Jean Soros letzter Auftritt auf der Weltbühne des Fussballs war 1983, als er im Kader der Auswahl der Elfenbeinküste stand, die an der FIFA U-20-Weltmeisterschaft in Mexiko teilnahm. Er kam in allen drei Partien des westafrikanischen Landes zum Einsatz. Nach einem Unentschieden gegen Uruguay und Niederlagen gegen die USA und Polen schied man bereits in der Gruppenphase aus. 30 Jahre später bietet sich dem mittlerweile 49-Jährigen die Gelegenheit, die Enttäuschung von damals vergessen zu machen, wenn er die ivorische Beach-Scocer-Auswahl als Trainer bei der zweiten FIFA Beach-Soccer-WM-Teilnahme in der Geschichte des Landes betreut.

Das Turnier in Tahiti findet vom 18. bis zum 28. September statt und die Elfenbeinküste bekommt es mit schweren Gegnern zu tun. So trifft man in Gruppe D auf Japan, allgegenwärtig bei Endrunden der Beach-Soccer-WM, auf Paraguay, das zweitplatzierte Team der CONMEBOL-Qualifikation, sowie auf Titelverteidiger Russland.

Soro räumt ein, dass man in der ersten Phase des Turniers nur ungern gegen die Russen spielt. "Ich glaube, dass wir in dieser Gruppe eine Chance haben. Die einzige Mannschaft, die mich in unserer Gruppe etwas nervös macht, ist Russland. Die Russen haben ein sehr starkes Team. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen. Die Gruppe an sich ist nicht einfach, aber die zweite Runde sollte für uns möglich sein."

Der ehemalige Nationalspieler der Elfenbeinküste löste Anfang des Jahres mit seinem Team durch den zweiten Platz beim Afrika-Qualifikationsturnier in Marokko das Ticket für Tahiti. Nachdem man alle drei Gruppenspiele gewonnen hatte, besiegte Soros Team im Halbfinale auch Gastgeber Marokko und hatte damit die Qualifikation in der Tasche. Obwohl Senegal im Endspiel zu stark war und mit 4:1 gewann, hatten die Ivorer ihr Ziel erreicht, den Kontinent als eine von zwei Mannschaften bei der WM zu vertreten.

Laut Soro, der für die großen Vereine Stella, ASEC und Africa Sports in der Elfenbeinküste gespielt hatte und sein Land auch in der Qualifikation für den Afrikanischen Nationen-Pokal 1992 vertrat, bevor er aus dem endgültigen Kader für dieses Turnier gestrichen wurde, ist es das vorrangige Ziel der Beach-Soccer-Auswahl, besser abzuschneiden als 2009 in Dubai. Damals hatte die Elfenbeinküste das letzte Mal an einer Beach-Soccer-WM teilgenommen. "Wir hoffen, dass wir die zweite Runde erreichen, was uns vor vier Jahren nicht gelang. Wenn wir die zweite Runde erreichen, ist danach jedes positive Ergebnis ein besonderer Erfolg."

Soro ist überzeugt davon, dass seine Mannschaft als aufstrebendes Team des Kontinents hoch motiviert sein wird und sich nun auch auf der Weltbühne beweisen möchte. "Gemeinsam mit Senegal sind wir die einzigen beiden Vertreter Afrikas bei der WM, so dass wir alles daran setzen werden, unseren Kontinent ehrenvoll zu vertreten. Wir fahren sicherlich nicht als Lückenbüßer nach Tahiti. Wir sind entschlossen, die Machtverhältnisse dort ein wenig durcheinanderzubringen."

Trainingslager in der Heimat
Die Vorbereitungen des Teams liefen für den Trainer nicht ganz so reibungslos wie gewünscht, denn aufgrund von administrativen Problemen mussten die geplanten Freundschaftsspiele gegen Senegal und Spanien abgesagt werden. Der Kader musste sich also mit Trainingslagern im eigenen Land begnügen.

Im Zuge dieser Vorbereitung verringerte Soro, der vor seiner Trainerlaufbahn als Lehrer gearbeitet hatte, den ursprünglichen Kader von 25 auf 15. Das sind immer noch drei Spieler mehr als die Größe des WM-Kaders zulässt. Am Ende der WM-Vorbereitung steht ein mehrwöchiges Trainingslager in Grand Bassam, das am 10. September endet. Drei Tage später fliegt die Mannschaft über Dubai, Australien und Neuseeland nach Tahiti: eine Reise, die fast zwei ganze Tage dauern wird. Soro erklärte, dass die ausgewählten Spieler in der heimischen Beach-Soccer-Liga aktiv seien und äußerte sich auch zur weiteren Verkleinerung des Kaders: "Nach dem letzten Trainingslager in Bassam, werde ich die verbleibenden zwölf Spieler auswählen."

Im Verlauf der Trainingslager verwendete der Trainerstab einige Zeit darauf, die ausreichende Fitness der Spieler für drei Gruppenspiele in fünf Tagen sicherzustellen. Für die Offensivspieler um Moustapha Sakanoko gab es spezielle Trainingseinheiten. Sakanoko, mit neun Treffern zweiterfolgreichster Torschütze in Marokko, wird in Tahiti an seiner ersten WM-Endrunde teilnehmen.

Ansonsten ist die Mannschaft sehr erfahren, denn Spielführer und Torhüter Boris Enam, Angreifer Ludovic Ehounou und die Außenstürmer Didier Kabletchi und Frederic Aka zählen zu den Spielern, die bereits zum zweiten Mal an einer Beach-Soccer-WM teilnehmen. Ehounou erzielte 2009 in Dubai acht der 15 Treffer der Elfenbeinküste, darunter beeindruckende fünf Tore beim 7:6-Sieg gegen El Salvador.