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FIFA-Finanzbericht 2014: Häufig gestellte Fragen

Markus Kattner, FIFA Deputy Secretary General and Director of Finance and Administration during a press conference at the Home of FIFA in Zurich on 20 March 2015
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Nach der Veröffentlichung des FIFA Finanzberichts 2014 werden im Folgenden häufig gestellte Fragen beantwortet.


Sollte die FIFA als Verein ihre Einnahmen nicht an ihre Mitglieder verteilen? Falls ja, wie ist die Erhöhung ihrer Reserven auf USD 1,523 Milliarden zu erklären?

Nach der Kündigung der FIFA-Versicherungspolice nach dem 11. September 2001 hat die FIFA ihre Statuten geändert, um mit der Bildung von Reserven die Erfüllung ihrer wichtigsten Aufgaben zu garantieren (siehe Art. 73 der FIFA-Statuten). Ausreichende Reserven sind für die FIFA aufgrund der hohen wirtschaftlichen Abhängigkeit von der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ und der Tatsache, dass sich diese Großveranstaltung kaum noch gegen Ausfall versichern lässt, von großer strategischer Bedeutung. Angemessene Reserven bieten daher Gewähr, dass die FIFA finanziell unabhängig bleibt und auf unerwartete Ereignisse reagieren kann. Sie bürgen gegenüber der globalen Fussballgemeinschaft zudem für die erforderliche Stabilität, Nachhaltigkeit und Vertrauen. Die Reserven sichern die Zukunft unserer Organisation, der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™, der vielen anderen FIFA-Turniere – insbesondere Jugend-, Frauenfussball-, Futsal- und Beach-Soccer-Wettbewerbe – und vor allem der globalen Fussballförderung. Die derzeitigen Reserven machen etwa 30 % des FIFA-Aufwands über einen WM-Zyklus aus. Angesichts der finanziellen Abhängigkeit von einer Veranstaltung, die nur alle vier Jahre stattfindet, ist dies verhältnismäßig.  **

Die FIFA hat mit der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ USD 4,8 Milliarden eingenommen. Inwieweit hat das Gastgeberland davon profitiert?
Die FIFA deckt die gesamten Betriebskosten einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™, während die Austragungsländer für die Kosten ihrer Infrastrukturprojekte wie Stadien und Transportsysteme aufkommen. Für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ tätigte die FIFA Investitionen von USD 2,2 Milliarden, inkl. des gesamten Budgets des lokalen Organisationskomitees.

Damit das Gastgeberland auch in den kommenden Jahren von der Weltmeisterschaft profitieren wird, bildete die FIFA zudem einen mit USD 100 Millionen dotierten Nachhaltigkeitsfonds, der Projekte in den Bereichen Fussballinfrastruktur, Jugend- und Frauenfussball, Gesundheit und Sozialwesen unterstützt.

Im Sinne einer Gesamtschau sind auch die indirekten wirtschaftlichen Auswirkungen zu beachten. Zur Vorbereitung des Turniers tätigten die FIFA, die brasilianische Regierung und andere Interessengruppen in der brasilianischen Wirtschaft beträchtliche langfristige Investitionen in das Personal und die Infrastruktur für die WM. Hinzu kamen erhebliche Investitionen in die öffentliche Infrastruktur sowie den Bau und die Modernisierung von Flughäfen, Verkehrssystemen, Sportstätten und Freizeitanlagen.

Die Umverteilung der Einnahmen aus der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ basiert auf einem Solidaritätsmodell (Zusammenfassung siehe hier auf FIFA.com), dank dem die beteiligten Teams, Vereine, das Gastgeberland und alle FIFA-Mitglieder vom Erfolg profitieren.

Für die Geschäftsperiode 2011–2014 wurde ein Ertrag von USD 3,8 Milliarden budgetiert. Letztlich hat die FIFA aber 5,7 Milliarden eingenommen. Wohin sind diese zusätzlichen Einnahmen geflossen?
Den Mehreinnahmen während der Geschäftsperiode 2011–2014 stehen auch Mehrausgaben gegenüber: 5,38 Milliarden statt des ursprünglich budgetierten Aufwands von USD 3,6 Milliarden. Grund für die Mehrausgaben waren u. a.:

  • Wettbewerbsaufwand: USD 2,8 Milliarden, davon USD 0,5 Milliarden für die 23 Wettbewerbe, die die FIFA neben der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ organisiert hat, darunter Jugend-, Frauenfussball-, Futsal- und Beach-Soccer-Wettbewerbe, die in der Regel keinen Gewinn abwerfen und damit auf die Einnahmen aus der WM angewiesen sind
  • Aufwand für Entwicklungsprojekte: Rekordinvestitionen von USD 1 Milliarde in eine Vielzahl von Projekten in den 209 FIFA-Mitgliedsverbänden und den sechs Konföderationen, die allesamt strengen Buchprüfungs- und Kontrollvorschriften unterliegen
  • Fussballmanagement: USD 232 Millionen

Insgesamt sind 72 % der Ausgaben direkt in den Fussball geflossen. Weitere Informationen sind auf den Seiten 18 und 19 im Finanzbericht zu finden.

Die Vereine kritisieren, dass sie für die Abstellung ihrer Spieler für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ nicht ausreichend entschädigt werden. Ist diese Kritik gerechtfertigt?
Gemäß unseren Statuten fließt ein Großteil der Einnahmen aus der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ in die Fussballgemeinschaft, sei es über unsere Mitgliedsverbände, die Konföderationen oder die Vereine.

Der Anteil der Vereine ist in den letzten Zyklen laufend gestiegen. Für die Periode 2011–2014 wurden die Vereine mit USD 70 Millionen am Gewinn der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ beteiligt.

USD 88 Millionen wurden zudem über das 2012 eingeführte FIFA-Schutzprogramm für Klubs ausgezahlt, das diese für Verletzungen ihrer Spieler bei internationalen A-Spielen entschädigt. Das Schutzprogramm für Klubs wird im neuen Zyklus mit einem Budget von USD 100 Millionen fortgesetzt und auf den Frauenfussball ausgedehnt.**

In der Periode 2011–2014 hat die FIFA Einnahmen von USD 5,7 Milliarden erzielt, aber nur 75 Millionen Steuern gezahlt. Wie ist das möglich?
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung zahlt die FIFA Steuern. Die FIFA wird in der Schweiz gemäß den steuerlichen Bestimmungen für Vereine besteuert. Bemessungsgrundlage ist folglich das steuerbare Nettoergebnis gemäß statutarischem Geschäftsabschluss (Ertrag minus Aufwand). Die fälligen Steuern können deshalb nicht mit dem Gesamtertrag verglichen werden. Dies gilt für jedes Unternehmen, das keine Einkommens-, sondern Gewinnsteuern zahlen muss.**

Wie viele Steuern zahlte die FIFA in Brasilien?
Die FIFA hat ihren Sitz in der Schweiz und ist deshalb in der Schweiz einkommenssteuerpflichtig. FIFA-Transaktionen außerhalb der Schweiz können aber indirekten Steuern unterliegen. So zahlte die FIFA etwa BRL 24,3 Millionen auf den Einnahmen aus dem Kartenverkauf für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ in Brasilien.

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