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FIFA-Exekutivkomitee verabschiedet einstimmig weitgehende Reformen

FIFA Executive Committee meeting, 3 December 2015
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Das Exekutivkomitee hat heute einstimmig einer Reihe von Reformvorschlägen der FIFA-Reformkommission 2016 zugestimmt, die den Weg für wesentliche und dringende Änderungen an der FIFA-Führungsstruktur frei machen. Die Empfehlungen werden dem Kongress bei seiner außerordentlichen Sitzung am 26. Februar 2016 in Zürich als Statutenänderungen vorgelegt.

"Die Reformen führen die FIFA hin zu mehr Good Governance, Transparenz und Rechenschaft und sind ein großer Schritt auf unserem Weg, die Glaubwürdigkeit der FIFA als moderne, vertrauenswürdige und professionelle Sportorganisation wiederherzustellen. Sie signalisieren einen Mentalitätswandel bei der FIFA. Die heutigen Empfehlungen basieren auf dem Fundament, das die unabhängige Kommission für Governance (UKG) 2011 unter der Leitung von Prof. Mark Pieth gelegt hat, wie die Einsetzung eines unabhängigen Vorsitzenden für die Audit- und Compliance-Kommission und die Unterteilung der Ethikkommission in eine Untersuchungskammer und eine rechtsprechende Kammer", sagte der geschäftsführende FIFA-Präsident Issa Hayatou. "Im Hinblick auf den Kongress im Februar rufe ich alle Präsidentschaftskandidaten dazu auf, diesem Reformgeist zu folgen und in ihrer Wahlkampagne aufzuzeigen, wie sie der FIFA dabei helfen wollen, diese und weitere Reformen umzusetzen, sollten sie gewählt werden.

Übersicht über die wichtigsten Reformen, die dem Kongress unterbreitet werden:

· Amtszeitbeschränkung:* *Höchstens drei Amtszeiten von vier Jahren für den FIFA-Präsidenten und alle Mitglieder des FIFA-Rats (siehe unten), der Audit- und Compliance-Kommission und der Rechtsorgane.

· Trennung zwischen politischen und geschäftsführenden Aufgaben:* *Klare Trennung zwischen "politischen" und geschäftsführenden Aufgaben. Der FIFA-Rat (der das FIFA-Exekutivkomitee ersetzt) bestimmt die allgemeine strategische Ausrichtung der FIFA, während das Generalsekretariat alle operativen und geschäftlichen Tätigkeiten überwacht, die für die effektive Ausführung dieser Strategie erforderlich sind.

o Die Ratsmitglieder werden von den Mitgliedsverbänden der jeweiligen Region gemäß FIFA-Wahlordnung gewählt und von der FIFA-Prüfungskommission einer eingehenden und strengeren Leumundsprüfung unterzogen.

o Konkrete Maßnahmen zur Aufwertung der Rolle der Frauen in der Fussballführung mit der Verpflichtung jeder Konföderation, mindestens eine Frau in den Rat zu wählen.

· Vielfalt:* *Frauenförderung als ausdrückliches statutarisches Ziel der FIFA, um eine vielfältigere Entscheidungsfindung und -kultur zu gewährleisten.

· Unabhängige Kommissionsmitglieder: Wichtige Finanzbeschlüsse werden von der Finanz-, der Entwicklungs- und der Governance-Kommission gefasst, denen eine Mindestanzahl unabhängiger Mitglieder angehören muss und deren Tätigkeit von der gänzlich unabhängigen Audit- und Compliance-Kommission überprüft wird.

· Effizientere Kommissionen: Verringerung der Zahl der ständigen Kommissionen von 26 auf 9, stärkere Einbindung der Fussballgemeinschaft, was für mehr Effizienz sorgt und sicherstellt, dass alle Mitgliedsverbände sinnvoll und effektiv einbezogen werden.

· Leumundsprüfungen: Zwingende und eingehende Leumundsprüfungen für alle Mitglieder der ständigen FIFA-Kommissionen, die von der unabhängigen FIFA-Prüfungskommission vorgenommen werden.

· Mehr Transparenz und Integration durch eine stärkere Interessenvertretung: Bildung einer Kommission der Interessengruppen des Fussballs mit Vertretern der wichtigsten Interessengruppen im Fussball wie Spieler, Klubs und Ligen.

Getreu dem Bekenntnis der FIFA zur Achtung der Menschenrechte empfiehlt das Exekutivkomitee dem Kongress, einen neuen Artikel in die FIFA-Statuten aufzunehmen, der die FIFA zur Achtung aller international anerkannten Menschenrechte und zur Förderung des Schutzes dieser Rechte verpflichtet.

Das Exekutivkomitee erörterte in diesem Zusammenhang auch den Vorschlag der FIFA-Reformkommission 2016, die Zahl der Teams bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ von 32 auf 40 zu erhöhen. Es gab keinen diesbezüglichen Beschluss. Der Vorschlag wird weiter diskutiert.

Weitere wichtige Sitzungsthemen:

· Wie der geschäftsführende Präsident bekräftigte, unterstützt und fördert die FIFA den Fussball getreu ihrer Mission weiterhin rund um die Welt. Allein seit Ende Mai 2015 hat die FIFA mit Erfolg vier große Turniere wie die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ sowie die Vorrundenauslosung für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ veranstaltet, die Vorbereitungen für die FIFA Klub-Weltmeisterschaft abgeschlossen, die am 10. Dezember 2015 in Japan beginnen wird, und über 660 technische Ausbildungskurse und Entwicklungsprojekte realisiert.

· Bestätigung der Anstoßzeiten der Spiele der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ und des FIFA Konföderationen-Pokals 2017, die beide in Russland stattfinden.

· Das Exekutivkomitee hat zudem:

o den Beschluss des FIFA-Dringlichkeitskomitees verabschiedet,

§ die Zahl der Mitglieder des Normalisierungskomitees des Fussballverbands von Benin von fünf auf sieben zu erhöhen,

§ das Mandat des Normalisierungskomitees des Fussballverbands der Malediven (FAM) bis zum 31. Dezember 2015 zu verlängern, damit der FAM das Verfahren zur Registrierung seiner Statuten zwecks Organisation eines Wahlkongresses abschließen kann,

o beschlossen,

§ die Empfehlung zur Bildung einer Ad-hoc-Reformkommission für den indonesischen Fussballverband (PSSI) mit Vertretern der indonesischen Regierung zu unterstützen,

§  für den togolesischen Fussballverband (FTF) ein neues Normalisierungskomitee zu bilden, das den Erlass neuer Statuten und die Organisation von Wahlen bis spätestens 20. Februar 2016 sicherstellen soll.

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