Entwicklung

FIFA-Forward-Programm zur Fussballförderung

Das vom FIFA-Kongress am 9. Mai 2016 verabschiedete FIFA-Forward-Entwicklungsprogramm hat sich als Meilenstein für die globale Fussballförderung und die Beteiligung der FIFA-Mitgliedsverbände am Erfolg der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ erwiesen und ist zu einem der bekanntesten Entwicklungsprogramme im Sport avanciert.

Das FIFA-Forward-Programm bietet den FIFA-Mitgliedsverbänden und den sechs Konföderationen umfassende und maßgeschneiderte Unterstützung für die Fussballförderung und basiert auf den folgenden drei Pfeilern:

  • höhere Investitionen
  • größere Wirkung
  • stärkere Kontrolle

Forward will den Fussball weltweit so unterstützen und fördern, dass der Sport sein Potenzial in jedem Land ausschöpfen und jeder, der will, uneingeschränkt mitmachen kann.

Nach dem Erfolg der ersten Auflage des FIFA-Forward-Entwicklungsprogramms 2016–2018 (Forward 1.0) startete am 1. Januar 2019 die zweite Auflage (Forward 2.0), die bis zum 31. Dezember 2022 dauern wird.

Forward 1.0 hat mit seinen finanziellen Beiträgen an die Mitgliedsverbände bereits einiges bewirkt. Diese konnten so ihren Betrieb finanzieren, langfristige strategische Ziele festlegen und maßgeschneiderte Entwicklungsprojekte zum Bau von Fussballinfrastruktur, zur Durchführung von Wettbewerben oder zur Förderung des Frauenfussballs realisieren. Über 50 % der FIFA-Mitgliedsverbände – gleichbedeutend mit denjenigen, die über beschränkte finanzielle Ressourcen verfügen – konnten dank den Ausrüstungs- und Reisebeiträgen des Forward-Programms ihre Jugend- und Frauennationalteams richtig ausstatten und an zahlreichen internationalen Wettbewerben und Turnieren teilnehmen. 

Am 13. Juni 2018 bewilligte der FIFA-Kongress für das FIFA-Forward-Programm für die Geschäftsperiode 2019–2022 eine Budgeterhöhung, die allen 211 Mitgliedsverbänden und sechs Konföderationen jährlich 20 % höhere Zuschüsse sichert.

Bei den zwölf FIFA-Fussballgipfeln, die von November 2017 bis März 2018 stattfanden, konnten die Mitgliedsverbände zudem ihre Sichtweise darlegen. Anhand der Erfahrungen und Erkenntnisse der Verbände und der FIFA-Administration seit der Einführung des Programms vor zweieinhalb Jahren sowie der Konsultationen mit den zuständigen FIFA-Kommissionen wurde das FIFA-Forward-Reglement überarbeitet und vom FIFA-Rat am 26. Oktober 2018 in Kigali verabschiedet.

Während die wichtigsten Grundsätze, Konzepte und Verfahren von Forward 1.0 übernommen wurden, waren aufgrund der Erhöhung der Zuschüsse und des zusätzlichen Bedarfs bei der Fussballförderung auch einige Anpassungen nötig. Weiterer Grund war das Gebot, die Rechenschaft über die Ergebnisse, die Nachhaltigkeit und die Wirkung der Projekte zu erhöhen.

Die wichtigsten Änderungen für 2019–2022 im Überblick:

A.   Finanzielle Ansprüche

1)   USD 6 Millionen für jeden Mitgliedsverband zur Deckung seiner Betriebskosten und zur Finanzierung von Entwicklungsprojekten für die Vierjahresperiode sowie zusätzlich bis zu USD 1 Million als Reise- und Ausrüstungsbeiträge für Mitgliedsverbände mit Jahreseinnahmen von maximal USD 4 Millionen

a)   bis zu USD 1 Million pro Jahr für Betriebskosten

i)     Freigabe von USD 500 000 jeweils im Januar zur Deckung der Kosten für die tägliche Arbeit, die Administration und den Betrieb

ii)    Auszahlung von bis zu USD 500 000 jeweils im Juli, sofern der Mitgliedsverband bis zu zehn Aktivitäten durchführt (USD 50 000 pro Aktivität), z. B. wenn er:

1)   Männer-, Frauen- und Jugendwettbewerbe (in jeweils zwei Alterskategorien für Mädchen und Jungen) organisiert, wobei jeder Wettbewerb mindestens zehn Teams und mindestens 90 Spiele umfassen sowie jedes Jahr mindestens sechs Monate dauern muss,

2)   aktive Männer-, Frauen- und Jugendnationalteams hat, die pro Jahr je mindestens vier Spiele bestreiten,

3)   für die Spielerregistrierung und das Wettbewerbsmanagement über ein funktionstüchtiges und laufend aktualisiertes IT-System verfügt (das von der FIFA bei Bedarf kostenlos zur Verfügung gestellt wird),

