Pressemitteilung

Fédération Internationale de Football Association

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FIFA Congress

Der erste Kongress auf afrikanischem Boden

FIFA President Joseph S. Blatter with Francisco Kalbuadi Lay, President of the new Member Association of Timor-Leste in 2005
© FIFA.com

In seiner Ansprache vor rund 1000 Verbandsdelegierten, Gästen und Medienvertretern zeichnete FIFA-Präsident Joseph S. Blatter am Montag, 12. September 2005, dem zweiten Tag des 55. Ordentlichen FIFA-Kongresses in Marrakesch, ein grundsätzlich positives Bild der heutigen Verhältnisse im Fussball. Gleichzeitig wies er jedoch eindringlich auf verschiedene Herausforderungen hin, welche die FIFA aktiv annehmen und bewältigen muss. „Im Grunde genommen könnten wir dank dem Fussball in einer wunderbaren Welt leben. Aber die heutige Welt im Fussball ist nicht überall so wunderbar, wie sie sein sollte. Und genau hier müssen wir mit einer umfassenden Bestandsaufnahme ansetzen, die Probleme analysieren und Lösungen finden“, sagte Blatter.

Mit 198:1 Stimmen verabschiedeten die Delegierten auf seinen Antrag hin die Schaffung einer FIFA-Taskforce „For the Good of the Game“, welche sich aus Exponenten und Experten aller Teile der internationalen Fussballfamilie zusammensetzen wird und dem FIFA-Exekutivkomitee direkt Bericht erstatten soll.

In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte der FIFA-Präsident die Forderung nach noch mehr Solidarität. „Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer grösser, ebenso das Ungleichgewicht zwischen Verbänden und Ligen“, sagte Blatter. „Diesen Tendenzen gilt es entgegenzuwirken. Die Struktur der Fussballpyramide mit Spielern und Vereinen an der Basis, dann den Verbänden und Konföderation und der FIFA als Dachorganisation muss zum Wohle des Fussballs gewahrt bleiben.“

Herausforderungen sind für Blatter die Nichtbefolgung von Entscheiden der Fussballinstanzen, die Anrufung von zivilen Gerichten und Einmischungen seitens politischer Gremien. Gefahrenpotenzial ortet der FIFA-Präsident im Zusammenhang mit Unabhängigkeitsbestrebungen von Ligen, bei den Besitzverhältnissen der Klubs oder bezüglich des zunehmenden Verlusts der nationalen Identität bei Vereinsmannschaften. Doping, Diskriminierung oder Korruption und Wetten stellen ebenfalls Gefahrenherde dar.

Gleichzeitig redete Blatter den Verbandsdelegierten auch ins Gewissen. „Die Verbände müssen professioneller geführt werden. Mit ehrenamtlicher Arbeit allein ist es nicht mehr getan. Ein Verband muss wie ein Unternehmen geleitet werden“, sagte der FIFA-Präsident.

Eine rundum positive Bilanz konnte Blatter bezüglich der Entwicklungsprogramme der FIFA ziehen. Jedes Jahr wendet der Weltfussballverband rund 70 Prozent seiner Ausgaben für die Entwicklungsarbeit sowie die Durchführung von Fussballwettbewerben verschiedener Kategorien auf. „Das Haus des Fussballs, das ich bei meinem ersten Kongress 1999 in Los Angeles in Aussicht gestellt habe, ist heute in den meisten Ländern Wirklichkeit und von Leben erfüllt. Mithilfe des Goal-Programms wird bis Ende 2006 jeder FIFA-Verband über seinen eigenen Verbandssitz und sein eigenes technisches Zentrum verfügen.“

Ergänzt werden diese Anstrengungen mit Kooperationen im humanitären Bereich, wo die FIFA verschiedene Partnerschaften pflegt, so etwa mit den Vereinten Nationen und ihren Unterorganisationen, dem Hilfswerk SOS-Kinderdorf International und verschiedenen NGO. Zudem werden die FIFA und das IOK 2006 erstmals am World Economic Forum in Davos teilnehmen, wo die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung des Sports im Allgemeinen und des Fussballs im Besonderen zur Sprache kommen werden.

Am ersten Kongress auf afrikanischem Boden informierte die FIFA zudem über eine geplante weltweite Präventionskampagne gegen Verletzungen im Fussball sowie andere Anstrengungen im medizinischen Bereich.