Entwicklung

Erster FIFA VAR-Kurs für Mitgliedsverbände

  • Am Sitz der FIFA fand der erste VAR-Kurs für Instruktoren der Mitgliedsverbände statt
  • Videoassistent war bei der WM in Russland sehr erfolgreich
  • Der Kurs enthielt praktische Tipps, VAR-Simulationen und Praxistraining auf dem Platz

Nach dem erfolgreichen Einsatz von Video-Schiedsrichterassistenten (Video Assistant Referees, VAR) während der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ hatten viele Mitgliedsverbände Interesse daran bekundet. Um dem Rechnung zu tragen, ergriff die FIFA zwei wichtige Maßnahmen: Zunächst veranstaltete sie Anfang Oktober den ersten VAR-Instruktor-Kurs überhaupt in Madrid, nun folgte der erste VAR-Kurs für Instruktoren aus den Mitgliedsverbänden in Zürich.

"Wir werden regelrecht bombardiert mit Anfragen von Mitgliedsverbänden, die VAR in ihren Ligen einführen wollen", berichtet Pierluigi Collina, der Vorsitzende der FIFA-Schiedsrichterkommission. "Das Hauptproblem dabei ist, dass uns weltweit Leute fehlen, die Schiedsrichter entsprechend anleiten.

Aber wir wollen den Mitgliedsverbänden die gewünschte Unterstützung natürlich gern bieten. Deswegen haben wir ein Gremium aus Instruktoren gebildet, die ihr Fachwissen einbringen und ihre Erfahrung rund um die Anleitung von Spielleitern, Video-Offiziellen und den Schiedsrichtern auf dem Feld in ihren Mitgliedsverbänden weitergeben sollen."

Am Sitz der FIFA erhielten so über 20 Vertreter der Mitgliedsverbände Anleitungen dazu, wie sie Videoassistenten in ihren jeweiligen Wettbewerben zu schulen haben. Die Schulungen fließen in das IAAP (Implementation Assessment and Approval Programme) von FIFA und IFAB ein, zumal die Weiterentwicklung des Schiedsrichterwesens zu den Zielen der FIFA gehört.

In Zürich wurde den Teilnehmenden zunächst einmal detailliert dargelegt, wie der VAR während der Weltmeisterschaft angewendet wurde. Unterfüttert wurde dies mit Theorie zu den vier potenziell spielverändernden VAR-Situationen (Tor, Strafstoß/kein Strafstoß, Platzverweis sowie Verwechslung von Spielern). Ein VAR-Simulator simulierte anschließend den Video Operation Room (VOR) eines Live-Spiels mittels Ausschnitten vergangener Partien.

FIFA-VAR-Instruktor Danny Makkelie, der zum VAR-Team des Endspiels der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018 gehörte, betonte dabei, dass die Schulung auch außerhalb des VOR Vorteile habe. Die Videoassistenz macht mich definitiv zu eine besseren Schiedsrichter, da ich Spielsituationen jetzt noch genauer analysiere. Das hilft mir natürlich auch bei der Spielleitung auf dem Platz", erklärte er. "Mir sind jetzt verschiedene Abläufe während einer Begegnung bewusster."

Ziel für die Kursteilnehmer ist nun, das erworbene Wissen an Schiedsrichter und Schiedsrichterassistenten weiterzugeben, sodass sie das System in ihren jeweiligen Wettbewerben einsetzen können. "Schiedsrichter müssen begreifen, dass der VAR dazu da ist, ihnen zu helfen", stellte Massimo Busacca, der Leiter der FIFA-Abteilung Schiedsrichterwesen, klar. "Das Ziel lautet nach wie vor, dass der Schiedsrichter durch die Technik am Ende des Spiels besser geworden sein soll. Die VAR-Ausbildung ist ein Aspekt davon, aber weitere Investitionen in das Schiedsrichterwesen und seine Entwicklung sind sogar noch wichtiger.

Jetzt müssen Spielleiter zunächst einmal lernen, was eine klare Fehlentscheidung ist und wann der VAR entsprechend eingreifen kann. Wir wollen, dass das überall auf der Welt gleich gehandhabt wird. Was wir nicht wollen, ist, dass ein Mitgliedsverband seine eigene Auslegung der VAR-Regeln macht.

Der VAR soll die Zahl der Fehlentscheidungen im Spiel minimieren, nicht jedoch die Schiedsrichter ersetzen. Diese Woche war insofern sehr wichtig, als den Teilnehmenden gezeigt wurde, wie künftige Videoassistenz-Schiedsrichter in ihren Ligen einheitlich zu unterrichten sind."

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