FIFA Legends

Brown beeindruckt von Kultur und Engagement in Tahiti

Wes Brown in Tahiti
  • FIFA-Legende Wes Brown nimmt an Festival des Îles in Tahiti teil
  • Der ehemalige Star von Manchester United kommt mit vielfältiger Inselkultur in Berührung
  • Dem Ex-Verteidiger der englischen Nationalmannschaft werden logistische Herausforderungen bewusst

Tahiti mag zwar der Dreh- und Angelpunkt der Inseln Französisch-Polynesiens sein, doch das Land ist keinesfalls repräsentativ für das Leben auf dem gesamten pazifischen Archipel. Bei 118 Inseln und Atollen, die sich über mehr als 3.000 km erstrecken, ist eine große Vielfalt vorprogrammiert.

Diese Entdeckung machte auch FIFA-Legende Wes Brown, ehemaliger Verteidiger von Manchester United und der englischen Nationalmannschaft, beim Besuch des elften Festival des Îles. Das Festival wird teilweise über das FIFA-Forward-Programm finanziert, und viele Teilnehmer legten riesige Entfernungen zurück, um bei den Fussball-, Futsal- und Beach-Soccer-Aktivitäten dabei sein zu können. Brown teilt seine Eindrücke von der Reise auf FIFA.com.

Wes Browns Aufgaben in Tahiti:

  • Treffen mit Funktionären des tahitianischen Fussballverbands und anderen Mitgliedsverbänden der ozeanischen Fussballkonföderation (OFC)
  • Teilnahme am FIFA-Forward-Workshop und Mitwirkung bei dessen Eröffnung
  • Teilnahme an der Eröffnungsfeier, Zusammentreffen mit Teams, Besuch der Einrichtungen beim Festival des Îles
Wes Brown in Tahiti

FIFA.com: Wes, Sie sind gerade aus Tahiti zurück, wo Sie am Festival des Îles teilgenommen haben. Die Eröffnungsfeier sah spektakulär aus. Sicher haben Sie wertvolle Eindrücke vom Leben im Pazifik gewonnen, oder?

Wes Brown: Alle unterschiedlichen Kulturen, die es rund um Tahiti gibt, sind dort zusammengekommen. Es gab viele verschiedene Hakas und Gesänge. Ich glaube, jede Insel hat bei der Eröffnungsfeier einen eigenen Haka aufgeführt und etwas von ihrem Charakter gezeigt. Das war genial. Es war schön zu sehen, dass das Festival von allen unterstützt wurde, und Delegierte aus vielen unterschiedlichen Ländern zu treffen. Es war also wirklich positiv, dieses Ereignis mitzuerleben.

Die Inseln sind ja über eine riesige Fläche verteilt. Haben Sie einen Eindruck davon gewonnen, welche Herausforderungen einige Teilnehmer meistern mussten, um nach Tahiti zu gelangen?

Wir haben mit einigen Teilnehmern gesprochen, und manche waren zwei Tage im Boot unterwegs gewesen, weil es nicht viele Flughäfen gibt. Das ist schon irre. Sie haben auf diese Weise viele Reisekosten gespart. Einige der Jungs, mit denen ich mich unterhalten habe, hatten das ganze Jahr über Zusatzarbeiten verrichtet, nur um mit dem Boot von ihrer Insel herüberkommen zu können. Das sind gute, talentierte Fussballer, und zwei Tage auf einem Boot sind allein schon eine Herausforderung. Es war tatsächlich ganz schön verrückt.

Wie haben Sie das Fussballfest am anderen Ende der Welt und in einem Kulturraum erlebt, der ganz anders ist als Ihr eigener?

Die meisten Kinder konzentrieren sich dort eher auf Rugby. Fidschi ist nicht weit weg und dann ist da noch Neuseeland. Aber es war allein schon unglaublich zu sehen, welche enorme Rolle der Fussball dort trotzdem spielt und was die Teilnehmer auf sich genommen haben, um nach Tahiti zu kommen. Es war unfassbar, dass alle pünktlich zur Eröffnungsfeier eingetroffen sind. Das war die größte Zeremonie, die sie dort je hatten, und viele freiwillige Helfer waren daran beteiligt. Sie haben fantastische Arbeit geleistet.

Wes Brown in Tahiti

Sie haben auch einige der Teams getroffen, die ebenfalls von vielen verschiedenen Inseln kamen.

Ja, wir haben einige Teams getroffen, und die Einrichtungen waren hervorragend. Es hat mich an meine eigene Jugend erinnert, wenn wir mit den Jungs zusammenkamen und alle in derselben Unterkunft wohnten. Die Teams wurden mit allem versorgt, und ich finde, insgesamt wurde wirklich gute Arbeit geleistet, wenn man bedenkt, wie viele Leute auf die Insel gekommen sind.

Sicher waren Sie beeindruckt davon, dass die Menschen von so weit her zum Festival angereist sind.

Das war super, denn alle haben Musik gemacht und hatten viel Spaß, aber es war auch klar, wie schwierig die Anreise gewesen war. Ich habe nachgefragt, von welcher Insel sie kamen und wie sie herübergekommen waren, und bei zwei Tagen auf einem Boot ist nicht etwa von einem Kreuzfahrtschiff die Rede. Es ist faszinierend, dass sie das unbedingt tun wollten. Das sind keine Fussballprofis, daher ist es toll, dass sie sich Zeit nehmen und bei der Eröffnungsfeier eines solchen Turniers dabei sein wollten. Die Jungs waren ziemlich begeistert davon. Man sieht, wie der Fussball hier geliebt wird, auch wenn Rugby in der Jugend oft Priorität hat. Es waren auf jeden Fall viele talentierte Kids dort.

Trikots von Manchester United scheinen an allen Ecken und Enden des Planeten aufzutauchen. Was war das für ein Gefühl, in einer der entlegensten Ecken der Welt Menschen zu treffen, die von Ihnen als Fussballer beeinflusst wurden?

Das war komisch. Zunächst haben mich viele von ihnen nicht erkannt, aber als sie mich dann erkannt haben, sind sie ein bisschen durchgedreht. Das zeigt einfach, wie weit das Ganze reicht. Ich bin natürlich mittlerweile etwas älter, aber als ihnen bewusst wurde, wer ich war, haben sie eine Menge Fragen gestellt. Sie wollten wissen, wie es Cristiano geht und so etwas. Ich habe seit einer ganzen Weile nicht mehr mit ihm auf dem Platz gestanden, aber sie alle lieben den Fussball! Wir wissen ja, dass es ein Weltsport ist, aber für die kleineren Inseln in kleineren Ländern spielt er eine ebenso große Rolle wie für andere. Sie verfügen nur oftmals nicht über die entsprechenden Einrichtungen. Es ist hilfreich, dass die FIFA dort vertreten ist, denn das zeigt, dass Unterstützung vorhanden ist.

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel