Der FC Barcelona ist im zweiten Halbfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft VAE 2009 seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat nach dem 3:1-Erfolg gegen Atlante FC das Finale erreicht. Dort trifft der UEFA Champions League-Sieger am kommenden Samstag auf Estudiantes de La Plata aus Argentinien. Die Mexikaner werden ihrerseits gegen die Pohang Steelers um den dritten Platz kämpfen.

Die Partie im Zayed Sports City Stadium begann mit einem Paukenschlag. Nach einem Freistoß von Atlantes Torhüter Federico Vilar tief aus der eigenen Hälfte, war die Innenverteidigung Barças einen Augenblick unaufmerksam. Weil auch Dani Alves seinen Gegenspieler Guillermo Rojas gewähren ließ, konnte dieser den Ball über Victor Valdes lupfen und das runde Leder kurz vor der Torauslinie in den Kasten der Katalanen schieben (5.).

Auf der anderen Seite verpasste Pedro eine Alves-Flanke nur um Zentimeter (6.). 60 Sekunden später köpfte Sergio Busquets eine Ecke von Xavi gefährlich auf das Gehäuse der Mexikaner, doch Vilar parierte glänzend.

Die Nordamerikaner hatten ihrerseits die große Chance zum 2:0. Fernando Navarro konnte eine erneute Unachtsamkeit der spanischen Hintermannschaft ausnutzen und lief nach einem Zuspiel von Christian Bermudez alleine auf Valdes zu, doch anstatt auf das Tor zu schießen, legte der 20-Jährige noch einmal quer, wo Freund und Feind verpassten (11.).

In der Folge versuchte Barcelona immer wieder über die rechte Seite, wo sich Alves ein ums andere Mal in die Offensive einschaltete, die Mexikaner unter Druck zu setzen. Doch die in einem 5-4-1-System agierende Mannschaft von Trainer Jose Cruz stand nach den anfänglichen Problemen sicher. Einzig als Eric Abidal auf der linken Seite einen Pass abfing, Busquets einsetzte und dieser den Ball auf Andres Iniesta spielte, wurde es gefährlich. Der Schuss des Mittelfeld-Akteurs flog jedoch knapp über Vilars Tor (26.).

Der spanische Meister erhöhte weiter den Druck und kam in Minute 35 zum verdienten Ausgleich. Xavi, der heute sein 500. Spiel für den FC Barcelona absolvierte, fand mit seinem Eckball Yaya Toure, der per Kopf auf Busquets verlängerte und dieser musste nur noch zum 1:1 einschieben. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hätte Alves fast noch das 2:1 erzielt. Nach schönem Doppelpass mit Pedro lupfte der brasilianische Nationalspieler den Ball über Atlantes Schlussmann, aber auch am Tor vorbei.

Im zweiten Abschnitt wurde es erstmals in der 50. Minute gefährlich vor dem Tor des CONCACAF-Champions. Andres Iniesta lupfte den Ball in Richtung Zlatan Ibrahimovic, der im Strafraum lauerte, den Ball jedoch nicht mehr erreichte.

180 Sekunden später schallte gellender Jubel durch das Stadion in Abu Dhabi. Zwar war kein Treffer gefallen, doch der argentinische Superstar Lionel Messi betrat nach überstandener Knöchelverletzung das Feld. Und nur wenige Augenblicke später sollte es noch lauter werden. Ibrahimovic ließ sich geschickt aus dem Sturmzentrum zurückfallen, spielte einen Zauberpass auf die Nummer zehn, der den gegnerischen Keeper umkurvte und mit seinem ersten Ballkontakt zum viel umjubelten 2:1 für Barcelona einschob.

Ibrahimovic selbst hatte wenige Augenblicke nach der Führung das 3:1 auf dem Kopf. Nach einem Xavi-Freistoß unterlief Vilar den Ball, doch der schwedische Nationalspieler konnte das runde Leder nicht in Richtung Atlante-Tor befördern.

Die Katalanen hatten die Partie nun fest im Griff und zelebrierten ihren gewohnt sicheren Kombinationsfussball. Hatte man schon beim Pass von Ibrahimovic auf Messi gedacht, dass es dazu keine Steigerung geben kann, schnappte sich Iniesta auf der linken Seite den Ball, ließ zwei Gegenspieler stehen, steckte auf Pedro durch, der keine Mühe hatte auf 3:1 zu erhöhen. Der 22-Jährige ist somit der einige Akteur im Team des UEFA-Vertreters, der in sechs Wettbewerben ein Tor erzielt hat.

Barcelona zeigte sich weiter in Spielfreude, offenbarte das ein oder andere Mal jedoch auch Schwächen. Vor allem die rechte Abwehrseite war anfällig bei Angriffen der Mexikaner. So spielten Rojas und Daniel Arreola in der 73. Minute glänzend zusammen, ein Tor wollte jedoch nicht fallen. Auch Rafael Marquez konnte nach feinem Zuspiel Arreolas freistehend vor dem Kasten von Valdes nicht den Anschlusstreffer erzielen.

Der eingewechselte Bojan hätte sowohl in der 78. als auch in der 81. Minute für die endgültige Entscheidung sorgen können, doch beide Male versprang ihm der Ball in aussichtsreicher Position. Auch Ibrahimovic verpasste nach einem Vilar-Fehler das 4:1. Der Schlussmann bügelte seinen Fehler mit einer Glanzparade selbst aus (88.).