FIFA Foundation

"Spirit of Soccer" in Irak

Spirit of Soccer Iraq (1)
  • "Spirit of Soccer" nutzt den Fussball, um das Problembewusstsein bezüglich Landminen in Irak zu schärfen
  • Unterstützt von der FIFA-Stiftung hilft die Organisation mehr als 300.000 Kindern
  • FIFA.com sprach mit zwei Mitarbeitern

Die Menschen in Irak mussten in den vergangenen zwei Jahrzehnten viel über sich ergehen lassen. Weite Teile des Landes wurden durch Kriege massiv zerstört. Zudem werden auch häufig Zivilisten Opfer von Landminen und Blindgängern, von denen nach Schätzungen verschiedener Organisationen insgesamt noch mehrere Millionen im Boden stecken.

Spirit of Soccer ist eine der Organisationen, die sich auf Landminen und deren Räumung spezialisiert hat. Seit 2009 schärft die Organisation durch ihre Arbeit das Bewusstsein für Landminen in ganz Irak. Die Programme der Organisation kommen mehr als 300.000 Kindern zugute – und der Fussball spielt dabei eine wichtige Rolle.

Unterstützt von der FIFA-Stiftung besuchen mehr als 50 männliche und weibliche Minen-Aufklärer im Auftrag von Spirit of Soccer Schulen und Gemeinden im Land, um die jungen Bevölkerungsgruppen im Fussball zu trainieren und gleichzeitig über Landminen und die von ihnen ausgehenden Gefahren zu informieren.

"Wir klären die Kinder im Rahmen einfacher Fussballprogramme über die Risiken von Landminen auf", erläutert Instruktor Saif Faisal gegenüber FIFA.com. "Wenn wir ihnen die wichtigen Botschaften vermittelt haben, fordern wir sie auf, diese an ihre Eltern und Verwandten weiterzugeben."

Saif arbeitet seit 2011 für Spirit of Soccer. "Ich habe große Unterstützung durch die Organisation erfahren", sagt er. "2013 wurde ich auf einen ersten Trainerkurs nach Jordanien geschickt und bekam dort einen C-Trainerschein der asiatischen Fussballkonföderation AFC. Im vergangenen Jahr habe ich dann nach einem vom irakischen Fussballverband organisierten Lehrgang die B-Lizenz erworben."

Saifs Arbeit erschöpft sich allerdings nicht damit, das Bewusstsein der Kinder zu schärfen. "Neben den von uns ausgerichteten Fussballwettbewerben haben wir auch Ausbildungseinheiten für junge Instruktoren in zahlreichen Städten organisiert, darunter Kut, Ramadai und Samawa. Das Ziel besteht darin, ein Netzwerk von Freiwilligen aufzubauen, die unsere Botschaften durch den Fussball weitertragen können und damit Leben retten."

Saifs Kollegin Surur Abdulkarim arbeitet mit vollem Einsatz, um das Problembewusstsein bezüglich Landminen zu steigern, insbesondere seitdem sie ihre Schwester während des Krieges bei Kämpfen in der Stadt Mosul verloren hat. Die ausgebildete Krankenschwester hatte nicht damit gerechnet, dass ihre Freiwilligenarbeit in der Stadt sie letztlich zu Spirit of Soccer führen würde.

"Ich arbeite jetzt seit ungefähr einem Jahr für die Organisation", erzählt sie. "Diese Arbeit hat mein ganzes Leben vollständig verändert. Ich liebe jetzt den Fussball und habe mich zu mehreren Trainingskursen angemeldet. Doch über die Liebe zum Fussball hinaus bin ich jetzt auch leidenschaftlich bei der humanitären Arbeit dabei. Das verdanke ich der Organisation.

Die Arbeit für Spirit of Soccer eröffnete mir die Möglichkeit, an mehr Fussballveranstaltungen teilzunehmen. Ich werde eine Gruppe Kinder, die während des Krieges verletzt wurden, zum Festival19 in Frankreich begleiten, das während der FIFA Frauen-WM dort stattfindet."

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