FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft Portugal 2015

FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft Portugal 2015

9 Juli - 19 Juli

FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft 2015

Tahiti greift erneut nach den Sternen

Raimana Li Fung Kuee of Tahiti celebrates after scoring against Argentina
© Getty Images

Tahiti schrieb eines der schönsten Fussballmärchen des Jahres 2013. Die Polynesier feierten in diesem bemerkenswerten Kalenderjahr historische Premieren und Meilensteine. Der aufregendste Höhepunkt war zweifelsohne die Teilnahme am FIFA Konföderationen-Pokal Mitte 2013. Nur wenige Monate später avancierte Tahiti zum ersten ozeanischen Land (mit Ausnahme Neuseelands), die mit der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft an den sonnigen Stränden von Papeete ein globales Fussballturnier ausrichtete.

Die Tiki Toa (Kriegergötter) machten ihrem Spitznamen alle Ehre und erreichten dank couragierter Leistungen gegen bekanntere Gegner sogar das Halbfinale. Dies war die erste Top-Vier-Platzierung eines OFC-Mitgliedsverbands bei einem FIFA-Turnier. Doch damit nicht genug: Bei dem Turnier in Tahiti wurde Raimana Li Fung Kuee als erster Spieler einer pazifischen Inselnation mit dem Bronzenen Ball von adidas ausgezeichnet.

Die Ehrung von Li Fung Kuee war eine verdiente Anerkennung für die herausragenden Leistungen von Tahiti, unter anderem ein 6:1-Kantersieg über Südamerikameister Argentinien im Viertelfinale. Im Halbfinale hielten die Tiki Toa gegen Russland lange Zeit mit, ehe sich der Titelverteidiger schließlich durchsetzte. Und im Spiel um Platz drei unterlag Tahiti dem Serienweltmeister Brasilien erst im Neunmeterschießen.

Wiederholung eines einmaligen ErfolgsTahitis Mischung aus natürlichem Talent und geballter Kraft erwies sich auf globaler Ebene als äußerst erfolgreich. Heute besteht die Herausforderung für Tahiti darin, zu zeigen, dass dieser Erfolg kein Zufallsprodukt war, und dass man in der Lage ist, auch beim diesjährigen Turnier in Portugal eine gute Figur zu machen. "Ich denke, dass es in diesem Jahr nicht leicht wird, denn wir können nicht mehr auf den Überraschungseffekt hoffen und unsere Gegner werden uns sicher nicht mehr unterschätzen", sagte Li Fung Kuee im Gespräch mit FIFA.com mit Blick auf das Turnier im kommenden Juli. "Wir wollen jedem beweisen, dass wir zu Recht bei der WM sind und bei der letzten Weltmeisterschaft nicht einfach nur Glück hatten."

Li Fung Kuee prophezeit, dass die Endrunde in Portugal eine besondere Erfahrung wird, insbesondere für die einheimischen Spieler. "Die Teilnahme an einer WM in der eigenen Heimatstadt, vor den Augen von Familie und Freundenk, ist etwas ganz Außergewöhnliches", sagt er. "Für einen Sportler ist das etwas Einzigartiges. Wir haben ein großartiges Turnier gespielt und es war einfach unglaublich, dass eine kleine Pazifikinsel mit großen Nationen wie Brasilien, Russland und Spanien mithalten konnte."

Vor zwei Jahren absolvierte Tahiti unter dem renommierten schweizerischen Trainer Angelo Schirinzi eine umfassende Vorbereitung. Und obwohl Li Fung Kuee betonte, dass die Tiki Toa diesmal "nicht so gut vorbereitet" wären, wäre es dennoch eine Überraschung, wenn sie bei ihrer dritten WM-Teilnahme in Folge nicht konkurrenzfähig wären. Die Gegner in der Gruppenphase heißen diesmal Russland, Paraguay und Madagaskar.

Tahiti fühlt sich in dieser Variante des Fussballsports seit jeher sehr wohl und veranstaltete vor zehn Jahren auch die allererste ozeanische Beach-Soccer-Meisterschaft auf der Insel Moorea. Das Vermächtnis der WM 2013 ist in Tahiti nach wie vor spürbar: Vor Kurzem hielt Schirinzi in Papeete mit der Unterstützung von Konföderationen-Pokal-Trainer Eddy Etaeta und Tiki-Toa-Star Tearii Labaste eine FIFA Beach-Soccer-Trainerschulung ab. Nicht weniger als zwei Dutzend angehender und aktueller Trainer – unter anderem Li Fung Kuee – kamen aus allen Teilen Französisch-Polynesiens zusammen, um am praktischen und theoretischen Unterricht des hoch angesehenen schweizerischen Trainers teilzunehmen.

Diese Trainerschulung, die im Rahmen der langfristigen Strategie des Verbandes hinsichtlich der Weiterentwicklung des Beach Soccer organisiert wurde, steht außerdem in Zusammenhang mit dem Beach-Soccer-Seminar, das während der Beach-Soccer-WM 2013 in Tahiti abgehalten wurde und in dessen Mittelpunkt die Erstellung eines langfristigen Entwicklungsplans für den Beach-Soccer-Sport innerhalb der entsprechenden Mitgliedsverbände stand. Dies kann in weiterer Folge dazu beitragen, das technische Niveau der Trainer und Spieler zu steigern, die dadurch bessere Voraussetzungen für eine regelmäßige Teilnahme an der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft schaffen können.

Sand und RasenAuch wenn Li Fung Kuee ein großartiger Beach-Soccer-Spieler ist, so ist er – wie viele seiner Mannschaftskameraden – ein doppelter Nationalspieler. Den Konföderationen-Pokal 2013 in Brasilien hatte er ausgelassen, um sich auf die bevorstehende Beach-Soccer-Weltmeisterschaft vorzubereiten. Wie viele andere in der Fussballszene der französischsprachigen Nation lebte auch Li Fung Kuee einige Zeit in Frankreich, wo er beim FC Nantes unter Vertrag stand, ehe er mit AS Dragon und AS Pirae in der OFC Champions League glänzte.

Im nächsten Jahr steht die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ auf dem Programm, doch der 30-Jährige, dessen Eltern aus China bzw. Polynesien stammen, fühlt sich auf Sand am wohlsten. Von seinem Anteil an diesem Kapitel der ozeanischen Fussballgeschichte, das vor zwei Jahren geschrieben wurde, spricht Li Fung Kuee heute noch mit strahlenden Augen und voller Leidenschaft. "Ich war sehr stolz und auch etwas überrascht, als ich erfuhr, dass ich 2013 zum drittbesten Spieler der Welt gewählt wurde, denn damit hätte ich niemals gerechnet", sagte er. "Diese Auszeichnung verdanke ich auch meiner Familie und meinen Freunden, die mich immer unterstützt haben, und nicht zuletzt auch meinen Mitspielern, denn ohne sie hätte ich diese Auszeichnung niemals gewinnen können."

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