in den Strafraum Barcelonas, wo Enzo Perez lauerte. Eric Abidal und Schlussmann Victor Valdes klärten die Situation gemeinsam (4.). Auf der Gegenseite setzte Zlatan Ibrahimovic Xavi sehenswert per Hacke ein, der alleine auf Damian Albil im Tor von Estudiantes zulief. Anstatt den Abschluss suchen, passte der Mittelfeldstratege den Ball in die Mitte, wo Freund und Feind verpassten (8.).

Die beiden Superstars ihrer Mannschaften, Lionel Messi und Veron, zeigten sich Mitte der ersten Halbzeit. Messis Schussversuch aus 18 Metern wurde von Leandro Debasato in letzter Sekunde geblockt (22.). Auf der anderen Seite bot sich dem Kapitän des Copa Libertadores-Siegers nach einem Eckball die Gelegenheit zum Torschuss, sein Versuch flog jedoch um einige Meter am Gehäuse von Valdes vorbei (27.).

Messi und Xavi zeigten dann in Minute 31, aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Nach wunderschöner Vorlage von Messi stand sein Teamkollege plötzlich frei vor Albil, doch der spanische Internationale legte sich den Ball zu weit vor.

Linksverteidiger Juan Manuel Diaz kam in der 37. Minute in der Hälfte Barcelonas an den Ball und flankte aus halblinker Position in den Strafraum des UEFA Champions League-Siegers. Dort setzte sich Torjäger Mauro Boselli vorbildlich gegen Abidal durch und köpfte unhaltbar zur Halbzeit-Führung der Gauchos ein.

Das europäische Schwergewicht kam besser in den zweiten Abschnitt. Messi fand in der 48. Minute Ibrahimovic, der in den Strafraum der Argentinier eindrang und mit seinem Linksschuss nur knapp das Tor verfehlte. Und auch bei seiner zweiten guten Möglichkeit hatte der Schwede kein Glück. Dieses Mal war Albil zur Stelle.

Die bis dahin größte Chance bot sich Barcelona in der 60. Minute. Thierry Henry setzte sich gut auf der linken Angriffsseite durch, flankte in den Strafraum, wo Albil am Ball vorbeiflog, doch auch der eingewechselte Pedro kam nicht an das Runde Leder.

Der spanische Meister dominierte die Partie und erhöhte stetig den Druck auf Estudiantes. Die Argentinier fanden nur selten den Weg aus der eigenen Defensive heraus und beschränkten sich Mitte der zweiten Halbzeit darauf, die knappe Führung zu verwalten. Pedro setzte sich ein ums andere Mal in Szene und hatte das 1:1 auf dem Fuß, als er sich durch den Strafraum dribbelte. Albil wehrte mit dem Fuß zur Ecke ab (70.).

Estudiantes wurde von den Katalanen jetzt förmlich in der eigenen Hälfte eingeschnürt, doch dem Team von Trainer Pep Guardiola wollte einfach kein Treffer gelingen. Auch der aufgerückte Gerard Pique konnte mit seinem Schuss den starken Albil nicht überwinden (75.). Ibrahimovic köpfte in der 79. Minute in aussichtsreicher Position am Kasten des Schlussmanns vorbei.

Das Spiel auf ein Tor ging auch in den letzten zehn Minuten weiter, doch was auch immer Barcelona versuchte, entweder war der überragende Albil auf dem Posten oder der Ball flog am Gehäuse der Mannschaft von Trainer Alejandro Sabella vorbei.

Doch die Bemühungen sollten eine Minute vor dem Ablauf der regulären Spielzeit belohnt werden. Pique verlängerte einen hohen Ball im Strafraum auf den freistehenden Pedro, der das Leder ebenfalls per Kopf über den etwas zu weit vor seinem Tor stehenden Albil spielte und seine Mannschaft in die Partie zurück brachte. Die Begegnung ging in die Verlängerung.

Barcelona machte dort weiter, wo man in der regulären Spielzeit aufgehört hatte. Eine Angriffswelle nach der anderen rollte in Richtung Estudiantes-Gehäuse. Messi verpasste mit einem Freistoß aus 25 Metern nur knapp das Tor (94.), und auch Ibrahimovic (96./102.) sowie erneut der argentinische Wirbelwind (97.) konnten vorerst nicht die längst überfällige Führung erzielen.

Das sollte sich in der 110. Minute ändern. Dani Alves spielte den Ball halbhoch in den Strafraum von Estudiantes, wo Messi seinem Gegenspieler Veron enteilte und mit seiner Brust das umjubelte 2:1 markierte. Estudiantes erholte sich in der restlichen Spielzeit nicht mehr von diesem K.o.-Schlag und muss sich letztendlich mit dem Titel des Vize-Weltmeisters zufrieden geben.

Der FC Barcelona hingegen hat vor den 43.015 Zuschauern Geschichte geschrieben. Noch nie war es einem Klub zuvor gelungen, sechs Titel innerhalb eines Jahres zu gewinnen.