FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft Tahiti 2013

FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft Tahiti 2013

18 September - 28 September

FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft 2013

Juanma: Emotion pur und das Ziel im Blick

Juanma of Spain celebrates with team-mate Llorenc after scoring
© Getty Images

Juanma kann die Tränen nicht zurückhalten. Spanien steht zum ersten Mal in der Geschichte im Finale der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft und der 34-jährige Verteidiger, der bereits seine fünfte WM bestreitet, sitzt vor der Kabine seines Teams und weint hemmungslos. Ein Mitglied des Trainerstabs nähert sich, um ihn zu trösten, und wenige Sekunden später kommt Bruno Xavier aus dem Team der besiegten Brasilianer und gratuliert ihm zum Finaleinzug.

Warum ist dieser Augenblick so emotional für ihn? "Weil einem plötzlich die Familie durch den Kopf geht", erklärt der Mann mit der Rückennummer fünf im Exklusiv-Interview mit FIFA.com. Er erzielte beim 2:1-Sieg Spaniens gegen Brasilien den ersten Treffer seines Teams. "Das ist ein Augenblick, an dem du dich noch einmal an alles erinnerst: an deine Kinder, deine Frau, was du alles tun musstest, um so weit zu kommen, an die Zeit, die du von zu Hause weg bist…das sind viele Dinge", meint er mit stockender Stimme und geröteten Augen.

Und dann wäre da natürlich noch der sportliche Aspekt. "Und dann…nachdem wir bei der letzten WM nicht dabei waren, wollten wir uns unbedingt rehabilitieren, der gesamten Strandfussball-Gemeinde zeigen, dass wir ein starkes Team sind und ganz oben mitspielen können", so Juanma, der bei der Halbfinal-Niederlage gegen Italien 2008 in Marseille verletzungsbedingt nicht dabei gewesen war.

Das Sahnehäubchen auf dem Kuchen war dann, dass man sich den Einzug ins Endspiel der WM 2013 gegen einen Gegner sicherte, der die letzten 22 Partien gegen Spanien allesamt gewonnen hatte. "Das ist schon etwas Besonderes, aber ich sehe das nicht als Revanche gegen Brasilien. Ich bin ganz einfach zufrieden für meine Leute, für meine Nationalmannschaft und für mein Land."

Wenn der Ruhm an die Tür klopft…Für Juanma war der Beach Soccer eine Freizeitbeschäftigung, der er in seiner Heimatstadt Marbella nachging, bis Joaquín Alonso ihn 2004 beim Torneo Nacional entdeckte. "Ich habe damals bei spanischen Zweitligateams Rasenfussball gespielt, und zwar als offensiver Mittelfeldspieler oder Spielmacher, aber da man mich für die Strandfussball-Auswahl nicht freistellen wollte, habe ich mich entschlossen eine Liga tiefer zu spielen und mir einen Drittligaklub zu suchen. In diesem Zusammenhang möchte ich mich auch bei den Verantwortlichen meines aktuellen Klubs Atlético Marbella bedanken."

Vom Tunneln des Gegners auf dem Rasen zum Verteidigen auf Sand… "Das sagen meine Teamkameraden aus der Nationalmannschaft auch immer!", meint der bekennende Fan von Atlético Madrid lachend. Er hat durchschnittlich bei jeder WM einen Treffer erzielt, aber keiner war so wichtig wie der gegen Brasilien. Trotz der Scherze ist Juanma sehr wohl bewusst, welche Rolle er für das Team spielt. "Da ich zu den Routiniers gehöre, ist es meine Aufgabe, die Jüngeren davon zu überzeugen, dass wir so gut sein können wie Brasilien oder Russland."

Den ersten dieser beiden Gegner hat man nun im Halbfinale hinter sich gelassen. Gegen den zweiten muss La Roja im Finale antreten. "Bei allem Respekt hatte ich mehr Angst vor Brasilien als vor Russland, denn gegen die Russen sind wir im Qualifikationsturnier und in der Euro Beach Soccer League schon angetreten und haben im Finale und in Moskau gewonnen. Ich weiß, dass sie über zwölf hervorragende Spieler verfügen, die eine sehr starke Mannschaft bilden. Aber wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren, und darauf, dass wir auf demselben Niveau und mit derselben Intensität weiterspielen."

Juanma will nichts davon wissen, dass Spaniens guter Auftritt in Tahiti überraschend kommt. "Auch wenn einige hochklassige Teamkameraden wie Amarelle fehlen, kann ich ehrlich sagen, dass es mich überhaupt nicht überrascht, dass wir im WM-Endspiel stehen. Ich meine, Hand aufs Herz, schauen Sie sich die Mannschaft an, wie sie gearbeitet hat und über welche Qualitäten sie verfügt." Wird das reichen, um hier den Titel zu holen? "Danach streben wir schon sehr lange. Wir wollen ihn uns nicht entgehen lassen, wo wir schon so kurz davor sind."

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