Über die FIFA

"Mandelas Traum ist wahr geworden"

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"Es ist der Tag nach dem 64. Spiel der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™, die erstmals auf dem afrikanischen Kontinent, in Südafrika, ausgetragen wurde. Ich muss Südafrika, seinen Bewohnern und seiner Regierung ein großes Kompliment aussprechen. Vor allem die Regierung gab die erforderlichen Garantien für die Austragung der FIFA Weltmeisterschaft und hat diese auch eingehalten. Ich muss dem LOK danken – vor allem Irvin Khoza und Danny Jordaan sowie all den Arbeitern, Freiwilligen, Sicherheitskräften und Hospitality-Personal. Sie waren einfach großartig.

Ich muss auch Afrika ein großes Kompliment aussprechen. Der Kontinent hat bewiesen, dass er ein Großereignis wie eine FIFA Fussball-Weltmeisterschaft organisieren kann. Zu Beginn des Turniers sagte ich, es wäre eine Frage des Vertrauens. Die FIFA hat Südafrika vertraut und dieses Vertrauen gab den Menschen Selbstbewusstsein. Die Südafrikaner können auf das Erreichte sehr stolz sein. Die FIFA ist sehr zufrieden und ich als FIFA-Präsident bin überglücklich. Ich freue mich auch, dass wir mit Spanien einen Weltmeister haben, der attraktiven Fussball gezeigt hat.

Ich kann die gestrigen Worte des südafrikanischen Staatspräsidenten Jacob Zuma nur unterstreichen, der sagte, dass diese Weltmeisterschaft die Menschen geeint und mit Stolz erfüllt hat.

Als Fan und Zuschauer denke ich, dass wir einige sehr gute und einige weniger gute Spiele gesehen haben, doch es war immer sehr unterhaltsam. Man darf nicht vergessen, dass es im Fussball keine Perfektion gibt. Was wir jedoch aus dieser Weltmeisterschaft gelernt haben, ist die Tatsache, dass es keine Fussballzwerge mehr gibt. Der Fussball hat sich überall weiterentwickelt und man hat gesehen, dass die Internationalisierung für einige Mannschaften gut und für andere weniger gut war. Es war auch äußerst positiv, dass sich die drei jüngsten Mannschaften – Ghana, Deutschland und Spanien – so gut geschlagen haben. Dies zeigt deutlich, dass es keinesfalls an guten Nachwuchsspielern mangelt.

Nach dem Konföderationen-Pokal gab ich Südafrika 7,5 von zehn Punkten, doch nun, nach der erfolgreichen Endrundenauslosung und diesem Turnier, würde ich neun Punkte vergeben, was an einer Universität die beste Note wäre.

Alles in allem konnte man bei diesem Turnier einen Fortschritt beim Fairplay erkennen, auch wenn das Endspiel dieses Niveau nicht halten konnte. Der Schiedsrichter und seine Assistenten waren mit einer äußerst schwierigen Aufgabe konfrontiert und konnten dabei auf keine Unterstützung zählen. Ich sage immer, dass Fussball eine Schule des Lebens ist, die auf Disziplin und Respekt basiert. Man kann lernen zu gewinnen – das ist natürlich sehr einfach. Aber wenn man verliert, muss man mit Disziplin und Respekt verlieren.

Diese Weltmeisterschaft hatte einen speziellen Impuls, der in Zusammenhang mit der Geschichte der Freiheit und der Geschichte eines Mannes steht. Dieser Mann ist heute 92 Jahre alt – ein Mann, der so viel gelitten hat. Doch nach seiner Haftentlassung sprach er dennoch von Frieden und Verständnis. Ich traf ihn erstmals im Jahr 1992. Damals hatte er einen Traum – die Weltmeisterschaft in seine Heimat zu holen. Im Mai 2004 ging dieser Traum in Erfüllung, als Südafrika mit der Austragung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010 betraut wurde. Er hat die Weltmeisterschaft nach Südafrika gebracht. Er wollte unbedingt bei diesem Turnier dabei sein, und gestern Abend hat sich sein Traum erfüllt. Ich muss dem größten lebenden Humanisten meinen Respekt aussprechen: Nelson Madiba Mandela."