Unabhängige Ethikkommission

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Pressemitteilung

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Unabhängige Ethikkommission sperrt Jérôme Valcke

A FIFA logo sits on a sign at the FIFA headquarters
© Getty Images

Die rechtsprechende Kammer der unabhängigen Ethikkommission unter dem Vorsitz von Hans-Joachim Eckert hat den ehemaligen FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke für zwölf Jahre für alle nationalen und internationalen Fussballtätigkeiten (administrativ, sportlich und anderweitig) mit sofortiger Wirkung gesperrt.

Die Untersuchung gegen Jérôme Valcke unter der Leitung von Dr. Cornel Borbély, dem Vorsitzenden der Untersuchungskammer der Ethikkommission, erfolgte wegen des Verdachts auf mögliche Vergehen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Tickets für FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™. Während der Untersuchung wurden mehrere weitere mögliche Vergehen entdeckt, insbesondere betreffend den Missbrauch der FIFA-Richtlinien und -Regelungen zu Reisespesen, Fällen hinsichtlich nahestehender Parteien, den Verkauf von TV- und anderen Medienrechten und die Vernichtung von Beweismitteln.

Der Schlussbericht zur Untersuchung wurde am 5. Januar 2016 an die rechtsprechende Kammer überwiesen. Am 7. Januar 2016 wurde daraufhin formell ein rechtsprechendes Verfahren eröffnet.

Die rechtsprechende Kammer stellte u. a. fest, dass sich ein Sportmarketingunternehmen mit dem Verkauf von FIFA-WM-Tickets bereicherte. Jérôme Valcke unterliess es in dieser Hinsicht nicht nur, diese Aktivitäten zu unterbinden, sondern bestärkte die verantwortlichen Personen sogar noch in ihrem Vorgehen. Er ermutigte sie zudem wiederholt, einen zwischen der FIFA und dem Sportmarketingunternehmen abgeschlossenen Vertrag zu verletzen.

Mit Reisen auf FIFA-Kosten allein aus touristischen Motiven und der wiederholten Nutzung von Privatjets anstelle von Linienflügen ohne wirtschaftliche Notwendigkeit bereicherte sich Jérôme Valcke selbst und auch Verwandte. Jérôme Valcke hat damit gegen die Interessen der FIFA verstossen und dieser erheblichen finanziellen Schaden zugefügt. Seine diesbezüglichen privaten und persönlichen Interessen hinderten ihn daran, sein Amt als FIFA-Generalsekretär ordnungsgemäss auszuüben.

Hinsichtlich der karibischen Fernseh- und Medienrechte wurde festgestellt, dass Jérôme Valcke versucht hatte, einer Drittpartei die Fernseh- und Medienrechte für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022™ weit unter Marktwert zu gewähren, und diesbezüglich konkrete vorbereitende Massnahmen getroffen hatte.

Ferner wurde festgestellt, dass Jérôme Valcke vorsätzlich versucht hatte, das laufende Verfahren gegen ihn zu behindern, indem er mehrere für die Untersuchung relevante Daten und Ordner zu löschen versuchte und löschte, obwohl er um seine Pflicht zur Aufbewahrung aller Daten und zur Mitwirkung an der Klärung des Sachverhalts wusste.

Mit seinem Verhalten als FIFA-Generalsekretär hat Jérôme Valcke deshalb gegen Art. 13 (Allgemeine Verhaltensregeln), Art. 15 (Loyalität), Art. 16 (Vertraulichkeit), Art. 18 (Anzeige- sowie Mitwirkungs- und Rechenschaftspflicht), Art. 19 (Interessenkonflikte), Art. 20 (Annahme und Gewährung von Geschenken und sonstigen Vorteilen) und Art. 41 (Mitwirkungspflicht der Parteien) des FIFA-Ethikreglements verstossen.

Jérôme Valcke wurde deshalb für zwölf Jahre für alle Fussballtätigkeiten gesperrt und mit einer Geldstrafe von CHF 100 000 belegt.

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