4)   Programme für Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen hat.

b)   USD 2 Millionen für 2019–2022 für Projekte, die auf die genehmigte Zielvereinbarung des Mitgliedsverbands abgestimmt sind und in erster Linie die Fussballinfrastruktur (z. B. Spielfelder, technische Zentren, Trainingsanlagen, Stadien, Verbandssitze) betreffen

i)     Sie dürfen auch andere Entwicklungsbereiche betreffen, sofern der Mitgliedsverband über mindestens ein Stadion/Spielfeld, einen geeigneten Verbandssitz und ein funktionstüchtiges technisches Zentrum verfügt.

c)   bis zu je USD 200 000 pro Jahr zur Deckung von Reise- und Unterkunftskosten sowie für Fussballausrüstung für Mitgliedsverbände, die dringend auf Hilfe angewiesen sind

i)     Als dringend auf Hilfe angewiesen gilt ein Mitgliedsverband, wenn seine Einnahmen jährlich nicht mehr als USD 4 Millionen betragen. Massgebend sind die Einnahmen, die im jährlichen statutarischen Buchprüfungsbericht zum Vorjahr, der der FIFA jeweils bis zum 30. Juni vorgelegt wurde, aufgeführt sind.

2)   Bis zu USD 1 Million für von den jeweiligen Konföderationen anerkannte Zonen-/ Regionalverbände, die der betreffenden Konföderation jeweils im Januar ausgezahlt wird, sofern die entsprechenden Zonen-/Regionalverbände mindestens einen Frauenwettbewerb und je zwei Junioren-/Juniorinnenwettbewerbe (für Nationalteams oder Vereine) organisieren

3)   USD 12 Millionen pro Jahr für jede Konföderation, die in gleichen halbjährlichen Teilzahlungen jeweils automatisch im Januar und Juli ausgezahlt werden

A.   Berichterstattung und Buchprüfung

Dank stärkeren Kontrollen bot Forward 1.0 Gewähr dafür, dass die für die Fussballförderung bestimmten Mittel transparent, umsichtig und wirkungsvoll eingesetzt werden.

  • Mit jedem Verband wird die Entwicklungsstrategie für zwei bis vier Jahre in einer Zielvereinbarung festgeschrieben, die von der Entwicklungskommission genehmigt werden muss.
  • Alle maßgeschneiderten Projekte müssen an die Zielvereinbarung geknüpft sein.
  • Jedes Projekt mit einem Wert von über USD 300 000 muss von der FIFA-Entwicklungskommission bewilligt werden.
  • Die FIFA-Administration kontrolliert bei allen Projekten die Umsetzung, die Ergebnisse und die Wirkung.
  • Die Forward-Mittel jedes Verbands werden einer unabhängigen Buchprüfung unterzogen.
  • Ein Entwicklungsreglement mit strengeren Bestimmungen wie größeren Kontrollbefugnissen und schärferen Volllzugsmaßnahmen wurde erlassen.
  • Die Berichte der unabhängigen Buchprüfung der Mitgliedsverbände werden veröffentlicht.

Im Rahmen von Forward 2.0 müssen die Mitgliedsverbände:

a.    die Einhaltung und Förderung der Grundsätze des Diskriminierungsverbots, von Vielfalt, Barrierefreiheit und Inklusion sowie der Menschenrechte für alle gewährleisten,

b.    Maßnahmen treffen, um Kinder und Minderjährige vor möglichem Missbrauch zu schützen und ihr Wohlergehen im Fussball zu fördern,

c.    jede Situation vermeiden, die zu einem Interessenkonflikt führen kann,

d.    die Verwendung von Bargeld vermeiden,

e.    sämtliche Belege über alle Ausgaben und Zahlungen mit FIFA-Forward-Mitteln aufbewahren,

f.     die FIFA-Forward-Mittel ausschließlich für den vereinbarten Zweck verwenden,

g.    alle Beiträge und Zuschüsse, die im Rahmen von Forward 1.0 gewährt wurden, bis zum 31. Dezember 2020 nutzen, wobei Mittel, die nicht zweckmäßig genutzt wurden, vom Anspruch für die Geschäftsperiode 2019–2022 abgezogen werden.

_Mithilfe des FIFA-Forward-Programms will die FIFA zusammen mit ihren Mitgliedsverbänden eine nachhaltige Entwicklung fördern sowie mit Investitionen in barrierefreie und für alle zugängliche Einrichtungen in Fussballstadien, auf Sportanlagen und in technischen Zentren weltweit die Grundsätze von Gleichstellung, Vielfalt und Sicherheit verbreiten und so Millionen Mädchen und Jungen die Möglichkeit bieten, Fussball zu leben. _

FIFA-FORWARD-PROGRAMM IN AKTION

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